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Von der Skizze zur GmbH: Wie Lena Gercke sich selbst zur Marke gemacht hat

Von der Skizze zur GmbH: Wie Lena Gercke sich selbst zur Marke gemacht hat
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Lesezeit4 Min · 748 Wörter

Model, Moderatorin, Unternehmerin: Lena Gercke hat sich nicht auf dem Catwalk ausgeruht, sondern ein Mode-Label aufgebaut, das inzwischen ganz allein auf ihren Schultern steht. Ein Gespräch über Bauchgefühl, Business-Drive und warum man manchmal einfach machen muss.

Liebe Lena, heute reden wir mit der Unternehmerin Lena Gercke. Du hast ja bei GNTM angefangen und bist dann in New York als Model unterwegs gewesen. Wann kam die Entscheidung, selbst etwas Eigenes zu gründen?

Lena: Als ich in New York war, habe ich sehr viel Inspiration bekommen und gemerkt, dass mich das Modeln allein nicht volkommen erfüllt. Ich wollte immer etwas eigenes kreieren – ein eigenes Produkt, eine eigene Kollektion machen. Ich habe mir damals einfach ein Blatt Papier genommen, Skizzen und Ideen draufgeschrieben. Das war eigentlich die Geburtsstunde davon, dass ich später wirklich ein Label gründen wollte.

Wie ging es danach weiter – speziell beim Aufbau deiner Firma?

Als ich zurück in Deutschland war wurde gefragt, ob ich nicht für ein Fashion-Unternehmen arbeiten möchte. Aber ich wollte nicht nur einfach für das Unternehmen modeln oder das Gesicht dafür werden. Ich habe ihnen von meiner Vision erzählt zunächst eine eigene Kollektion machen zu wollen. Damit haben wir erstmal ganz klein und ohne großen Plan gestartet – Step by Setp und Learning by Doing. Wir haben getestet, was gut ankommt, was mir gefällt und so ist LeGer  entstanden. Nach einer Kollektion enstanden die nächsten und nach ein paar Jahren wurde daraus eine GmbH, wo ich jetzt auch Geschäftsführerin bin.

Du hast also diesen Schritt ins Unternehmertum gewagt. Was nimmst du aus deiner Zeit als Model und Moderatorin mit?

Dass ich offen für neue Ideen bleibe und immer mit Menschen zusammenarbeite, die mich ergänzen. Als Model hat man ja permanent mit unterschiedlichen Teams zu tun und lernt, dass man auf sich selbst hören muss. Jetzt habe ich Leute, die all das können, was ich nicht kann: Schnitte, Einkauf, Logistik. Dafür bringe ich meine eigenen Inputs in Design und Marketing ein. Das Zusammenspiel funktioniert nur, wenn jeder seine Stärken einbringt.

Wie sehr nutzt du dafür deine Community und Social Media?

Social Media ist ein wichtiger Teil, gerade weil mein Brand auch ein “Personality Brand” ist. Viele kennen mich durch TV und Model-Jobs. Natürlich holen wir damit auch Kunden ab, die mich vielleicht vorher gar nicht so auf dem Schirm hatten. Ich trage meine Kollektionen, spreche in Posts und Stories darüber. Mir hilft Social Media, direktes Feedback zu bekommen – was super für meine Marke ist.

Du hast auch in Start-ups investiert. Wie triffst du solche Entscheidungen?

Ich investiere vor allem in Themen, die ich spannend finde und wo ich mich auch auskenne. Ein gutes Team ist für mich entscheidend. Wenn ich nicht an das Produkt und die Gründer glaube, mache ich es nicht. Oft schaue ich, was mir selbst gefällt, wo ich einen “Need” sehe, statt nur Marktanalysen durchzugehen. Aber normalerweise konzentriere ich mich lieber auf meine eigenen Firmen und Projekte.

Wie siehst du denn gerade den Gründungsstandort Deutschland und die aktuellen Herausforderungen?

Man merkt, Investoren sind vorsichtiger als früher. Gerade die Fashion-Branche hat es zu diesen Zeiten nicht leicht. Dennoch glaube ich, dass wir hier in Deutschland große Chancen haben. Ich bin aber der Meinung, man sollte jetzt eher auf gesundes Wachstum achten, statt zu schnell zu skalieren. Und gleichzeitig, wenn einen etwas wirklich überzeugt, bin ich für “machen” – egal, ob gerade eine schwere Phase ist oder nicht.

Gibt es etwas, das du rückblickend anders machen würdest?

Wir haben LeGer erst in einer anderen Firma aufgebaut und es war ein großer Aufwand, das später herauszulösen und auf eigene Beine zu stellen. Wahrscheinlich würde ich heute direkt ganz eigenständig anfangen. Aber alles war ein Lernprozess, und genau das hat mich auch nach vorn gebracht.

Hast du noch einen abschließenden Rat an junge Leute, die ihr eigenes Projekt starten wollen?

Setzt klare Prioritäten. Sucht euch ein gutes Team, das dieselbe Vision hat. Seid offen für  Neues und immer dazuzulernen und habt keine Angst, ins kalte Wasser zu springen. Meistens entsteht das Beste, wenn man selbst losgeht und agiert, statt nur zu reagieren. Und am Ende: Baut euch Freiräume für Kreativität – sonst bleibt’s beim Abarbeiten.

Portrait Carsten Puschmann

Carsten Puschmann

Podcast-Host