Drei denkwürdige Momente beim diesjährigen Super Bowl

Für viele ist der Super Bowl das Mega-Event des Jahres. Letzte Nacht (MEZ) trafen in Atlanta im Endspiel der National Football League (NFL) die New England Patriots auf die Los Angeles Rams – und Millionen von Zuschauern vor den Empfangsgeräten waren mit dabei. Das Finale konnten die New England Patriots mit ihrem Alt-Superstar Tom Brady für sich entscheiden. Was sonst noch passierte und wissenswert ist, erfahrt ihr hier:

Cardi B als politische Galionsfigur

Nach dem 53. Super Bowl gingen nicht nur die New England Patriots als Sieger vom Platz, sondern auch eine Person, die gar nicht anwesend war: Cardi B. Die US-Rapperin lehnte es im Vorfeld ab, in der Halbzeitshow aufzutreten – und bewies damit politisches Rückgrat. In einem Interview mit der Associated Press erklärte Cardi B, dass es ihr nicht leicht gefallen sei, diese Entscheidung zu treffen. Die Ereignisse um den NFL-Spieler Colin Kaepernick, der eine landesweite Debatte um Rassismus und Polizeigewalt ausgelöst hatte, indem er während der Nationalhymne auf die Knie ging – und dafür seinen Job verlor, ließen ihr aber keine andere Wahl. „Ich verzichte auf viel Geld. Aber es gibt einen Mann, der seinen Job geopfert hat, also sollten wir hinter ihm stehen“, sagte Cardi B gegenüber der Associated Press. Ihr Verzicht war also klar als politisches Statement zu verstehen – gegen Polizeigewalt gegen schwarze US-Amerikaner und gegen Trump, der erwartungsgemäß null Verständnis für die Aktion hatte. Auch die Künstler Jay Z und Rihanna hatten im Vorfeld eine Performance beim Super Bowl abgelehnt.

Ganz verzichten mussten die Zuschauer in diesem Jahr auf Cardi B dann aber doch nicht. In einem Pepsi-Spot trat die Rapperin neben Lil John und dem Comedian Steve Carell auf. Die Message: Pepsi ist mehr als nur okay. Wir finden: Es ist mehr als nur okay für seine (politischen) Ideale geradezustehen – und dabei auf eine Menge Cash und vielleicht eine einmalige Karrierechance zu verzichten. We like it.

Männersache

Zum ersten Mal in der Geschichte des Super Bowls traten zwei männliche Cheerleader auf. Quinton Peron und Napoleon Jinnies heizten im Cheerleading-Team der Los Angeles Rams ihrer Mannschaft und den Fans ein. Seit März 2018 sind Peron und Jinnies Teil des Teams. Zwar gab es in der Vergangenheit schon männliche Tänzer, die etwa Hilfestellungen bei akrobatischen Einlagen gaben, als wirkliches Mitglieder der Cheeleader wurden sie aber nicht gesehen. Das ist jetzt vorbei. Das 53. Super-Bowl-Finale hat auch im Cheerleading ein neues Kapitel aufgeschlagen.

Ein Ei macht Karriere

Erinnert ihr euch noch an das Instagram-Ei, das aus dem Nichts kam und zum meist gelikten Foto wurde? Dieses Ei tauchte im Zuge des diesjährigen Super Bowl wieder auf. Kurz vor dem Event postete der Account ein Update. Es zeigte erneut ein Ei, diesmal aber mit Rissen und einer Naht, wie man sie von einem Football kennt. Die Bildunterschrift lautete: „Das Warten hat ein Ende. Die Enthüllung folgt diesen Sonntag beim Super Bowl.“

 

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The wait is over 😅 All will be revealed this Sunday following the Super Bowl 👀 Watch it first, only on @hulu. #EggGang #WeGotThis #TalkingEgg

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Kurze Zeit später war klar, worum es ging: In einem Spot, der zuerst auf der Streamingplattform Hulu ausgestrahlt wurde – und der in Kooperation mit eben diesem Streaminganbieter entstand, sollte auf die gesundheitlichen Folgen von exzessiver Social-Media-Nutzung aufmerksam gemacht werden.

Was das Ei, beziehungsweise die Schattenseiten von unkontrollierbarem Social-Media-Konsum mit Streaming zu tun hat (offensichtlich geht es bei der Kampagne um den Druck, sich auf Social-Media möglichst perfekt inszenieren zu müssen), wissen wir auch nicht. Das kann Hulu aber auch egal sein. Die Währung lautet: Aufmerksamkeit – und die hat das Ei offensichtlich zu genüge.

Natürlich war der diesjährige Super Bowl auch wieder einmal eine einzige Gala-Vorstellung an besonders kreativen und aufwendig produzierten Werbespots. Die „Besten“ hat das Time-Magazin im folgenden Video zusammengestellt:


Business Punk Redaktion

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