Neuer Rekord: Crew sammelt auf einer Tour 103 Tonnen Plastik aus dem Pazifik

Das Ocean Voyages Institute auf Hawaii hat gerade eine riesige Säuberungsaktion im Nordpazifik durchgeführt. Sagenhafte 103 Tonnen Plastik sammelte die Crew aus dem Meer, darunter hauptsächlich Fischernetze und Alltagsgegenstände wie Kanister oder Wäschekörbe. Und wie so oft waren auch hier wieder etliche Schildkröten und Fische in den Netzen verfangen.

Das Skelett einer Schildkröte. © Ocean Voyages Institute

Nie zuvor gab es einen größeren Clean-up in der North Pacific Subtropical Convergence Zone, besser bekannt als das Great Pacific Garbage Patch oder auch Pacific Gyre. Fünf dieser sogenannten Gyres gibt es in den Ozeanen der Erde. Es handelt sich um gewaltige Strudel, die da entstehen, wo verschiedene Strömungen aufeinandertreffen. Und genau hier sammelt sich der ins Meer gelangte Plastikmüll.

Nur eines der herumtreibenden Knäule aus alten Fischernetzen. © Ocean Voyages Institute

Das Pacific Gyre, das sich genau zwischen Hawaii und Kalifornien befindet, ist der größte dieser fünf Strudel. Hier schwimmt auch der meiste Plastikmüll. Wie viel es genau ist, kann allerdings niemand sagen. Nur, dass es viel zu viel zu viel zu viel ist.

Anfang Mai stach die Crew des Ocean Voyages Institute in See. Ende Juni, 48 Tage später, kehrte das Frachtschiff zurück nach Honolulu, von wo aus der gesammelte Müll korrekt entsorgt oder idealerweise geupcycelt wird.

Das Komplizierte an solchen Ocean-Clean-ups: Es ist äußerst schwer, das herumschwimmende Plastik zu lokalisieren, da es sich beim Great Pacific Garbage Patch entgegen weit verbreiteter Vorstellungen nicht um einen einzigen zusammenhängenden Müllteppich handelt, den man mal eben abschöpfen kann. Nein, innerhalb dieser riesigen Gyres treibt der Müll vereinzelt herum und muss nach und nach aufgespürt werden. Entsprechend aufwendig und langwierig sind diese Expeditionen.

Auf Deck und unter Deck Müll über Müll. © Ocean Voyages Institute

Das 1979 gegründete Ocean Voyages Institute ist eine Non-Profit-Organisation und führt solche Clean-ups seit über zehn Jahren durch. Im letzten Jahr fischte das Team bereits 48 Tonnen Müll aus dem Pazifik, nun stellte es mit 103 Tonnen einen neuen Rekord auf.

Aber das ist erst der Anfang. Im nächsten Jahr will die Gründerin der Organisation, Mary T. Crowley, nicht nur einen, sondern gleich drei solcher Frachtschiffe für je drei Monate zum Pacific Gyre schicken.

Tote Thunfische. © Ocean Voyages Institute

Außerdem plant sie, auch andere Teile der Weltmeere vom Müll zu befreien. Dafür muss aber zunächst die eingesetzte Technologie optimiert werden, damit diese mühseligen Expeditionen effizienter werden. Und: Es fehlen Spendengelder. Also los, ihr wisst, was zu tun ist. Hier geht’s zur Spendenseite.


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