Life & Style 14 Design-Lektionen von Albumcovern

14 Design-Lektionen von Albumcovern

Noch bis vor ein paar Jahren lagen sie in fast jedem Haushalt rum. Standen in eigenartigen Regalen, deren Zweck sich heute kaum noch erschließt: CDs. Die Cover zierten kleine Kunstwerke gerahmt in Plastik. Das physisch greifbare Album scheint im Spotify-Zeitalter fast ebenso fern wie die Schallplatte, die noch großformatiger unzählige Wohnungen zierte. Wir stellen epochemachende Cover Art vor. Was lernt man daraus über gutes Grafikdesign?

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FKA twigs: „LP1“
Verfremdung: Schon Brecht erhoffte sich, das Publikum im Theater mit gezielten Schocks aufzurütteln. Das funktioniert auch grafisch. FKA twigs Cover ist zugleich schön und befremdlich. Die britische Künstlerin bricht nicht nur die Grenzen der Genres sie hat mit diesem Cover von 2014 auch eine ganze Generation von Insta-Facefiltern vorweggenommen.
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Yeah Yeah Yeahs: „Fever to Tell“
Gutes Design verträgt ein krudes Nebeneinander von Einflüssen und Verantwortlichen. Das Zufallsprinzip – konsequent auf die Spitze getrieben – kann eine sonst nicht entstandene Energie freigeben. Objekte werden damit nicht mehr nur betrachtbar, sondern bekommen eine physische Dimension: als würden sie einen anfallen.
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Ariana Grande: „Sweetener“
Nutze die Psychologie. Und stell sie auf den Kopf! Gib es zu, du hast auch diesen Impuls, das Cover umzudrehen. Wir haben bestimmte Vorstellungen davon, wie vertraute Bilder auszusehen haben. Wenn ein Porträt um 180 Grad gedreht ist, können wir gar nicht anders als hinzusehen.
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Joy Division: „Unknown Pleasures“
Finde ein Konzept. Und zieh es kompromisslos durch. Foto-Collagen sind was für Wühltisch-Compilations. Designer Peter Saville setzte bei diesem Klassiker von 1979 auf kosnseuquente Schlichtheit, inspiriert von Radiowellen.
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Nina Simone: „Here Comes The Sun“
Fokus durch Abstraktion. Nina Simones Cover von 1971 reduziert die Sonne als Motiv auf sechs ineinander liegende Kreise. So einfach, dass es auch vierzig Jahre später funktioniert.
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Kanye West: „The Life of Pablo“
Sich an strikte Regeln und Vorgaben zu halten, hat noch keine großen Kunstwerke hervorgebracht. Deshalb ist das ungewöhnliche Design von „Life of Pablo“ das perfekte Beispiel, um sich für gute Designs von Normen zu lösen. Auch wenn Kanyes Meisterwerk auf den ersten Blick vielleicht eher wie ein Cover in Arbeit aussieht.
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Lizzo: „Cuz I Love You“
Design ist politisch. Lizzo entspricht vielleicht nicht den Körperbildern, die lange in der Musik vorherrschten. Mit ihrem Coverporträt aus dem Jahr 2019 arbeitet sie selber daran mit, diese diskriminierenden Pseudoideale aufzubrechen.
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No Doubt: „Tragic Kingdom“
In der klassischen Kunst war die Rede von „Vanitas“, wenn die Schönheit des Vergänglichen ästhetisch überhöht wurde. No Doubt verzierten ihr Cover mit Schmeißfliegen und gammligen Orangen. Ein ironischer Kommentar auf die Vintage-Werbeoptik, die das Albumcover aufgreift. So wird daraus kein Abklatsch, sondern etwas Innovatives.
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Cro: „trip“
Vom süßen Panda zur neuen futuristischen Maske, die ein wenig an das Duo von Daft Punkt erinnert. Auch das Cover zu Cros neuestem Album „trip“ zeigt Ähnlichkeiten zu Daft Punks Cover von „Random Access Memories“ auf. Eine Neuinterpretation des alten Kunstwerks.
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Daft Punk: „Random Access Memories““
2013 kam das Vorbild aus Frankreich noch deutlich sleeker rüber. Deshalb: Von Legenden lernen, aber mit Variation.
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The Cure: „Three Imaginary Boys“
Gutes Design kann alltäglich sein. Die Relevanz steckt im Kontext und in der Behauptung. Gegenstände als bedeutsam zu adeln, hängt einzig und allein vom Selbstbewusstsein und der Ausdauer der Person ab, die das Design verantwortet hat.
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Travis Scott: „ASTROWORLD“
„Astroworld“ kann nicht nur musikalisch überzeugen, auch das Coverartwork ist legendär. Klar hat das ein bisschen was von Größenwahn, seinen eigenen vergoldeten Kopf als Eingang zu einem Freizeitpark zu inszenieren. Doch wer wenn nicht Travis Scott könnte sich das erlauben?
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Frank Ocean: „channel ORANGE“
Für ein ansprechendes Cover braucht es manchmal gar nicht so viel. Im Falle von Frank Oceans „Channel Orange“-Album reicht dafür ein simpler orangener Hintergrund und zwei unterschiedliche Fonts, um unsere Aufmerksamkeit zu gewinnen.
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Beyoncé: „Beyoncé“
In eine ähnliche Kategorie fällt dieses Album von 2014. Nachdem Beyoncé auf allen vorherigen Covern selbst abgebildet war, reichte hier der Name auf monochromem Hintergrund. Wenn ein Bild sowieso in den Köpfen der Menschen ist, kann das Spiel mit Andeutungen interessanter sein als die direkte Abbildung.
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Beatles: „The Beatles“
Und das nächste Level: Wenn sich niemand mehr daran erinnert, wie dein Album heißt, sondern es als „das Weiße Album“ zur alleinstehenden popkulturellen Ikone wird, dann muss das Design wirken. Andererseits: Sowas können sich nur diejenigen erlauben, die selbst sowas wie Ikonen sind.

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