Innovation & Future Ein Startup aus Israel will mittels AI die Geburtenplanung revolutionieren

Ein Startup aus Israel will mittels AI die Geburtenplanung revolutionieren

Let’s talk about sex, baby… beziehungsweise über das Schwangerwerden. Denn das ist für manche Paare gar nicht so einfach. Schon bei einem gesunden, fruchtbaren Paar liegt die Erfolgsrate in einem Zyklus nur bei circa 15 bis 20 Prozent. Liegen Fruchtbarkeitsstörungen beim Mann, bei der Frau, oder bei beiden vor, sinkt natürlich die Trefferquote. Fast jedes zehnte Paar in Deutschland zwischen 25 und 59 Jahren ist ungewollt kinderlos.

Viele Paare mit einem unerfüllten Kinderwunsch landen irgendwann in einem Kinderwunschzentrum, um sich über die Möglichkeiten der künstlichen Befruchtung, auch „In-vitro-Fertilisation“, oder IVF genannt, beraten zu lassen.

Bei einer IVF findet die Befruchtung nicht im Körper der Frau statt, sondern im Labor in einer Petrischale. Gelingt die Befruchtung und entwickeln sich die befruchteten Eizellen weiter, werden ein bis drei der Embryonen in die Gebärmutter übertragen. Dann heißt es abwarten und auf Einnistung hoffen.

Die Geburtenrate nach einer In-vitro-Fertilisation liegt dem deutschen IVF-Register zufolge bei 15 bis 20 Prozent pro Behandlungszyklus – gar nicht mal so hoch also. Dabei sind die Eingriffe teuer: Bei einer IVF beträgt der Eigen­anteil rund 1 500 Euro. Und nur bei den ersten drei Versuchen zahlt die Krankenkasse etwas dazu.

Mit AI gegen die Kinderlosigkeit

Mittels AI will das Startup Embryonics nun diese Zahlen verbessern und Paaren mit Kinderwunsch Hoffnung schenken. In einer ersten sehr kleinen Studie von elf Teilnehmerinnen konnten sich sechs der Frauen über eine Schwangerschaft freuen, die anderen Ergebnisse stehen noch aus.

Das Geheimnis: Die maschinelle Bildauswertung sei um ein Vielfaches exakter und zuverlässiger, als die Auswertung durch menschliche Forscher*innen unter dem Mikroskop. Dies zeigte auch eine Forscher*innengruppe von Weill Cornell Medicine.

Die „künstliche Intelligenz“ wurde dabei von den Forscher*innen mit großen Datensätzen von Embryo-Fotos gefüttert und darauf trainiert, zwischen „guten“ und schlechten“ Embryos zu unterscheiden. Insgesamt wurden 12 000 Fotos von exakt 110 Stunden alten Embryos verwendet.

Diese großen Trainingsdatensätze tragen zu verbesserten und objektiveren Ergebnissen in der Geburtenplanung bei. Die trainierten Algorithmen konnten die IVF-Eignungsfähigkeit von neuen Embryo-Bildern mit einer Wahrscheinlichkeit von 97 Prozent vorhersagen.

Der Markt für künstliche Befruchtungen ist attraktiv. Schätzungen zufolge soll er sich von 18,3 Milliarden US-Dollar im Jahr 2019 auf 37,7 Milliarden US-Dollar im Jahr 2027 mehr als verdoppeln. Somit könnten wir bald auch mehr Zwillingsgeburten sehen – denn bei einer IVF werden in fünf bis 15 Prozent der Fälle Zwillinge geboren, bei einem bis drei Prozent sogar Drillinge. Autsch.

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