Leadership & Karriere Gender-Pay-Gap: Neue Daten zeigen, wie viel Ungerechtigkeit herrscht

Gender-Pay-Gap: Neue Daten zeigen, wie viel Ungerechtigkeit herrscht

„Frauen werden bei Gehaltsverhandlungen von Beginn an finanziell niedriger eingestuft als Männer, weil viele Personaler:innen vom unconscious bias betroffen sind. Das ist eine unterbewusste Diskriminierung des Gegenübers aufgrund des Geschlechts“, sagte Autorin Alexandra Zykunov letztes Jahr im Business Punk Interview.

Sie hat ein Buch geschrieben über Gleichberechtigung in der Arbeitswelt und erklärt, warum es noch an die 120 Jahre dauern wird, bis die Gesellschaft Gleichberechtigung erreichen wird. Dass wir ziemlich langsam voranschreiten, zeigen jetzt auch neu veröffentlichte Zahlen des Statistischen Bundesamtes.

Mehr als 4 Euro weniger pro Stunde

Frauen verdienen heute pro Stunde fast ein Fünftel weniger als Männer, wie unter anderem tagesschau berichtet. Im vergangenen Jahr sollen Frauen im Schnitt 20,05 Euro pro Stunde verdient haben, Männer hingegen 24,36 Euro. Im Osten Deutschlands ist es weniger extrem: Dort liege der Verdienstunterschied zwischen den Geschlechtern bei sieben Prozent.

Der vorrangige Grund für die Differenz sei, dass Frauen oft in Branchen und Berufen arbeiten, die schlechter bezahlt sind. „Zum anderen arbeiten Frauen häufiger in Teilzeit, was auch mit geringeren durchschnittlichen Bruttostundenverdiensten einhergeht“, sagen die Statistiker:innen. Mit diesen Faktoren ließen sich allerdings nur 63 Prozent der Lohnlücke erklären, wie tagesschau berichtet.

Rechnet man also diese Faktoren heraus, ergebe sich ein Gender-Pay-Gap von sieben Prozent. Was bedeutet, dass Frauen trotz gleicher Qualifikation, einfach nur wegen ihres Geschlecht, weniger verdienen. Der bereinigte Gender-Pay-Gap solle als „Obergrenze für Verdienstdiskriminierung“ verstanden werden.

Long way to go

„Frauen werden automatisch als weniger qualifiziert wahrgenommen, das belegen Studien, oder es wird direkt einkalkuliert, dass Frauen Kinder kriegen, in Elternzeit gehen, ausfallen und dafür eine Vertretung eingestellt werden muss – und zwar völlig unabhängig davon, ob diese Frauen überhaupt Kinder kriegen wollen oder können“, sagt Alexandra Zykunov.

Auch wenn der Gender-Pay-Gap laut Statistischem Bundesamt langfristig gesunken sei, ist klar: Es ist noch ein langer Weg – und es gibt jede Menge zu tun.

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