Alexa belauscht häusliche Gewalt – und ruft die Polizei

Bei Notruf Alexa – ein Zukunftsszenario, das plötzlich gar keines mehr ist? Dass Sprachassistenzen wie Amazon Alexa oder Google Home bequem und stellenweise ganz nützlich sein können, ist kein Geheimnis. Die Kontroverse um die Tatsache, dass man belauscht werden könnte, allerdings auch nicht. Ein Fall aus den USA dürfte der Thematik einen ganz neuen Schwung geben.

Alexa: Retter der Stunde

Medienberichten vom Sender ABC News zufolge kam es in einem Vorort von Albuquerque, New Mexiko zu einem Fall extremer häuslicher Gewalt. Laut Polizeiaussagen hütete Eduardo Barros gemeinsam mit Freundin und Tochter das Haus von Bekannten, als bei einem Streit die Situation eskalierte: Barros zückte eine Waffe und bedrohte seine Freundin – als er ihr die Frage „Did you call the sheriffs?“ stellte, nahm das im Zimmer stehende Google Home die Aufforderung „Call the sheriffs“ entgegen und baute eine Standleitung zum Notruf auf. Der Telefonist konnte das Geschehene mitverfolgen und alarmierte daraufhin ein SWAT-Einsatzkommando.

Nach mehreren Stunden Verhandlung konnte Barros festgenommen werden – die Verletzungen der Freundin konnten vor Ort behandelt werden (psychische Folgen des Vorfalls außen vor gelassen), die Tochter war unverletzt. Gegen den vorbestraften Barros wird nun wegen illegalen Waffenbesitzes, versuchter schwerer Körperverletzung, tätlichen Angriffs und Freiheitsberaubung ermittelt.

„Der unerwartete Einsatz dieser Technologie hat womöglich dazu beigetraten, ein Menschenleben zu retten“, so Polizeibeamter Manuel Gonzalez.

Eine kontroverse „Heldentat“?

Dass das Smart-Home-Device hier Schlimmeres verhindert hat, ist hier zwar kaum abzustreiten. Die Sorge vieler Nutzer, dass Alexa & Co ständig mitlauschen und damit vielleicht auch Dinge mitbekommen, die sie nicht mitbekommen sollten, bekommt durch den Fall allerdings Aufwind. Bemerkenswert war auch der Mordfall, bei dem Amazon Mitschnitte aus dem Echo an die Polizei übergab.


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