Warum Frauen im Berufsleben unzufriedener sind als Männer
Frauen sind bei der Arbeit unzufriedener als Männer. Studie zeigt: Stress und Care-Arbeit belasten. Xing-Umfrage enthüllt: Gehalt und Chef sind Wechselgründe.
Warum sind Frauen bei der Arbeit unzufriedener als Männer? Eine neue Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag von Xing wirft ein Schlaglicht auf diese Frage. Die Ergebnisse sind sowohl überraschend als auch alarmierend. Während Männer anscheinend zufriedener mit ihrer beruflichen Lage sind, kämpfen Frauen mit Stress und der Doppelbelastung durch unbezahlte Care-Arbeit. Doch was steckt wirklich dahinter?
Frauen unter Druck: Die Zahlen sprechen Bände
Die Umfrageergebnisse sind eindeutig: Jede fünfte Frau ist mit ihrer Arbeit eher unzufrieden oder sehr unzufrieden. Bei den Männern sind es nur zwölf Prozent. Diese Zahlen stammen aus einer Befragung von mehr als 3.400 berufstätigen Erwachsenen in Deutschland. Interessanterweise ist die Wechselbereitschaft in den letzten Jahren relativ konstant geblieben. 36 Prozent der Befragten sind offen für einen Jobwechsel oder planen konkret einen Abgang. Das ist nur ein Prozent weniger als im Vorjahr.
Warum der Wechsel?
Die Gründe für die Unzufriedenheit und den Wunsch nach Veränderung sind vielfältig. An erster Stelle steht das Gehalt. Viele empfinden es als zu niedrig. Doch auch das Stresslevel spielt eine entscheidende Rolle. Besonders Frauen fühlen sich belastet: 44 Prozent der wechselwilligen Frauen gaben an, unter einem hohen Stresslevel zu leiden, verglichen mit nur 30 Prozent der Männer. Auch die Unzufriedenheit mit dem Chef wird oft als Grund genannt.
Care-Arbeit: Ein unsichtbarer Faktor
Petra von Strombeck, die Chefin der New Work SE, der Muttergesellschaft von Xing, bringt es auf den Punkt: Frauen sind oft in Teilzeit beschäftigt und tragen die Hauptlast der Care-Arbeit. „Es ist kein Wunder, dass enge Zeitfenster für Arbeit und Kinderbetreuung zu einem hohen Stresslevel führen“, erklärt sie. Care-Arbeit umfasst Hausarbeit, Kinderbetreuung und die Pflege von Angehörigen. Laut dem Statistischen Bundesamt leisten Frauen mehr unbezahlte Sorgearbeit als Männer. Diese zusätzliche Belastung ist ein entscheidender Faktor für die Unzufriedenheit am Arbeitsplatz.
Ein Blick auf die Arbeitswelt
Die Arbeitswelt hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Doch offensichtlich nicht genug, um die Bedürfnisse von Frauen ausreichend zu berücksichtigen. Flexible Arbeitszeiten und Homeoffice-Möglichkeiten sind zwar ein Schritt in die richtige Richtung, doch sie reichen oft nicht aus, um die Doppelbelastung von Beruf und Care-Arbeit auszugleichen.
Was kann getan werden?
Um die Situation zu verbessern, ist es wichtig, dass Unternehmen aktiv werden. Mehr Unterstützung bei der Kinderbetreuung, flexible Arbeitszeiten und eine gerechte Bezahlung sind nur einige der Maßnahmen, die helfen könnten. Doch auch die Gesellschaft ist gefragt. Ein Umdenken in der Verteilung von Care-Arbeit könnte langfristig zu einer Entlastung führen.
Die Umfrage zeigt deutlich: Es gibt Handlungsbedarf. Frauen sind unzufriedener und gestresster als Männer. Die Gründe dafür sind vielfältig, doch eins ist klar: Ohne Veränderungen in der Arbeitswelt und der Gesellschaft wird sich daran wenig ändern. Es ist an der Zeit, die Bedürfnisse von Frauen ernst zu nehmen und Lösungen zu finden, die ihnen eine bessere Work-Life-Balance ermöglichen.
Quellen: Xing, wiwo.de