Green & Sustainability Damit sie nicht mehr im Müll landen: Innocent startet Petition für Pfand auf Smoothie-Flaschen

Damit sie nicht mehr im Müll landen: Innocent startet Petition für Pfand auf Smoothie-Flaschen

Bei wem ein Glas Saft oder Smoothie fester Bestandteil der Morgenroutine ist, weiß, dass es auf diese Flaschen keinen Pfand gibt. Sie landen direkt im Müll – und damit in Teilen in der Umwelt.

Das Unternehmen Innocent möchte das ändern und hat eine Petition gestartet – oder wie sie es nennen „PETition“. Ihre Forderung: Saft- und Smoothieflaschen aus Einwegplastik sollen ins deutsche Pfandsystem aufgenommen werden.

Nach Angabe des Unternehmens sind die Flaschen von Innocent bereits komplett recycelbar, können aber trotzdem nicht Teil der Kreiswirtschaft werden.

Warum? Das Gesetz verbietet es bisher. Begründung: PET-Saftflaschen haben innen eine unsichtbare UV-Barriere-Schicht, die das Produkt vor Sonnenlicht schützt. Diese Schicht erschwert das Recyceln.

„Unsere Flaschen kommen ohne diese böse Barriereschicht aus. Das Ausschlusskriterium zählt für uns also nicht. Trotzdem dürfen wir nicht ins Pfandsystem eintreten. Nicht einmal freiwillig. Wir haben es versucht“, sagt Max Rogy, Brand Manager Deutschland von Innocent Drinks.

So will es das Gesetz

Das Verpackungsgesetz scheint also das Hindernis zu sein. Dort sind „Frucht- und Gemüsesäfte“ vom Einwegpfand befreit. Gesetzlich ist auch vorgeschrieben, dass Saft-und Smoothieflaschen über das Duale System, wie zum Beispiel den Grünen Punkt, gesammelt werden müssen.

Klingt erstmal auch nicht schlecht. Jedoch hat Recycling durch Pfand gegenüber dem Grünen Punkt und ähnlichen Sammelsystemen deutliche Vorteile, wenn es um nachhaltige Wiederverwertung geht.

Rogy erklärt: „Kunststoffe, die über den Grünen Punkt gesammelt werden, dürfen anschließend nicht mehr für Lebensmittel verwendet werden. Bei PET, das über das Pfandsystem gesammelt wird, ist das sehr wohl erlaubt. Und da wir wollen, dass aus unseren Flaschen wieder Flaschen werden, ist das unser Weg.“

Außerdem werden beim Grünen Punkt lediglich 37 Prozent des Kunststoffs wiederverwertet, während bei PET, das über das Pfandsystem gesammelt wird, 98 Prozent des Kunststoffs wiederverwendet wird. Die Zahlen beziehen sich auf das In-und Ausland. Der Unterschied ist nicht zu übersehen.

Hinzukommt, dass der Anteil, der einfach nur verbrannt wird, bei den Dualen Systemen bei 58 Prozent liegt. Bei bepfandeten PET-Flaschen liegt er bei zwei Prozent. „Energetische Verwertung“ nennt sich das.

„Deshalb fordern wir im ersten Schritt, dass nicht der Inhalt entscheidet, ob eine Flasche ins Pfandsystem integriert wird, sondern ob sie zu 100 Prozent recycelbar ist. Im zweiten Schritt sollten Hersteller von der Politik motiviert werden, nur noch komplett recycelbare Flaschen in den Verkehr zu bringen. Denn es gibt schon neue Lösungen, um Produkte vor UV-Licht zu schützen, die die Recyclingfähigkeit nicht negativ beeinflussen“, sagt Rogy.

Besser für Umwelt, Mensch und Unternehmen

Die Vorteile liegen auf der Hand: weniger Müll, weniger CO2-Ausstoß und eine höhere Schonung der Ressourcen. Laut Innocent würde eine Änderung des Gesetzes dazu führen, dass 1,5 Milliarden mehr Flaschen jährlich recycelt werden können. Zudem wVor allem durch Letzteres würde das Unternehmen profitieren.

„Aktuell übersteigt die Nachfrage nach recyceltem PET das Angebot und daher wäre der gesamten Branche geholfen“, so Rogy.

Und auch die Kundschaft hätte etwas von der Gesetzesänderung. „Für die Kund*innen wäre endlich das Chaos am Pfandautomaten erledigt. Denn wenn es die Runde macht, dass die nicht bepfandeten PET-Flaschen nicht recycelbar und damit ökologisch fragwürdig sind, werden sie zügig aus den Regalen verschwinden“, sagt Rogy weiter.

Warum der Aktivismus?

Seit der Gründung 1998 engagiert sich das Unternehmen Innocent sozial. Jedes Jahr spendet es zehn Prozent des Gewinns, um gegen den Welthunger anzukämpfen. Egal, ob es dem Unternehmen gut oder schlecht ginge, wie Rogy sagt.

„In der Vergangenheit haben wir nicht besonders laut über unsere sozialen und nachhaltigen Projekte gesprochen. Der Unterschied dieses Mal ist, dass wir die Unterstützung der Menschen brauchen, um mit ihnen gemeinsam die Politik auf das Problem aufmerksam zu machen.“

Dänemark als Vorreiter

Dänemark macht es bereits schon vor. Dort gehören PET-Saftflaschen seit Anfang dieses Jahres zum Pfandsystem. Wir dürfen gespannt sein, ob Deutschland nachziehen wird.

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