Gehirnforschung: Linkshänder*innen seltener zu Studien zugelassen

Wenn sie Brot schneiden, wenn sie schreiben, wenn sie Weinflaschen öffnen – eigentlich immer, wenn Linkshänder*innen etwas mit Geräten machen, die für Rechtshänder*innen konzipiert sind, gibt es Ärger. Die geschnittene Brotscheibe sieht kacke aus, die noch frische Tinte findet man an der Hand, von der Weinflasche reden wir erst gar nicht. Doch es ist nicht nur der Alltag, der Lefties Probleme macht. In der Wissenschaft ist das offenbar nicht besser.

Denn wenn es um Studien zur Gehirnforschung geht, kommen Linkshänder*innen oft nicht vor. Forschende wollen sie nicht in ihre Studien mit einbeziehen, da sie fürchten, dass die dabei entstehenden Daten komplizierter werden würden. In nur drei bis vier Prozent von 30.000 untersuchten Studien kommen Linkshänder*innen vor – dabei machen sie rund zehn Prozent der Weltbevölkerung aus.

Gerüchte über Gerüchte

Der Grund dafür ist wohl die Angst, dass die Gehirne von Linkshänder*innen grundsätzlich anders funktionieren als die von Rechtshänder*innen. Das geht darauf zurück, dass Studien aus den 1990er-Jahren belegt haben wollen, dass Lefties kürzer leben würden. Dass Frauen in Japan Angst hätten, dass ihre Männer sie verlassen würden, wenn sie rausfinden würden, dass sie Linkshänder*innen sind. Aber auch, dass es mal hieß, dass Linkshänder*innen kreativer oder intelligenter seien.

Das scheint aber alles nicht zu stimmen. Auch die Gerüchte, dass Linkshänder*innen andere Gerhirnareale verwenden als rechtshändige Personen scheint nicht wahr zu sein. Jedenfalls nicht so krass wie angenommen. Und es kommt auf die ausgeübte Tätigkeit an. Das könnte heißen, dass Forschende Linkshänder*innen zu Unrecht außen vor gelassen haben. Trotzdem: Brot schneiden ist mit einem Messer für Linkshänder*innen ist sicher trotzdem einfacher.


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