Productivity & New Work Open Data: Wenn Jogging-Apps geheime Militärbasen verraten

Open Data: Wenn Jogging-Apps geheime Militärbasen verraten

Diese Leute, die um sechs Uhr morgens in körperformenden Funktionsleggins am verstreuten und höchstens halbwachen Selbst vorbeijoggen, haben immer öfter jene transparenten Täschchen am Oberarm, in denen das Handy steckt. Da kann man sich sicher sein, diese Leute lassen sich tracken. Zur Optimierung der eigenen Leistung, zum sharen mit der sich gegenseitig anspornenden Community, zum Festhalten der eigenen Routenhistorie und vor allem auch zur Freude des Entwicklers, der sich ohne großen Aufwang Unmengen von Daten abgreifen kann. Runtastic zum Beispiel wird in Deutschland gerne genutzt. Auch Strava ist so eine Tracking-App. Die haben, basierend auf Open Street Map nun eine Heatmap veröffentlicht, die wohl sämtliche Aktivitäten von Nutzern weltweit zeigt, mittlerweile 3 Billionen Datenpunkte. Und plötzlich waren damit angeblich auch Standorte von geheimen US-Militärbasen öffentlich, denn – oh Wunder – Soldaten joggen auch.

Darauf gestoßen ist der Analyst Nathan Ruser in Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Institut für Konfliktanalysen. Heraus kam, dass einige Soldaten die App wohl ganz normal benutzt haben und sich regelmäßig tracken ließen. So könnten nun Rückschlüsse auf deren Standorte gezogen werden, wie zum Beispiel in Syrien. „If soldiers use the app like normal people do, by turning it on tracking when they go to do exercise, it could be especially dangerous“, tweetete Ruser am Samstag.

Sicherheitsanalyst Tobias Schneider, der sich ebenfalls mit dem Thema beschäftigte, erklärte der Washington Post die Fülle von Wissen, die sich über Personen gewinnen lasse, die allzu bereitwillig solche Daten teilen: „You can see a pattern of life. You can see where a person who lives on a compound runs down a street to exercise. In one of the U.S. bases at Tanf you can see people running round in circles.“

Entwickler Strava verteidigt sich damit, dass die sichtbaren Daten anonymisiert seien und Nutzer zudem die Option hätten, ihre Spuren nicht öffentlich zu machen. Dafür genüge ein Klick auf die Option „private“.

 

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