Anti-Reseller: Wie ein Skateshop mit Sneakerbildern tausende Euros macht

Wenn uns einer vor ein paar Jahren erzählt hätte, dass es Menschen gibt, die für ihre Sneaker mehrere tausend Euro zahlen, hätten wir das alles für einen schlechten Scherz gehalten. Heute wissen wir: Es gibt sie wirklich. Die sogenannten Sneakerheads jagen einen limitierten Sneaker nach dem Anderen und geben dafür Unmengen an Geld aus. Außerdem ist so ein Kauf von limitierten Sneakern zeitaufwendig.

The hype is real

Wer im Geschäft vor Ort gehypte Sneaker ergattern will, muss an Campouts teilnehmen. Das heißt, die Leute campen ein Tag vor Release vor den Stores um die heißbegehrten Schuhe zu bekommen. Auch wer im Online-Store limitierte Editionen kaufen möchte, muss eine halbe Stunde vor dem Drop auf der Seite sein um alle möglichen relevanten Daten, wie beispielsweise die Zahlungsmethode, zu hinterlegen. Beim Kauf selbst bleibt keine Zeit dafür. Und dann heißt es warten und die Website refreshen. Und natürlich hoffen, dass die Server nicht abstürzen vor man den Bestellungsprozess beendet hat.

Schon längst ist der Kauf von angesagten Sneakern nicht mehr nur ein Hobby. Reseller verkaufen die Schuhe im Nachhinein auf Plattformen wie Ebay zu horrenden Preisen. Sneaker für über 1000 Euro? – Keine Seltenheit. Und weil sich so einfach Geld mit dem Wiederverkauf von limitierten Schuhen machen lässt, wurden extra Bots entwickelt, die automatisiert den eben erklärten Online-Bestellungsprozess übernehmen. Zum Leid aller echten Sneakerheads und zum Leid der Sneakerstores. Denn durch die unzähligen Serveranfragen der Bots ist es keine Seltenheit, dass diese dann abstürzen.

Doch nun hat der Skateshop „Bonkers“ aus Frankfurt am Main den Bots den Kampf angesagt. Beim letzten Sneaker-Drop verkaufte der Store die Schuhe ausschließlich im Laden. Reservieren konnte man die Schuhe – old school – übers Telefon. Über ihren Online-Store verkauften sie lediglich digitale Bilder des Schuhs. Im Online-Bestellungsprozess wurde mehrmals darauf hingewiesen, dass es sich lediglich um sieben digitale Bilder des Schuhs für 70 Euro handelt und diese vom Rückgaberecht ausgeschlossen sind.

Wer also lesen kann, der wusste worauf er sich einlässt und hat vermutlich die Finger von den teuren Bildern gelassen. Wer nicht lesen kann, in diesem Fall eine ganze Menge Bots, ist auf den Trick hereingefallen und hat dem Skateshop mehrere tausend Euros eingespielt.

 


Business Punk Redaktion

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