Leadership & Karriere Whatsapp-Founder gibt Einblick in die frustrierende Beziehung zu Mark Zuckerberg

Whatsapp-Founder gibt Einblick in die frustrierende Beziehung zu Mark Zuckerberg

Als im März der Cambridge-Analytica-Skandal hochkochte, der Facebooks Image massiv beschädigte, tweetete Whatsapp-Gründer Brian Acton: „Es ist Zeit. #deletefacebook.“ Kurz zuvor hat er Facebook, welches den Messaging-Dienst vor mehr als vier Jahren gekauft hatte, verlassen. Erst jetzt hat er sich im Forbes-Magazin erklärt und Einblicke in die Vorgänge gegeben, die damals zum Bruch mit Mark Zuckerberg und Sheryl Sandberg führten. Sie zeigen die Frustration des Gründers, die gerade auch die beiden Instagram-CEOs Kevin Systrom und Mike Krieger dazu veranlasst haben, Facebook zu verlassen.

Ausschlag hätten unterschiedliche Vorstellungen über die Monetarisierung von Whatsapp gegeben. Zuckerberg und Sandberg, ganz in der Logik des Facebook-Geschäftsmodells, hätten Druck ausgeübt, um gezielt Anzeigen zu schalten und kommerzielles Messaging betreiben zu können. Die Whatsapp-Verschlüsselung stand dem im Weg. Eine Philosophie, der Acton, für den Verschlüsselung und Werbefreiheit die Kernelemente seines Produkts darstellten, diametral entgegenstand. Zunehmend frustriert, sei Acton irgendwann an den Punkt gekommen zu sagen „ihr wollt diese Dinge tun, ich nicht. Besser, ich gehe euch aus dem Weg. Und das tat ich.“ Dafür verzichtete Acton sogar auf etwa 850 Mio. Dollar, denn die letzten ihm zustehenden Aktienanteile hätte er erst in einem Jahr bekommen.

„Ich verkaufte die Privatsphäre meiner User“

Es ist eine Frustrierte-Gründer-Geschichte, die eigentlich abzusehen war, wo doch die Geschäftsmodelle beider Unternehmen von Anfang an so unterschiedlich waren: Facebook verdient Geld damit, alles über seine Nutzer zu wissen, bei Whatsapp schätzte man Privatsphäre. Entsprechend kritisch zieht Acton auch Bilanz über sich selbst: „Ich verkaufte die Privatsphäre meiner User für höheren Gewinn. Ich traf eine Entscheidung und machte einen Kompromiss. Und ich lebe jeden Tag damit.“

Irgendwann entschied Facebook dann, gezielte Werbung im neuen Status Feature schalten zu wollen und verfolgte Pläne, Tools an Unternehmen zu verkaufen, die sie dann zum Beispiel dazu befähigten, direkt mit Kunden zu kommunizieren. Acton stellte ein anderes Businessmodell vor: man könnte, nach einer bestimmten Anzahl an Gratisnachrichten, zum Beispiel ein Zehntel Cent verlangen. Eine Idee, die Sheryl Sandberg abgeblockt hätte: „Sie sagte, es wird nicht skalieren.“

Nachdem Acton später in Zuckerbergs Büro zitiert worden war, wo auch ein Anwalt anwesend war – es ging um eine Klausel, durch die Acton frühzeitig alle Aktienanteile bekommen hätte, wenn Facebook Maßnahmen zur Monetarisierung ohne sein Einverständnis umgesetzt hätte – beschloss er, nicht zu kämpfen. „Das ist wahrscheinlich das letzte Mal, dass du mit mir sprechen wirst“, hätte Mark Zuckerberg ihm noch mitgegeben.

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