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Wie ein Ex-Autozulieferer die Kurve kriegt

Klaus Geißdörfer, Vorsitzender der Gruppengeschäftsführung der EBM-Papst Gruppe
Foto; picture alliance/dpa | Christoph Schmidt
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EBM-Papst hat mal Lüfter und Ventilatoren für Autos gebaut. Doch mit den sinkenden Preisen, die die Hersteller nur noch zahlten, verloren die Franken den Spaß. 2022 kündigten sie dem letzten Autohersteller die Zusammenarbeit. Seitdem geht es – aufwärts.

EBM-Papst ist aus der 1963 gegründeten Elektrobau Mulfingen (EBM) und dem später übernommenen Lüfterhersteller Papst im Schwarzwald hervorgegangen. Mitgründer und jahrzehntelanger geschäftsführender Gesellschafter war der heute 90-jährige Gerhard Sturm, in dessen Ära ein beispielloser Aufstieg des einstmals kleinen Mittelständlers fiel. EBM-Papst stellt heute Lüfter für praktisch alle denkbaren Anwendungsbereiche her – von der Medizintechnik bis hin zur Gebäudekühlung. Und natürlich für den Einsatz in Datenzentren. Autohersteller, einstmals Stammkunden, sind nicht mehr dabei.

Die Revolution brach im November 2022 aus. Da verkündete das Unternehmen, keine neuen Aufträge aus der Automobilindustrie mehr anzunehmen. Audi war der letzte Partner. Das Raunen in der Branche war gewaltig, der Optimismus, dass es gut geht, verhalten. Doch Papst schaffte den Ausstieg. Ende 2023 war es soweit – die laufende Versorgung bereits eingegangener Verträge wurde natürlich sichergestellt, aber der Abschied war so endgültig, wie er in der Industrie sein kann. Es war der Bruch mit der Tradition: Immerhin hatten die Franken seit den sechziger Jahren Autos, Lastwagen und Busse mit Kühlung versorgt.

Reinhard Schlieker

Der langjährige Wirtschaftsjournalist und Autor Reinhard Schlieker bringt einen breiten Fernsehhintergrund mit. 1991 ist Schlieker in die Redaktion des ZDF-Heute-Journals eingetreten. Im Jahr 2000 wechselte er in die Finanzredaktion des ZDF mit Livemoderationen von der Frankfurter Börse in den aktuellen Nachrichtensendungen. Für Millionen Fernsehzuschauer ist Schlieker das seriöse Gesicht der deutschen Börse. 2001 veröffentlichte er das Buch „Zwischen Reibach und Ruin“. Während der Finanzkrise 2008 arbeitete er zeitweise im Team des ZDF-Studios New York und ab 2010 des ZDF-Studios Washington mit. Schlieker war zuvor für den deutsch-britisch-schweizerischen European Business Channel mit Sitz in Zürich tätig, für den er zeitweise auch als Korrespondent aus Paris und London berichtete.