Productivity & New Work Nerviger Arbeitsweg? So gestaltet ihr das Pendeln produktiv

Nerviger Arbeitsweg? So gestaltet ihr das Pendeln produktiv

Ein Gastbeitrag von Michele Don Durbin, SVP Marketing bei Evernote, einer persönlichen Produktivitäts-App

Es ist soweit: Ab dem 20. März 2022 entfällt in Deutschland die Homeoffice-Pflicht. Bis dato war es Arbeitgeber:innen im Infektionsschutzgesetz vorgeschrieben, die Beschäftigten ins Homeoffice zu schicken – außer natürlich, wenn dem zwingende betriebsbedingte Gründe entgegenstehen.

Arbeitgeber:innen können Homeoffice natürlich weiterhin freiwillig anbieten, eine gesetzliche Grundlage gibt es dafür aber nicht mehr. Für viele Unternehmen und Arbeitnehmer:innen ist das die Chance, wieder öfter aus dem Büro zu arbeiten. Nach zwei Jahren Pandemie kehrt damit bei vielen fast ein normaler Alltag zurück. Aber damit auch seine Schattenseiten.

Michele Don Durbin

Herausforderung Arbeitsweg

Zu den großen Vorteilen des Homeoffice zählt sicherlich der Verzicht auf den teils umständlichen, langen Weg zur Arbeit – für so manchen eine echte Herausforderung. Nachdem man die Stunden vor und nach der Arbeit zuhause lange Zeit stressfrei nutzen konnte, um beispielsweise den Haushalt zu erledigen oder auszuschlafen, löst bereits der Gedanke an lange Stunden im Stau oder im ÖPNV bei vielen Schweißausbrüche aus.

Aber warum so negativ? Durch die Pendelstrecke entsteht auch Zeit, die genutzt werden kann. Diese vier Tipps helfen, den Pendelweg produktiv zu nutzen und eine gute Balance zwischen Arbeit und Privatleben zu wahren.

1) Simple as that: Führe eine To-Do-Liste

Das Erstellen einer To-Do-Liste hilft dabei, Zeit und Aufmerksamkeit auf die wesentlichen Aufgaben zu lenken, anstatt zu versuchen, den ganzen Tag über viele kleine, unzusammenhängende Aufgaben zu erledigen. Wenn man nicht gerade mit dem Auto unterwegs ist, einfach die drei bis fünf wichtigsten Aufgaben für den kommenden Tag notieren und dabei konkret und realistisch bleiben.

Dabei ist es ratsam, große Projekte in kleine Aufgaben zu unterteilen, die man realistisch an einem Tag erledigen kann. Eine Notiz-App kann helfen, To-Do-Listen konsequenter abzuarbeiten. Für wichtige Aufgaben können Erinnerungen, Prioritäten oder sogar Deadlines eingestellt werden. So behält man den Überblick und kann schneller und produktiver Aufgaben abhaken.

2) Focus on you: Nimm dir Zeit für deine mentale Gesundheit

Schon wenige Minuten Meditation am Tag können die Konzentration, den Fokus und das Gedächtnis verbessern und zusätzlich Stress abbauen. Die Zeit zur und von der Arbeit ist ideal geeignet, um runterzukommen und sich ganz auf sich zu konzentrieren. Auch hier gibt es digitale Helfer, die geführte Meditationssitzungen anbieten und dabei unterstützen, ruhig und bedacht in den Tag zu starten.

Für diejenigen, denen Meditieren schwer fällt, gibt es leichte Atemübungen, die einen vergleichbaren Effekt haben. Wichtig ist dabei, sich voll und ganz auf den eigenen Körper zu konzentrieren. Zu empfehlen ist beispielsweise die Bauchatmung: Hierzu eine Hand auf den Bauch legen und mehrmals langsam tief einatmen. Dadurch sinkt die Herzfrequenz und die Muskeln entspannen sich.

3) Change the winning team: Wechsle ab und zu die Verkehrsmittel

Viele Pendler:innen werden es kennen: Man verfällt nach einiger Zeit in ein Muster und schaltet auf Autopilot, indem man jeden Tag den gleichen Arbeitsweg hin- und wieder zurück fährt – schließlich ist der Mensch ein Gewohnheitstier. Diese Routine sollte man ab und zu abschütteln, auch, wenn die Fahrt dadurch vielleicht ein bisschen länger wird.

Durchbricht man Routinen, kann das Gehirn auf natürliche Weise entspannen. Dadurch können neue Ideen gesammelt oder kreatives Denken angeregt werden.

4) No way: … oder lass das Pendeln ganz sein

Was ist der einfachste Weg zu einem entspannten Arbeitsweg? Spoiler: ihn ganz zu vermeiden! Von zu Hause aus zu arbeiten ist zwar sicherlich nicht jedermanns Sache, aber es gibt genug Menschen, bei denen es funktioniert. Millionen von Menschen arbeiten nach wie vor einmal pro Woche aus den eigenen vier Wänden. Man stelle sich vor, jede Person könnte seinen/ihren Arbeitsweg radikal auf die paar Schritte vom Schlafzimmer zum Büro verkürzen – wir könnten tonnenweise CO2 einsparen, Verkehr aus den Städten heraushalten und empfindliche Nervenkostüme schonen.

Natürlich haben berufsbedingt leider nicht alle von uns die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten. Aber wenn man die Möglichkeit hat, so gibt es eine Reihe an Dingen, deren Erledigungen sich besser für einen Arbeitstag im Homeoffice eignen: einen Gastbeitrag für den Blog des Unternehmens schreiben, an einer Fortbildung teilnehmen, einen TED-Talk zur Motivation anhören – die Liste ist endlos.

Und auch für das produktive Arbeiten zuhause gilt: Man sollte nicht nur vom Bett direkt zum Schreibtisch “pendeln”. Ein entspannender Spaziergang oder eine inspirierende Podcastfolge können helfen, den Fokus neu auszurichten und somit produktiver in den Arbeitstag zuhause zu starten.

Alles in allem sollten wir den Arbeitsweg generell überdenken. Er ist nicht nur ein lästiges oder notwendiges Übel, sondern auch eine Chance. Wir alle können glücklicher und gesünder zur Arbeit pendeln und unsere Produktivität steigern, indem wir unseren Geist entspannen, Energie tanken und neue Wege gehen.

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