4Ocean macht aus der Meeressäuberung ein lukratives Business

Eigentlich wollten Andrew Cooper und Alex Schulze nur Wellen reiten. Als die beiden passionierten Surfer 2015 die indonesische Insel Bali besuchten, ein Mekka für Wellenreiter aus aller Welt, verging ihnen aber schnell die Lust. An den Stränden und auf dem Wasser türmte sich der Plastikmüll. Die beiden US-Amerikaner beobachteten, wie Fischer ihre Netze von den Kunststoffteilen befreiten – und die Plastiktüten, Flaschen und Verpackungen wieder zurück ins Meer warfen. Cooper und Schulze wollten von den Einheimischen wissen, warum sie das taten. Die Antwort der Fischer: „Wir werden nicht dafür bezahlt, Plastik aus dem Meer zu fischen, sondern Fische.“

Mit Umweltschutz Geld verdienen

Für die beiden Surfer aus Florida war das die Initialzündung, das Eine, Umweltschutz, mit dem Anderen, (finanzielle) Anreize zu schaffen, zu verbinden. Also gründeten Cooper und Schulze Anfang 2017 4Ocean, ein Unternehmen, das aus der Meeressäuberung ein Business macht. Das Geschäft funktioniert dabei so: 4Ocean bietet Armbänder, die aus dem gesammelten Plastikmüll hergestellt werden, zum Verkauf an. Mit dem Kauf erhält man das Versprechen, dass die Einnahmen aus jedem Verkauf ein Pfund Müllentsorgung finanzieren. Ergo: Je mehr Armbänder 4Ocean verkauft, desto mehr Müll wird entsorgt.

Mehr als 40 Prozent der Einnahmen sollen direkt in die Aufräumarbeiten fließen. Weitere zehn Prozent werden an gemeinnützige Naturschutzorganisationen weitergeleitet. Nach eigenen Angaben will man bis heute über zwei Millionen Pfund an Müll, also etwas mehr als 900 000 Kilogramm, aus den Meeren und von den Stränden befreit haben sowie mit dem Verkauf der Armbänder mehr als 30 Mio. US-Dollar eingenommen haben.

Die zwei Gründer schauen also zufrieden auf das vergangene Jahr zurück. Aber es bleibt noch viel Arbeit. Nach Darstellung des WWF gelangen jedes Jahr etwa 4,8 bis 12,7 Millionen Tonnen Plastikmüll in die Meere. Und nicht zuletzt trägt die steigende Weltbevölkerung dazu bei, dass mehr und mehr Müll produziert wird und nicht nachhaltig entsorgt wird.

Initiativen, um etwas gegen die zunehmende Umweltverschmutzung durch Plastikmüll zu tun, gibt es dennoch einige. Im vergangenen Sommer startete etwa mit „Ocean Cleanup“ die größte Meeressäuberungsaktion der Geschichte. Das macht Hoffnung.


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