Leadership & Karriere Gang, Gang, Gang. Was du von Hip-Hop über Teambuilding lernen kannst

Gang, Gang, Gang. Was du von Hip-Hop über Teambuilding lernen kannst

Gastbeitrag von The Ambition

Ein Team in einem Projekt zu managen, ist OK. Aber um es mit Cardi B zu sagen: you ain’t gang, you lame. Wäre es nicht besser, eine Crew zu haben, die mit dir durch’s Feuer geht?

Hip-Hop ist die Kultur, in der wir seit frühesten Teenie-Jahren aufgewachsen sind. Mit unserem Beratungsunternehmen The Ambition analysieren wir, was die Kultur im Kern ausmacht. In den vergangenen Monaten haben wir für unser Buch “Erfolgsformel Hip-Hop” herausgearbeitet, was man von Hip-Hop lernen kann. Tatsächlich kann man alles von Hip-Hop lernen. Vor allem aber, wie aus einer Gruppe von Individualisten eine Crew wird.

Auf den ersten Blick ist Hip-Hop verdammt individualistisch. Es geht darum, gesehen zu werden. Das war ursprünglich eine Reaktion auf Armut und Perspektivlosigkeit. Manche der Kids, die in den Siebzigern Hip-Hop erfanden, begannen, ihren Namen auf Züge zu malen, sodass er in der ganzen Stadt gesehen wurde. Der Wunsch, gesehen zu werden, treibt auch 50 Jahre nach der Erfindung von Hip-Hop junge Menschen an. Gut vier von zehn Deutschen zwischen 12 und 49 Jahren identifizieren sich mit der Kultur.

Tobias Kargoll, einer der beiden Gründer von The Ambition (Credits: Patrick Styrnol)

Alles für die Gang?

Um zu erkennen, wie individualistisch Gemeinschaften sind, schaute der Sozialpsychologe Geert Hofstede darauf, ob ihre Mitglieder in der Kategorie “ich” oder “wir” denken. In Raplyrics gewinnt das “Ich”. Google findet auf der Lyrics-Plattform genius.com vier mal so viele Seiten, auf denen die Wörter “Apache 207” und “Ich” vorkommen, als welche mit “Apache 207” und “wir”. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Specter, der Visionär hinter Aggro Berlin, hat uns für “Erfolgsformel Hip-Hop” erzählt:

„Unsere größte Leistung war es, den Laden bis auf Bushido zusammenzuhalten. Durch diese Gruppenpower sind wir zehn Jahre die Nummer Eins gewesen. Aus dem selben Grund ist die 187 Strassenbande heute die Nummer Eins: Weil sie die Gruppe halten. Crews sind im Hip-Hop immer erfolgreicher.“

Das galt bei Aggro für die Führungsriege, aber auch für die Rapper:innen, von Sido bis Fler. Alle individuell, mit fein säuberlich ausgearbeiteten Images. Aber vor allem waren alle Aggro Berlin. In den Lyrics von 187-Straßenbande-Frontmann Bonez MC findet google nur 1,4 Mal mehr “ich” als “wir”. Und auch Apache rappt “Wir sind ’ne Family, der Kreis bleibt klein (…) Es geht darum, wenn ich nur ein Brot hätte, es mit ihnen zu teil’n”. Loyalität ist einer der wichtigsten Werte der Hip-Hop-Kultur. Ein bisschen was von diesem Vibe steht auch deinem Start-up gut zu Gesicht.

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