Female Entrepreneurship Die Frauenquote in DAX-Vorständen wächst – aber noch lange nicht genug

Die Frauenquote in DAX-Vorständen wächst – aber noch lange nicht genug

Egal wie qualifiziert: Zwischen Männern und Frauen besteht vor allem bei Bewerbungen auf Führungspositionen häufig noch immer keine Chancengleichheit. Noch immer werden Frauen in Führungspositionen häufig gar nicht erst in Erwägung gezogen oder es bleibt ihnen die Möglichkeit, sich für einen dieser Jobs zu bewerben, verwehrt.

Wie weit der Weg zu einer gerechten Frauenquote noch ist, zeigen unter anderem Sprüche wie „Es kommt nicht auf das Geschlecht, sondern auf die Qualifikationen an“ und die Zahlen aus der Pressemitteilung der AllBright Stiftung, die anlässlich des Frauenkampftages veröffentlicht wurde.

Mehr Frauen in den Vorständen von deutschen Aktienunternehmen

Aus der Pressemitteilung geht unter anderem Folgendes hervor: „Am 1. März 2022 sind die Vorstände der 160 deutschen Börsenunternehmen in DAX, MDAX und SDAX mit genau 600 Männern und 100 Frauen besetzt.“ In den letzten sechs Monaten wuchs die Frauenquote im DAX von 17,4 auf 19,8 Prozent. Zuletzt sind die Quoten in den Vorständen konstant gestiegen. Bedenkt man aber, dass wir das Jahr 2022 schreiben, sind nicht mal 20 % schon recht wenig.

Darüber hinaus bemerkten die Geschäftsführer:innen der AllBright Stiftung Wiebke Ankersen und Christian Berg noch einen Punkt: „Sämtliche Frauen, die in den vergangenen 6 Monaten in die Vorstände der 40 DAX-Unternehmen berufen wurden, gingen zu Unternehmen, in denen es bereits eine oder mehrere Frauen im Vorstand gab.“ Dabei haben nur neun Frauen einen Vorstandsvorsitz inne.

„Die Hälfte der deutschen Börsenunternehmen, vor allem die kleinen und mittleren, hat aber noch immer keine einzige Frau im Vorstand.“ Warum sich das nicht so schnell ändern wird, liegt laut AllBright an folgendem Problem: „Für die Unternehmen mit einer schlechten Frauenquote wird es nun immer schwieriger, Frauen zu gewinnen, denn es zeigt sich, dass Top-Managerinnen bevorzugt Unternehmen wählen, in denen Diversität bereits gelebt wird.“

Dieses Problem bezieht sich vor allem auf MDAX und SDAX. Im MDAX, die kleine Schwester des DAX, beläuft sich die Frauenquote auf nicht mal 13 %. In der Familie der Aktienindizes kommt der SDAX auch bei der Frauenquote zuletzt. Hier sind die Vorstände mit nur 10,2 % Frauen besetzt, zuletzt sind es sogar weniger geworden.

Aufsichtsräte als Vorbilder?

Auf den ersten Blick stehen die Aufsichtsräte mit einer Frauenquote von 32,9 % schon besser da. Auch wenn die Zahl fast doppelt so hoch ist wie bei den Vorständen, hat sich hier deutlich weniger verändert. In den letzten sechs Monaten ist die Quote unterm Strich gleich geblieben. Nur der MDAX hat 0,7 % zugelegt, DAX und SDAX haben insgesamt 0,7 % verloren.

In den Aufsichtsräten der 160 Börsenunternehmen sitzen im März 2022 insgesamt 571 Frauen und 1162 Männer. Im Vergleich zum September ist die Anzahl der Männer um 21 gestiegen, dahingegen sind es nur 11 Frauen mehr geworden.

Die Arbeit an der Frauenquote ist also noch lange nicht getan, Hoffnung geben die Tendenzen der DAX Unternehmen dennoch.

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