Instagram-Profile verkaufen: 23-Jähriger macht 120.000 Dollar

„Und was machst du so beruflich?“ Ramy Halloun könnte auf diese Floskelfrage knapp antworten: „Instagram.“ Der 23-Jährige ist jedoch kein Content Creator, der seine Follower via Selfie-Kamera an seinem spannenden Leben teilhaben lässt, sondern er verkauft Instagram-Accounts. Seit fünf Jahren macht er das schon, insgesamt hat er damit laut „MarketWatch“ 120.000 Dollar gemacht.

„Ich habe einen Fashion-Instagram-Account angelegt, weil ich Fashion mag. Leute folgten mir, und dann habe ich sie für 30 Dollar verkauft“, erzählt er der Finanznews-Seite seine Anfänge. Inzwischen bietet er auf seiner Seite „TooFame“ verschiedene Accounts an, die sich jeweils Nischeninteressen wie Autos, Anime oder knapp bekleideten Frauenhintern widmen. Die Followerzahlen variieren von drei bis 14 Tausend, die Preise von 95 bis 275 Dollar.

So läuft das Geschäft und deswegen lohnt es sich

Das Modell ist ein simples. Entweder neue Accounts anlegen, hochziehen und verkaufen oder bereits bestehende übernehmen, mit Followern versorgen und weiter verkaufen. Der Content stammt meist von anderen Seiten. Quelle: Internet. Will man einen Account kaufen, bezahlt man bei Halloun über PayPal. Sobald das Geld überwiesen wurde, schickt er den Kunden dann die Login-Daten.

Shop-Übersicht von „TooFame“

Der Verkaufspreis ist dabei nicht nur von der Abonnentenzahl abhängig, sondern auch von dem Engagement der Follower und der Aktivität des Accounts. Heißt, eine Seite, die oft postet und dafür viele Likes und Kommentare kassiert, ist wertvoller als eine Seite, die zwar mehr Abonnenten, aber nur sehr wenige Likes auf den seltenen Posts vorweisen kann. Niemand will Accounts, für dich sich nur Bots interessieren.

Bei diesem Business geht es also nicht um Selbstdarstellung oder Ego-Streicheleinheiten durch Likes. Die Währung sind Follower. Je größer und organischer der Account, umso mehr sind Firmen bereit, Werbedeals einzugehen. Oder andere Accounts erkaufen sich Shoutouts. Falls ihr euch mal gefragt habt, warum eure Lieblings-Memeseite so oft Werbung für andere Accounts macht: So verdienen die Geld.

Was man wissen muss

Klingt alles so, als ob man sofort selbst damit loslegen könnte, oder? Der Haken: Instagram verbietet den Handel von Profilen. So heißt es in den Nutzungsbedingungen: „Du darfst nicht versuchen, irgendeinen Teil deines Kontos (einschließlich deines Benutzernamens) zu kaufen, zu verkaufen oder zu übertragen.“ Das ist recht unmissverständlich. Aber setzt sich Instagram auch durch?

Laut Brandwatch nutzen 500 Millionen Menschen täglich die App. Bei dieser Menge von Profilen noch zu kontrollieren, wer eventuell wem was verkauft, ist in etwa so schwer, wie beim Ausprobieren der Selfie-AR-Filter keine Grimassen zu schneiden.

Immer wieder gibt es jedoch Säuberungswellen, mit denen Seiten mit Fremdcontent gelöscht werden. Erst im Juli 2019 verschwanden Meme-Seiten mit einer Größe von beispielsweise 500 Tausend Abonnenten.

Es ist also ziemlich riskant, sich bei der Bezahlung der Miete auf solche Instagram-Seiten zu verlassen. Dann lieber doch lieber irgendwas mit Videospielen.

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