“Starke Marken brauchen starke Führung“: Wie man zum echten Leader wird

Steve Jobs oder Elon Musk – hinter erfolgreichen Marken stehen charismatische Persönlichkeiten. Sie denken und handeln visionär, verlieren aber nie den Weg zur Machbarkeit aus dem Auge. Ein Gastbeitrag von Dr. Günter Lewald.

Apple-Gründer Steve Jobs ist das Paradebeispiel. Wie Gründer anderer erfolgreicher Marken auch, hatte Jobs eine klare Idee davon, wofür seine Marke stehen soll und wie er dafür die Menschen ansprechen muss. Jobs hat früh verstanden, dass Apples Markenwahrnehmung extrem von seiner Inszenierung profitiert. Für ihn war klar: Menschen verbinden mit Apple bestimmte Gefühle. Und diese hat er ihnen geboten.

Dabei besaß er einen typischen Charakterzug starker Markenführer: Er setzte seine Ideen konsequent durch, andere Meinungen ließ er nur selten gelten. Das machte ihn im Umgang mit seinen Mitmenschen nicht immer beliebt. So schrieb der Video-Spieleentwickler John Carmack über Jobs: „Es war oft frustrierend, er konnte mit einer solchen Selbstsicherheit über Dinge sprechen, bei denen er grundlegend Unrecht hatte.“

So schwierig starke Charaktere erscheinen werden: Starke Marken-Leader tun dem Unternehmen gut. Durch ihre klare Haltung, ihr Durchsetzungsvermögen, ihren Mut und ihre Entscheidungsfreude, gepaart mit visionärem Denken und höchster Markenaffinität.

Visionäre trotz Verluste

Ohne echte Leader können starke Marken nicht funktionieren. Ihnen obliegt es, ein Gefühl von Sicherheit und Vertrauen zu vermitteln. So schafft es Elon Musk zum Beispiel immer wieder, Investoren und Kunden für Tesla zu begeistern. Völlig unabhängig davon, ob die Firma jemals schwarze Zahlen schreiben wird. Musk glaubt schlichtweg an seinen Erfolg. Diese Überzeugung schenkt Vertrauen – bei Kunden wie Anlegern. Und die Mitarbeiter? Selbst nach Musks angekündigter Reduzierung der Belegschaft um fast 10 Prozent zeigten einige Betroffene Verständnis.

Auch Google, Facebook und Apple überzeugten trotz jahrelang tiefroter Zahlen die Anleger. Sie inszenierten sich als glaubhafte und mitreißende Anführer einer großen Marke. Ähnlich verhält es sich auch bei deutschen Startups wie Zalando oder HelloFresh.

Der Leader muss fähig sein, alle von der eigenen Vision zu überzeugen: Von den Gesellschaftern, über diverse Gremien bis zur Belegschaft und schließlich auch den Kunden. Neue und mutige Marken-Innovationen werden vor allem dann erfolgreich umgesetzt, wenn die gesamte Mannschaft hinter den Entscheidungen des Leaders steht.

How to: Leadership

Nicht jeder ist für die Rolle eines Leaders gemacht. Doch wer folgende Tipps beherzigt, kann es schaffen, als Leader Synergieeffekte zwischen Marke und Person herzustellen, die auf den Unternehmenserfolg einzahlen:

  • Ein Leader hat eine Vision. Er brennt für eine Geschäftsidee, ein Produkt, einen Service oder eine Dienstleistung.
  • Marken-Leader glauben aus tiefster Überzeugung an den Erfolg ihrer Idee und zwar auch, wenn alle anderen diese für völlig überzogen oder unrealistisch halten.
  • Leader leiten aus ihrer Vision eine Mission, eine Aufgabe ab, die nicht nur von unmittelbarer Relevanz, sondern auch handlungsleitend für die Menschen ist.
  • Visionäre lassen sich durch nichts von ihrem Weg zum Ziel abbringen – äußere Einflüsse, Gegebenheiten und Umstände sind nur Steine im Weg, die es zu „umschiffen“ gilt. Rückschläge werden dabei als Möglichkeiten gesehen, den eingeschlagenen Weg weiter zu optimieren.
  • Leader verstehen es, ihren Unternehmen eine eigene Kultur zu geben und zwar nicht nur in Form niedergeschriebener Leitbilder, sondern vielmehr in Dimensionen von Einstellung und Verhalten.
  • Begeisterungskraft ist das A und O. Leader nutzen jede Gelegenheit, um über die eigene Marke, das Projekt oder das entsprechende Produkt zu sprechen und so die eigene Botschaft zu vermitteln und mit Begeisterung anzustecken.
  • Schließlich verstehen es Leader, ihre Marken über die eigene Persönlichkeit hinaus auf der Grundlage von strategischen Konzepten zu führen. Der stärkste, reale Ausdruck davon findet sich im Verhalten und der Kommunikation von Führungskräften, Mitarbeitern und Kunden. Apple ist bis heute eines der überzeugendsten Beispiel hierfür.

Bleibt festzuhalten: Ein guter Firmenlenker ist zugleich der oberste Markenhüter. Er lässt sich nicht durch kurzfristige Probleme beirren, sondern bleibt sich selbst treu. Er steht stabil – auch bei stürmischer See – für die Versprechen an seine Zielgruppe ein. Denn ohne eine ambitionierte und durchsetzungsstarke Führungspersönlichkeit verkommt die Marke zur inhaltsleeren Hülse.

Dr. Günter Lewald ist Sprecher der Kölner Agenturgruppe B+D, deren Partner er seit 13 Jahren ist. Sein Interesse gilt der ganzheitlichen, gleichermaßen analogen wie digitalen, Konzeption von Unternehmens- und Markenidentitäten.


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