AI: Forscher aus Stanford entwickeln Chatbot, der Depressionen erkennen soll

Wir müssen über Depressionen sprechen. Schwieriges Thema, aber es findet immer noch zu wenig Platz in der Öffentlichkeit und gerade am Arbeitsplatz ist geistige Gesundheit noch viel zu oft ein Tabuthema. Schwer zu glauben eigentlich, wenn man bedenkt, dass nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums weltweit ca. 350 Millionen Menschen darunter leiden. In Deutschland sind es etwa 5,3 Millionen Betroffene.

Gerade weil das Thema Depression so wenig thematisiert wird, ist die Hemmschwelle, sich jemandem anzuvertrauen sehr groß. Oft wissen Betroffene auch gar nicht, was mit ihnen los ist oder wo sie Hilfe finden. Psychologen an der Stanford University haben nun einen Chatbot für den Facebook Messenger entwickelt, der Depressionen und Angstzustände erkennen und auch bis zu einem gewissen Grad therapieren soll.

Wichtig: Die Entwickler weisen darauf hin, dass der Bot keinesfalls professionelle Hilfe ersetzen kann. Psychiater, psychologische Psychotherapeuten und Ärzte sind weiterhin die erste Adresse für einen Genesungserfolg. Trotzdem kann der Bot helfen, die lange Wartezeit auf einen Therapieplatz zu überbrücken, sagt die Deutsche Depressionshilfe. Menschen, die schon länger mit Depressionen leben und sich daher besser mit ihrem Verlauf auskennen, können den Bot auch als eine Art Stimmungs-Tracker nutzen: Der Bot bietet an, den User jeden Tag nach Stimmung und Energie-Level zu befragen und analysiert so wöchentlich die Stimmungsschwankungen. So kann früh besser auf Warnzeichen geachtet, und ein geeigneter Therapeut gefunden werden.

Man sollte jedoch nicht zu viel erwarten. Der Bot legt das Konversationsschema fest, wer sich zu weit davon entfernen möchte, wird enttäuscht: Der Bot bleibt dann eine Antwort schuldig.

Depressionen Chatbot Facebook Messenger

 

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Menschen, die unter Depressionen leiden und/oder Suizidgedanken haben, finden bei der Telefonseelsorge online oder telefonisch unter den kostenlosen Hotlines 0800-1110111 und 0800-1110222 rund um die Uhr Hilfe. Direkte Anlaufstellen sind Hausärzte sowie auf Suizidalität spezialisierte Ambulanzen in psychiatrischen Kliniken. Eine Übersicht über Beratungsangebote gibt es etwa bei der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.


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