Leadership & Karriere Bestleistung unter Druck: Die erstaunliche Tennisball-Technik

Bestleistung unter Druck: Die erstaunliche Tennisball-Technik

Vor ein paar Jahren war es ein kleiner Hype: „Tennis – Das innere Spiel“ des US-Autors Timothy Gallwey. Dieses innere Spiel nämlich werde gegen Nervosität und Konzentrationsschwäche ausgetragen. Und sei der Grund, warum es im Training oft besser laufe als im Match.

Karriereorientierte hofften, dass sich diese Learnings vom Tennisplatz auf den Arbeitsplatz übertragen lassen würden. Jetzt haben Forscher:innen von der Technischen Uni in München eine konkrete Technik gefunden, die helfen soll, maximale Leistung abzurufen.

Was man dafür braucht: Nur einen Tennisball.

So sieht der untersuchte Griff aus. Bild: Andreas Battenberg / TUM

Sportpsycholog:innen um Jürgen Beckmann haben schon in verschiedenen Sportarten nachweisen können, dass es besser klappt, wenn man den zuvor mit der Hand drückt, für etwa 15 Sekunden.

Damit soll das sogenannte „choking under pressure“ verhindert werden. Also dass man etwas nicht so gut schafft, wenn es am meisten darauf ankommt. Klassisches Beispiel aus dem Tennis: der Aufschlag.

„In der aktuellen Studie haben wir nun die Genauigkeit des Tennisaufschlags analysiert, der möglichst nahe an einem vorgegebenen Ziel platziert werden sollte“, sagt Vanessa Wergin, Co-Autorin.

Es gab dabei zwei Gruppen: Die erste drückte fünfzehn Sekunden lang dynamisch einen Tennisball mit der linken Hand. Die zweite drückte den Schläger mit der rechten Hand. Alle Teilnehmenden waren männliche, rechtshändische, 17 bis 18 Jahre alte Tennisspieler.

Das Ergebnis: Die Gruppe mit dem Balldrücken brachte auch unter Druck stabile Aufschläge zustande. Die Gruppe, die mit rechts den Schläger gedrückt hatte, wurde schlechter.

Forscherin Wergin nimmt an, dass „ein Entspannungseffekt, sozusagen ein Reset-Mechanismus, durch das linkshändige dynamische Handdrücken eintritt.“ Das Gehirn gehe dabei in den sogenannten Alpha-Rhythmus über.

„Der Handgriff könnte Teil einer Aufschlagroutine werden, die die Spieler normalerweise vor dem Aufschlag ausführen“, sagt ihr Kollege Jürgen Beckmann. „Doch der dynamische Handgriff lässt sich auch außerhalb des Sports einsetzen.“

Zwar sind Tennisbälle besonders gut geeignet. Es geht aber auch ganz ohne Hilfsmittel: Einfach 15 Sekunden mit der linken Hand eine Faust ballen und pressen. Noch offen ist nun, wie Linkshänder:innen die gleichen Ergebnisse erzielen.

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