Green & Sustainability Britische Studentin entwickelt Plastikalternative aus Fischabfällen

Britische Studentin entwickelt Plastikalternative aus Fischabfällen

Laut einem neuen Abschlussbericht vom Bundesumweltamt wurde in Deutschland im Jahr 2017 so viel Verpackungsmüll produziert wie noch nie. In Zahlen ausgedrückt: Jede*r Deutsche hat im Schnitt 226,5 Kilogramm an Verpackungen in die Tonne geworfen. Dass das schlecht für die Umwelt ist, liegt auf der Hand. Ein großes Problem dabei ist unter anderem Plastik.

Von der Idee zum Produkt

Die britische Studentin Lucy Hughes hat für ihr Abschlussprojekt in Produktdesign an der University of Sussex eine Alternative zu Einwegplastik gefunden. Marina Tex heißt ihr Produkt, das hauptsächlich aus Fischabfällen besteht. Hughes suchte nach einer nachhaltigen Lösung, wie sie den Abfällen einen Mehrwert verleihen könnte.

Als sie sich die Nebenprodukte der Fischereiindustrie genauer anschaute und feststellte, wie flexibel und biegsam die überbliebenen Schuppen und Hautreste sind, kam ihr die Idee, wie Hughes gegenüber Reuters berichtet. Um das Material noch stabiler zu machen, fügte sie Moleküle von Krustentieren und Rotalgen hinzu.

Marina Tex könnte beispielsweise die Plastikfolie, die in Backwarentüten eingearbeitet ist, ersetzen. Es kann genauso gut dafür genutzt werden, um Sandwiches einzupacken. Und wer ganz viel Hunger hat, kann sie gleich ohne Bedenken mitessen. Auch die Plastiktüten im Supermarkt könnten durch das leicht milchige Fischprodukt ersetzt werden.

Das Produkt ist biologisch abbaubar. Vier bis sechs Wochen dauert der Prozess im hauseigenen Kompost.

Mit ihrem Produkt gewann sie dieses Jahr den James Dyson Award, eine internationale Auszeichnung für studentische Designerfindungen, die ein konkretes Problem lösen. Mit dem Preisgeld von 41 000 Dollar möchte die Studentin ihre Forschung an dem Produkt intensivieren und in die Massenproduktion gehen, damit Marina Tex Einwegplastik irgendwann
ablöst.

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