Life & Style Simon Lohmeyer über sein Buch, Glück und Pläne für die Zukunft

Simon Lohmeyer über sein Buch, Glück und Pläne für die Zukunft

Was genau macht eigentlich Simon Lohmeyer? Schwer zu definieren – und das hat Methode. Ein Gespräch über Fun und Selbstfindung.

Der Münchner Simon Lohmeyer war bereits Model, Fotograf und Barbesitzer. Für die „GQ“ befüllte er jahrelang den Blog „Supertramp“, für den er die ganze Welt bereiste und große Prominenz zum Gespräch traf. Für einen eigenen Blog hingegen zog er einst blank. Jetzt hat dieser umtriebige Mensch mit „Irregut“ sein erstes Buch geschrieben. Was hat er damit vor?

Simon, der Logik des Titels deines Buches folgend: Was war zuletzt besonders irre und was besonders gut?

Besonders irre war für mich, dass nach dieser Verlangsamung des Lebens jetzt wieder Schnelligkeit reinkommt. Ehrlich gesagt will ich gar nicht mehr in diesen Marathon verfallen, in dem ich vor Corona mal war. Ich will mir eher diese Langsamkeit bewahren, weil es für mich und für mein Bewusstsein eigentlich eine super Zeit war. Auch für die Selbstfindung. Es ist einfach irre, dass die Restaurants wieder offen sind und es schon beim zweiten Mal nichts Besonderes mehr ist. Und richtig gut ist, dass meine Familie und ich gesund sind. Meine Cousine und auch meine Schwester haben gerade ihr zweites Kind bekommen. Aber auch meine Galerie und Agentur laufen gut.

Du hast im Buch immer jeweils eine Geschichte und dann eine Erkenntnis daraus protokolliert. Nehmen wir mal an, das Schreiben des Buchs war die Geschichte. Was war dann deine Erkenntnis daraus?

Als ich angefangen habe, wusste ich noch überhaupt nicht, wo das hingeht oder was das mit mir machen wird. Ich musste in meinem Leben noch nie eine Vita schreiben, weil ich mich noch nie irgendwo bewerben musste. Ich bin ja immer von einem Ding zum anderen gekommen, was lustigerweise einfach immer wunderbar funktioniert hat. Und jetzt mal die ganze Chronologie und mein Leben wieder aufzurollen war etwas ganz Besonderes. Es war also wie ein langes Tagebuch, aber ich hab noch nie Tagebuch geschrieben. Am Ende habe ich mich wahnsinnig gefunden, konnte mir wieder neue Fragen stellen und bin eigentlich schon mein ganzes Leben dabei, mich zu reflektieren und irgendwie auch zu einem besseren Menschen zu werden. Diese eineinhalb Jahre haben mir extrem geholfen. Das ist so meine Erkenntnis daraus.

In den meisten Kapiteln hast du Unterhaltungen und Erlebnisse mit anderen, teilweise bekannten Menschen geteilt. Mit wem willst du in Zukunft unbedingt sprechen?

Grundsätzlich ist wichtig zu wissen, dass ich jeden Menschen liebe, weil ich glaube, jeder hat etwas zu erzählen, und man kann von allen etwas lernen. Aber es gibt natürlich Persönlichkeiten wie David Attenborough, die tolle Gesprächspartner wären. Was er alles gesehen haben muss, wie viel Veränderung er in der Natur erlebt hat. Aber ich würde auch gerne mit Angela Merkel an einem Tisch sitzen und mit ihr und Joachim über Gott und die Welt sprechen.

Simon Lohmeyer: „Irregut. Deine beste Zeit ist jetzt“ Knaur Balance Verlag, 240 Seiten, 18 Euro (erschien am 20.8.)

Vielleicht ergibt sich ja beides noch.

Am Ende ist das Universum wahnsinnig spendabel.

Du betonst, dass deine erfolgreichen Momente immer auch mit Glück verbunden waren. Glaubst du, es würde heute immer noch eher zufällig funktionieren, dass du Bekanntheit erlangst?

In Zeiten von Influencer:innen und Instagram steckt bei vielen ja eine richtige Strategie dahinter. Es war ja niemals mein Ziel, berühmt zu werden. Ich liebe einfach das, was ich jeden Tag erlebe, und gehe mit allen um mich herum liebevoll und respektvoll um. Ich glaube, dass alle, die mit Motivation und Liebe an etwas herangehen, belohnt werden. Ich bin ja auch eher eine kleine Nummer in der Influencer:innen-Szene, und für mich würde es keinen Unterschied machen, ob ich jetzt eine Million Follower habe oder eben 46 000.

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