Aufgemerkt: Zehn Impulse für mehr Resilienz in eurem Leben

Psychologische Resilienz bedeutet, schwierigen Situationen flexibel zu begegnen – und an ihnen wachsen zu können. Wer die instinktiven Stressreaktionen (Fight, Flight, Freeze) überwinden und statt mit dem Rückenmark mit Herz und Hirn reagiert, lebt glücklicher. Hier einige Impulse für den Weg zu einem resilienteren Leben.

10. Stark sein heißt nicht, sofort nach dem Hinfallen wieder aufzustehen. Stark sein heißt vor allem, so lange weiter zu kriechen, bis du wieder laufen kannst. Viele von uns wuchsen mit dummen Sprüchen wie „Indianer kennen keinen Schmerz“ auf. Arbeite daran, sie aus deinem Hirn zu löschen!

9. Niemand kann dich ärgerlich machen, oder traurig oder glücklich — außer du selbst. Wir alle verstehen das rational, aber nur wer es kapiert, kann mit seinen Emotionen in Frieden sein. Der Weg dahin führt (auch) über Achtsamkeit—frage dich beim kleinsten Gedanken, jemand anders hätte eine deiner Gefühle „gemacht,“ ob es tatsächlich so ist.

8. Du wirst wie die Menschen, mit denen du am meisten Zeit verbringst: Freunde, Partner, Kollegen, Chefs. Wähle sie weise und steuere, für wen du mehr und für wen weniger Zeit investierst.

7. Manchmal ist der Mindfuck unvermeidlich, und Gedanken spiralisieren ins Schwarze. Das kann okay sein, denn die dunklen Momente erleichtern es dir, das Schöne zu würdigen. Im Tunnel hilft oft nur atmen, atmen, atmen, deshalb übe es vor der nächsten Abwärtsspirale.

6. Das berühmte Geschwätz von gestern ist tatsächlich oft nur: Geschwätz. Es gibt keinen Grund, heute derselbe Mensch zu sein wie gestern. Mit welchen Argumenten hältst du dich beständig davon ab, unbeständig (sprich: flexibel) zu sein?

5. Wachstum ist so schnell, wie du es zulässt. Bei guten Therapeuten verlieren Menschen 40 Jahre alte Ängste in 40 Minuten: Wenn sie es sich erlauben. Nur du selbst kannst dir erlauben, dich immer wieder selbst upzudaten.

4. Du wirst sterben. Ja, du. Aber der Standard-Tipp, die eigene Grabesrede zu schreiben und das Leben daran auszurichten, bringt meist nur noch mehr Stress. Denk weiter: Irgendwann existiert die Erde nicht mehr – und das Universum. Je deutlicher die Vergänglichkeit ist, desto schöner wird die Gegenwart. Atmen!

3. Du bist, was du tust – und nicht, was du denkst. Welche tagtäglichen konkreten Aktionen können dich näher an dein Ideal-Selbst-Bild bringen? Mach’s wie mit der Zahnseide: Übe jeden, jeden, jeden Tag eine Gewohnheit, je einfacher, umso besser.

2. Quitters are losers? Vergiss den Quatsch! Unterscheide zwischen Scheitern und produktivem Aufhören. Lass alles sein, was dich nicht weiterbringt.

1. Hör auf die Stewardess: Wenn die Sauerstoffmasken aus der Klappe fallen, hilf zunächst dir selbst, dann allen anderen. Egoistisch? Nein, ego-logisch: Nur wenn du es dir gut gehen lässt, kannst du mit dir und den Menschen aus Punkt 8 gut leben. Und am Ende kommt’s wirklich nur darauf an.

 


Mathias Maul

Mathias Maul debuggte erst Software, später Menschen. Nach zehn Jahren in seiner Praxis für Psychotherapie führt er heute eine Content-Strategie-Agentur und coacht seine Klienten in den Dünen von Sylt oder Londoner Parks.

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