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Trust & AI Summit: Hamburg blickt in die Zukunft der KI-Suche

Trust & AI Summit: Hamburg blickt in die Zukunft der KI-Suche
Business Punk
Erschienen
Lesezeit5 Min · 941 Wörter

Am 8. Oktober trifft sich in Hamburg die Marketing- und CX-Szene zum Trust & AI Summit. Im Mittelpunkt steht eine Frage, die für Marken gerade ziemlich existenziell wird: Wie schafft man es, von ChatGPT, Gemini & Co. nicht nur gefunden, sondern tatsächlich empfohlen zu werden?

Die Spielregeln der digitalen Sichtbarkeit werden gerade neu geschrieben. Beim Trust & AI Summit will Trustpilot zeigen, was Unternehmen tun können, wenn künftig nicht mehr allein Google-Rankings, sondern zunehmend KI-Antworten darüber entscheiden, welche Marken Verbraucher überhaupt wahrnehmen.

Hamburg wird zum Treffpunkt für Trust und KI

Am Donnerstag, 8. Oktober 2026, bringt der Trust & AI Summit Marketing- und CX-Verantwortliche sowie Entscheider führender Unternehmen in Hamburg zusammen. Inhaltlich geht es um die Zukunft der Markenführung im KI-Zeitalter – mit Keynotes, Praxisbeispielen und Strategien dafür, wie Unternehmen Vertrauen zum Wettbewerbsvorteil machen und ihre Marken für die KI-Suche positionieren können.

Der Trust & AI Summit findet am 8. Oktober 2026 in Hamburg statt. Hier geht es zur Anmeldung

https://business.trustpilot.com/marketing/trust-ai-summit-hamburg

Wenn ChatGPT zum neuen Türsteher wird

Der Hintergrund des Events ist ein fundamentaler Wandel: Lange war klassisches SEO der entscheidende Hebel, um bei potenziellen Kunden aufzutauchen. Inzwischen wenden sich Verbraucher zunehmend direkt an ChatGPT, Gemini oder Perplexity, wenn sie Produkte vergleichen oder Empfehlungen suchen. Damit sitzt plötzlich die KI mit am Eingang zum Kaufprozess – und entscheidet mit, welche Marken überhaupt ins Relevant Set gelangen. Vertrauen, Reputation und authentische Kundenerfahrungen können dabei wichtiger werden als die nächste Hochglanz-Werbekampagne.

Agentic Commerce statt Buzzword-Bingo

Auf der Agenda steht unter anderem die Frage, wie Agentic Commerce und KI-gestützte Suche das Kaufverhalten im Retail verändern. Unternehmens- und Marketingentscheider sollen Einblicke in konkrete Strategien geben, während ein Framework für KI-Sichtbarkeit praktische Handlungsschritte liefern soll. Der Anspruch: weniger KI-Nebelmaschine, mehr Antworten darauf, was Marketingverantwortliche tatsächlich verändern müssen, damit ihre Marken auch in einer Welt der Answer Engines stattfinden.

Der KI-Scanner macht den Markencheck

Besucher können auf dem Summit zudem ausprobieren, wie gut ihre eigene Marke bereits für die neue Suchwelt gerüstet ist. Ein kostenloser KI-Sichtbarkeits-Scanner untersucht eine Website hinsichtlich Markenwiedererkennung, Markensichtbarkeit, Inhaltsklarheit und Markenstimmung. Daraus entstehen individuelle Scores und konkrete Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der Sichtbarkeit in der KI-Suche.

Fünf Sterne allein reichen der KI nicht

Ein Schwerpunkt des Events dürfte naturgemäß auf Bewertungen und Vertrauen liegen. Dabei geht es nicht einfach darum, möglichst viele Sterne einzusammeln. Für KI-Sichtbarkeit spielen laut den Summit-Unterlagen die „3 Rs“ eine wichtige Rolle: Recency, Relevance und Ranking. Aktuelle Bewertungen zeigen, wie eine Marke heute wahrgenommen wird. Inhaltlich relevante Rezensionen liefern Antworten auf konkrete Nutzerfragen. Und die Autorität externer Plattformen hilft KI-Systemen dabei, Aussagen eines Unternehmens unabhängig zu überprüfen. Ein blitzsauberer Fünf-Sterne-Schnitt, der seit einem Jahr Staub ansetzt, ist also nicht automatisch der KI-Jackpot.

58 Prozent suchen schon mit Gen AI

Wie relevant das Thema für Händler bereits ist, zeigt eine in den Unterlagen zitierte Capgemini-Zahl: 58 Prozent der Verbraucher weltweit nutzen demnach Gen-AI-Tools statt herkömmlicher Suchmaschinen für die Produktsuche. Produktempfehlungen, Markenvergleiche und Kaufberatung verlagern sich damit teilweise an einen Ort, an dem Händler keinen klassischen Suchergebnisplatz mehr buchen oder optimieren können. Wer in der KI-Antwort nicht vorkommt, kann Sichtbarkeit verlieren, bevor ein potenzieller Kunde überhaupt einen Onlineshop besucht.

Bewertungen werden zum Trainingsfutter

Für ihre Antworten greifen KI-Systeme auf unterschiedlichste Quellen zurück – von Herstellerseiten und Onlineshops über Medien und soziale Netzwerke bis zu Foren und Bewertungsplattformen. Der in den Unterlagen zitierte „What AI Says About You“-Report von Seer Interactive untersuchte mehr als 800.000 KI-generierte Antworten von ChatGPT, Gemini, Perplexity und Google AI Mode. Bewertungsplattformen stellten dabei mit 14 Prozent die zweitwichtigste Quelle hinter Unternehmenswebsites. Unternehmen, die kontinuierlich Bewertungen sammeln und auf Feedback reagieren, wurden zudem häufiger in KI-Antworten genannt.

Von einem auf 75,3 Prozent Sichtbarkeit

Die Zahlen dahinter sind bemerkenswert: Marken ohne aktives Bewertungsprofil erscheinen laut dem zitierten Report nur in rund einem Prozent der untersuchten KI-Antworten. Ein beanspruchtes Profil kommt auf 53,3 Prozent, regelmäßig gepflegte Profile mit mehr als 80 Bewertungen erreichen eine Zitierquote von bis zu 75,3 Prozent. Reputation wird damit vom Image-Thema zur potenziellen Infrastruktur für digitale Sichtbarkeit.

Vier Hebel für die KI-Empfehlung

Für Unternehmen ergeben sich daraus vier zentrale Baustellen. Erstens sollten Inhalte konkrete Kauf- und Anwendungsfragen beantworten, statt nur klassische Produktbeschreibungen auszuspielen. Zweitens müssen Vertrauenssignale wie Kundenbewertungen, aktuelle Inhalte und externe Berichterstattung sichtbar sein. Drittens brauchen KI-Systeme sauber strukturierte und maschinenlesbare Produktinformationen zu Preisen, Varianten, Verfügbarkeit und technischen Eigenschaften. Und viertens darf die Marke nicht in der eigenen Website-Blase stecken bleiben: Fachmedien, soziale Netzwerke, Foren, Test- und Bewertungsplattformen werden Teil des neuen Sichtbarkeits-Mixes.

Über den Dächern Hamburgs wird die neue Suche diskutiert

Neben Keynotes und Praxiswissen setzt der Trust & AI Summit auf Austausch: In einer Rooftop-Location im Hamburger Stadtzentrum sollen sich Führungskräfte und Entscheider bei Drinks und Snacks vernetzen – Panoramablick auf Binnen- und Außenalster inklusive. Die Plätze für das Event sind laut Veranstalter begrenzt.

Die Kaufentscheidung beginnt vor dem Shop

Der Summit trifft damit einen Nerv: Produktsuche verschiebt sich von klassischen Suchmaschinen und Shops zunehmend in generative KI-Systeme. Für Marken bedeutet das, Sichtbarkeit neu zu denken – als Zusammenspiel aus relevanten Inhalten, glaubwürdigen Vertrauenssignalen, technisch sauber aufbereiteten Daten und einer starken Präsenz auf externen Plattformen. Am 8. Oktober soll Hamburg zeigen, wie das praktisch funktionieren kann. Denn im KI-Zeitalter könnte die entscheidende Frage bald nicht mehr lauten: „Auf welchem Google-Platz stehen wir?“ Sondern: „Empfiehlt uns die KI überhaupt?“

Der Trust & AI Summit findet am 8. Oktober 2026 in Hamburg statt. Hier geht es zur Anmeldung

https://business.trustpilot.com/marketing/trust-ai-summit-hamburg

Günther Suchy

Günther Suchy ist bei Business Punk Head of Digital Editorial. Daneben ist er Professor für Kommunikation und Journalismus an der Duale Hochschule Baden-Württemberg am Campus Ravensburg – also einer, der die Medienwelt nicht nur lehrt, sondern lebt. Der promovierte Volkswirt kennt den Journalismus und die digitalen Medien jenseits des Elfenbeinturms: Er leitet das Hochschulradio „Das kleine U-Boot“, baut crossmediale Ausbildungs- und Produktionsformate auf und hält dabei immer den Finger am Puls der Branche. Bevor er an die Hochschule nach Ravensburg kam, war Suchy unter anderem in der Unternehmenskommunikation von MAN und in leitenden Funktionen digitaler Medienprojekte tätig – sowie als Online-Redaktionsleiter der Automotive-Formate bei Motorvision (DSF). Seine Lehr- und Forschungsprojekte bringen ihn immer wieder in die Welt hinaus: Nach China, Chile, Marokko oder Bhutan, wo er 2024 und 2025 am Royal Thimpu College lehrte und das Nationale Olympische Komitee zum Thema „Nachhaltigkeitskommunikation im Sport“ beriet. An der Universität Durban in Südafrika gibt er Seminare zum Thema "Green Startups". Zwischen Subkultur, Startup-Mindset und System fühlt er sich zu Hause – und genau aus dieser Perspektive schreibt er für Business Punk.