Fünf Gründer, die mit ihrem unkonventionellen Denken ihre Branche revolutioniert haben

 

Emmanuelle Charpentier und Jennifer Doudna, Entwicklerinnen der CRISPR/Cas-Methode

Emmanuelle Charpentier Jennifer Doudna
Emmanuelle Charpentier (rechts) und Jennifer Doudna

Die revolutionierte Branche:

Die Biotechnologie. Denn mit der CRISPR/Cas-Methode wurden der Gentechnik ganz neue Möglichkeiten gegeben: Genabschnitte können nun aus Organismen im Handumdrehen entfernt oder eingefügt werden.

Was sie anders machen:

Mit CRISPR können Gene eingefügt, entfernt oder ausgeschaltet werden und das nach Belieben und gezielt. Es ist eine einfache, preiswerte, leicht verfügbare, punktgenaue und effiziente Technik. In der Pflanzenzüchtung beispielsweise wurden Pflanzen teils mit radioaktiver Strahlung beschossen, um zufällige Mutationen hervorzubringen (Mutagenese). Es wurde mit Kanonen auf Spatzen geschossen, CRISPR ist da eher ein Scharfschütze. Und auch in der Medizin sind bahnbrechende Neuerungen erwartbar: Warum noch ein Medikament gegen Krebs suchen, wenn man irgendwann die entsprechenden Gene einfach herausschneiden kann?

Anekdote:

Die Anwendung von CRISPR ist derart einfach, dass es für kleines Geld DIY-Bausätze fürs Gott spielen im eigenen Heim gibt. Das amerikanische FBI beobachtet die Entwicklung mittlerweile, aus Angst vor kriminellen oder gar terroristischen Verwendern.

Historisches Vorbild:

Gregor Mendel züchtet Pflanzen-Hybriden und ist somit einer der ersten Genetiker. Viel später versprechen genmanipulierte Nahrungsmittel reichere Erträge und weniger Schädlingsanfälligkeit. Genmanipulation geht jedoch oft mit zufälligen Mutationen einher. Die Zielgenauigkeit von CRISPR ist unerreicht.

Kritik:

CRISPR lässt das Designerbaby in greifbare Nähe rücken. Auch Eingriffe in die Keimbahn, also genetische Veränderungen, die dann weiter vererbt werden, sind möglich. Neben ethischen Fragen ist also unsicher, wie man außer Kontrolle geratene Gen-Experimente wieder einfangen kann. Oder dass sich eine Art genetisch verbesserte Menschenklasse herausbildet.

Perry Chen, Yancey Strickler und Charles Adler, Gründer von Kickstarter

Perry Chen, Yancey Strickler und Charles Adler Kickstarter
Charles Adler, Perry Chen und Yancey Strickler (v.l.n.r.)

Die revolutionierte Branche:

Finanzierung von Projekten, Produkten und Ideen. Vormals finanzierten Banken und reiche Privatleute Projekte, von denen sie sich Gewinn versprachen. Platz für skurrile Ideen gab es kaum. Kickstarter änderte das.

Was sie anders machen:

Kein Businessplan, keine Sicherheiten, keine langen Anträge; eine geile Idee ist vollkommen ausreichend. Kickstarter demokratisiert die Finanzierung von Projekten. Zugegeben, oft sind es eher Kleinigkeiten wie das Spiel Exploding Kittens, doch ohne Kickstarter gäbe es eben vieles nicht. Und der Schwarm entscheidet weise, denn nicht jedes Quatsch-Produkt kann sich durchsetzen.

Anekdote:

„I’m making potato salad.“ – mehr stand nicht in der Beschreibung von Zack Danger Browns Kickstarter. Und der Erfolg ließ selbstverständlich nicht lange auf sich warten. Rund 5000 Menschen finanzierten mit etwa 70000 Dollar seinen Wunsch, einen Kartoffelsalat zu machen. Dabei wollte Zack eigentlich nur 10 Dollar haben. Er machte seinen Kartoffelsalat, den Rest des Geldes spendete er.

Historisches Vorbild:

Genossenschaften. Bei diesem uralten Konstrukt geben Ottonormalbürger einen Teil ihres Geldes an ein großes Ganzes, was ihnen finanzierungswürdig erscheint. Durch ihren Beitrag werden sie zu Genossenschaftlern. Dass diese Leute wie bei Kickstarter aus aller Herren Länder kommen und auch die Art der finanzierten Projekte hab es jedoch vorher nicht.

Kritik:

Es kam leider zu einigen Betrugsfällen, bei denen das gespendete Geld nach Erhalt der Prämie wieder zurückbeordert wurde. Abgesehen davon wird bei Kickstarter auch ziemlich großer Mist gefördert. Aber das muss jeder Spender mit sich selbst ausmachen.

Hier geht es weiter zu den nächsten Gründern.


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