Burger aus Insekten: Dieses Startup möchte eure Ernährung revolutionieren

Zum 1. Januar tritt die neue EU-Verordnung in Kraft, die Insekten zum ersten Mal als neuartige Lebensmittel einstuft. Was bedeutet diese Neuregelung konkret für euer Business? 

Wir werden Insekten endlich auf dem deutschen Markt anbieten dürfen. Das ist das, worauf wir seit Gründung der Bugfoundation hingearbeitet haben. Ob das letztendlich am 1.Januar oder 1.März der Fall sein wird, können wir noch nicht konkret sagen. Unser Züchter reicht das Dossier bei der EU ein, um die Unbedenklichkeit von Insekten nachzuweisen. Dann dauert es eine Weile bis die EU das alles geprüft hat. Eine sog. „Transition Period“ ermöglicht aber, dass Unternehmen, die schon legal auf dem Markt waren, weiterhin auf dem Markt bleiben dürfen.

Sind wir in Deutschland überhaupt schon dafür bereit, Insekten als Nahrungsmittel anderen vorzuziehen? 

Es wird langsam losgehen. Aber grundsätzlich sind auch die Deutschen dafür bereit. Das sehen wir an den vielen Anfragen, die wir jeden Tag bekommen. Auch beim Handel ist das Interesse groß. Ein klares Zeichen dafür, dass der Markt bereit ist.

Priorität hat, dass man Produkte schafft, die gut schmecken und gleichzeitig optisch nicht abschrecken. Tatsächliche Innovationen hatte man in Deutschland in der Lebensmittelindustrie lange nicht. Ich denke, Insekten bringen zu viele Vorteile mit sich, als dass man einfach so an ihnen vorbeikommen wird.

Werden wir in Zukunft uns alle nur noch von Insekten ernähren? 

Das hoffe ich nicht. Die Bugfoundation steht für Vielfalt. Wir wollen niemandem vorschreiben, ob er Insekten essen soll und schon gar nicht, das nur noch ausschließlich zu tun. Grundsätzlich ist keine einseitige Ernährungsweise zu empfehlen. Unser Ziel ist es vielmehr, eine neue Sparte aufzumachen. Eine Ergänzung zur bisherigen Ernährung zu bieten und gleichzeitig aufzuklären.

Sind denn Insekten-Startups das nächste große Ding? 

Food-Start-Ups sind auf jeden Fall die Laboratorien der Lebensmittelindustrie. Das steht fest. Insofern sind sie generell unglaublich gefragt. Ob Insekten DAS nächste große Ding werden, können wir nicht sagen – wir sind ja keine Hellseher. Mit unseren wirklich schmackhaften Burgern sehen wir aber definitiv das Potential im Mainstream anzukommen.

Sind da andere Länder schon weiter?

In den USA sind sie, wie so oft, schon weiter. Dort gibt es viele Zuchtfarmen. Der einzige Unterschied ist, dass in den USA hauptsächlich Heuschrecken und Grillen gezüchtet werden. In den USA gibt es schon viele Unternehmen, die zum Beispiel Chips, Kekse, Bolognese aus Insekten herstellen. Da ist man auf jeden Fall schon breiter aufgestellt.
Insbesondere in der Gesetzgebung sind aber auch europäische Länder wie die Niederlande oder Belgien schon wesentlich weiter. Während in Deutschland noch über die Zulassungsmodalitäten gestritten wird, sind insektenbasierte Produkte dort schon seit Jahren zugelassen.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

 

In unserer Ausgabe 06/2017 ist Baris Özel auch Teil unserer Watchlist 2018. Darin porträtieren wir 100 Gründer, Macher, Kreative, von denen wir im kommenden Jahr noch hören werden. Mehr Infos gibt es hier.

 


René Krempin

René Krempin hat Kultur- und Medienwissenschaften studiert und über mehrere Stationen bei Print- und Online-Medien den Weg in die Agentur gefunden. Bei OSK arbeitet er als Online- und Social-Media-Redakteur. Mit großem Interesse verfolgt er unter anderem die Entwicklungen in der eSports-Szene. In seiner Freizeit ist er aber auch gerne analog unterwegs: mit Freunden auf dem Bolzplatz.

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