Life & Style Bewerbungsgespräch mit Tom Wlaschiha und Devid Striesow

Bewerbungsgespräch mit Tom Wlaschiha und Devid Striesow

Von Katharina Boecker und Nicole Plich

Bewerbungsgespräche sind nie leichtMan präsentiert sich selbst auf dem Silbertablett und sitzt unbekannten Menschen gegenüber, die genau prüfen, ob man zum Team und Unternehmen passt. Dabei dreht sich alles um die richtigen Fragen – und die können manchmal echt abwegig sein. Die perfekte Ausgangslage für Business Punk, um bekannte Persönlichkeiten zum Bewerbungsgespräch einzuladen.

Tom Wlaschiha und Devid Striesow sind beide vor der Kamera zu Hause. Wlaschiha kennt man vor allem durch seine Rollen in „Game of Thrones“ und „Stranger Things“, Striesow ist als Tatort-Kommissar und als Darsteller von Hape Kerkeling bekannt. Außerdem ist er im Oscar-prämierten Film „Im Westen nichts Neues“ zu sehen.

Jetzt stehen die Schauspieler gemeinsam hinter dem Mikrofon, für die Audible-Podcast-Serie „Marvel’s Wastelanders: Star-Lord“. Beide als Sprecher für die Protagonisten aus „Guardians of the Galaxy“: Tom Wlaschiha als Peter Quill und Devid Striesow in der Rolle des Rocket. Die Staffel mit zehn Episoden startet am 28. Juni.

Tom und Devid, welche Superheldenkraft hättet ihr gerne? 

Tom: Da das hier ein Bewerbungsgespräch ist, muss ich gleich zu Beginn sagen, dass ich viele Superhelden-Qualitäten habe. Ich kann zum Beispiel aus Milch Quark machen. 

Das ist schon mal praktisch, wenn jemand sich beim Offsite einen Sonnenbrand holt. Und welche Superkraft hättest du noch gerne, Tom? 

Tom: Was ich wirklich gerne können würde, wäre, alle Sprachen zu sprechen.

Wir konnten herausfinden, dass du schon sechs Sprachen sprichst.

Tom: Ja, das hat sich irgendwann ein bisschen verselbstständigt. Das habe ich nie gesagt. Sprachen waren schon immer mein Hobby. Und ja, ich kann mich auf ein paar Sprachen ausdrücken und wenn man Sächsisch dazu zählt, dann sind es sechs. 

Und wie steht es um deine Superhelden-Skills, Devid? 

Devid: Ich würde gerne fliegen können, richtig – mit Flügeln. Das wäre eine coole Sache. Wie in Träumen, in denen man rennt und dann vom Boden abhebt und es hoch hinaus geht. Den Traum habe ich total oft. 

Was ist ein No-Go für Superhelden?

Devid: Betrunken zu fliegen ist ein absolutes No-Go für Superhelden. 

Tom, du hast in der Podcast-Serie die Rolle von Peter Quill aka Star-Lord und Devid du die von Rocket, dem Waschbären. Was habt ihr mit diesen Charakteren gemeinsam? 

Devid: Die Figur. Kleiner Kopf, dicker Körper. Bei uns in Brandenburg gibt es wahnsinnig viele Waschbären. Ich bewege mich sozusagen in meiner Familie. Vor einem Jahr gab es hier auf dem Land die Situation, dass ein Mann Birnen geerntet hat und ein Waschbär auf ihn zusprang und sich die Birne geschnappt hat. Die kennen keine Scham und kein Pardon. Dass Rocket ein Waschbär in diesem Superhelden-Kosmos ist, finde ich eine total geile Geschichte. Es gibt diesen Spruch unter Landwirten: Wenn der Waschbär Flügel hätte, würde er die Welt beherrschen. 

Keine Scham und kein Pardon: Stimmt das charakterlich mit dir überein? Das sollten wir fürs Team wissen. 

Devid: Nein, ich musste mir die Rolle echt erarbeiten. Rocket ist unverschämt und rotzig. Rocket ist schnell im Kopf und kann das verbalisieren. Da würde ich mir teilweise gerne eine Scheibe abschneiden.

Tom, wie sieht es da bei dir und Star-Lord aus? 

Tom: Ich bin auf alle Fälle auch ein gnadenloser Optimist und denke immer, dass vieles möglich ist, auch wenn es große Widerstände gibt. Ich muss mich dann oft wie Star-Lord eines Besseren belehren lassen.

Was war die größte Herausforderung bei diesem Projekt? 

Tom: Es gibt ein englisches Original und es ging nicht darum, das zu synchronisieren. Wir mussten die Figuren zu unseren machen, mit unseren Stimmen diese Welt erschaffen und schauen, dass die Chemie zwischen uns stimmt, sodass der Zuhörer Spaß dabei hat. 

Devid: Wir mussten das englische Original völlig ausblenden und für die Rollen eine eigene Sprache finden. Wie sie reden, welche Wörter sie benutzen. Es war wichtig, etwas zu kreieren, das wir auch wiederholen können. Wir saßen jeden Tag vor dem Mikrofon und es war nicht selten, dass ich die Aufnahme vom Vortag nochmal hören wollte, um zu hören, wie ich die Rolle angelegt habe. 

Wechseln wir zur Job-Ebene. Wodurch erfahrt ihr Anerkennung? 

Tom: Ich würde auf alle Fälle sagen: Feedback. Wenn man viel Film und Fernsehen macht, ist das gar nicht so selbstverständlich, weil man kein Live-Publikum hat und dann meistens auch nur mal angesprochen wird, wenn es den Leuten gefallen hat.

Devid: Das Feedback im Studio findet meistens über den Tontechniker statt. Wenn er damit zufrieden ist und einen Daumen hoch durch die Scheibe zeigt, ist das ganz cool. Ich habe nebenher mit einigen Kollegen noch ein Live-Hörspiel, mit dem wir auftreten und da ist Publikum anwesend. Kaum geht das Licht aus, feiert das Publikum uns. Das ist natürlich sehr schön.

Wie reagiert ihr denn, wenn mal ein Vorschlag von euch abgelehnt wird?

Tom: Also wenn man den Leuten vertraut, mit denen man arbeitet, bin ich auch mal ganz froh, wenn ein Vorschlag abgelehnt wird. Es ist tatsächlich so, dass man sehr selten negatives Feedback bekommt, auch wenn es manchmal nötig wäre. Regisseure trauen sich oft nicht, richtig einzugreifen. Bei internationalen Drehs ist es oft so, dass eine Zusammenarbeit zwischen Regie und Schauspieler gar nicht mehr stattfindet, weil die Regie sich um die Bilder und den großen Bogen kümmert. Was der Schauspieler macht, bleibt ihm überlassen, was zur Folge hat, dass man Sachen immer nur aus sich heraus machen muss und selten an Grenzen kommt oder Neues ausprobieren kann. 

Devid: Und andersherum ist es auch so, dass man sich natürlich auch selbst nicht zu sehr beschneiden sollte, aus Angst davor, revidiert zu werden, sondern dass man wirklich auch jeden Quatsch ausprobiert. Das ist die Aufgabe des Schauspielers. Es muss alles auf den Tisch und dann braucht es eine ordnende Hand, die entscheidet, was man beibehält und was man weglässt. Aber ohne Wertung. 

Welche ist eure größte Schwäche, die ihr nur ungern zugeben würdet?

Tom: Meine beiden Schwächen liegen da auf dem Tisch (zeigt auf Handy und Schachtel Zigaretten und lacht).

Devid: Ich bin sehr, sehr ungeduldig. 

Tom: Ich bin auch total ungeduldig und langweile mich schnell. 

Oh je, wenn ihr wirklich zusammen ins Weltall fliegen würdet, könnte das also zu Streit führen. Wie würdet ihr eure Konflikte auf engstem Raum lösen?

Devid: Vor die Tür gehen geht ja nicht. 

Tom: Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich mich mit Devid streiten würde. 

Devid: Und wenn, nehmen wir uns in den Arm und beseitigen den Konflikt ganz schnell. 

Welche drei Dinge dürfen auf eurer Reise ins Weltall auf keinen Fall fehlen?

Tom: Ich würde mir einen guten Podcast mitnehmen, damit ich nicht nur mit Devid kommunizieren muss. Und klassische Musik. 

Devid: Eine Yogamatte. Auf jeden Fall klassische Musik. Die mögen wir beide. Vielleicht würde ich meine Geige mitnehmen. 

Tom: Also brauche ich noch Kopfhörer für den Schallschutz. 

Tom, man sagt, deine Rolle in „Game of Thrones“ hat dich international bekannt gemacht. Ist das auch dein Empfinden?

Tom: Ja, natürlich. Das ist kein Geheimnis. Ich hatte vorher viele Castings, mache auch heute noch viele. Die meisten klappen nicht. Dass ausgerechnet das geklappt hat, war natürlich ein Geschenk. Wir müssen nicht drumherumreden. Was wir machen, ist ein Geschäft. Da geht es nur leider ganz am Ende eventuell um Kunst. Wenn man das Glück hat, bei einer Produktion dabei sein zu dürfen, die international sehr erfolgreich ist, wirkt sich das auf zukünftige Jobangebote aus. Deswegen weiß ich auch nicht, warum ich jetzt hier zum Jobinterview bin, eigentlich hätte man mir den Job anbieten können. Das bin ich gewohnt. 

Was hast du von deinem Charakter aus „Game of Thrones“ gelernt?

Tom: Im weitesten Sinne ist er auch ein Superheld. Er hat ein paar magische Fähigkeiten, als einer der wenigen Charaktere in der Serie. Was mir an der Rolle sehr gefallen hat: Da steckte eine große philosophische Ebene drin. Zum Beispiel: Im Angesicht des Todes sind doch alle gleich. Mir gefiel, dass er so einige Küchen-Philosophien auf Lager hatte. 

Devid, jetzt springen wir mal kurz in deine Vergangenheit. Du wolltest ursprünglich Goldschmied werden. Kannst du dir diesen Job für dich heute noch vorstellen?

Devid: Um Gottes Willen, ich bin so dankbar, dass das nicht geklappt hat. Ich hatte einen Lehrvertrag, das war im Osten echt was Besonderes. Im ganzen Bezirk Rostock gab es nur eine Lehrstelle und die hatte ich. Damals war die Idee, mit der abgeschlossenen Ausbildung nach Heiligendamm zu gehen. Da gab es eine Fachhochschule für Angewandte Kunst, um dort weiterzumachen. Viele Freundinnen meiner Frau sind Goldschmiedinnen. Wie filigran die arbeiten. 

Tom: Du hast viel zu dicke Finger. 

Devid: Das geht noch. Aber ich bin viel zu grobmotorisch. Mir würde ständig alles runterfallen. 

Wenn wir zusammen ins Kino gehen: Welche Snacks dürfen auf keinen Fall fehlen?

Tom: Ich hasse Leute, die in ihrer Popcorntüte rumwühlen, wenn ich den Dialog hören möchte. Ich habe das Gefühl, das wird immer schlimmer. 

Devid: Ich kaufe mir aus Prinzip nichts zu essen. Ich kaufe mir nur die Kinokarte, nicht mal mehr ein Getränk, weil ich Angst habe, dass ich aufs Klo muss. Nachos kannst du dir auch zuhause aufmachen.

Vielen Dank für das Gespräch.

Das könnte dich auch interessieren

6 Dinge, die sich 2024 für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ändern werden Life & Style
6 Dinge, die sich 2024 für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ändern werden
Detlef Braun, Chef der Messe Frankfurt, über neue Rekorde Life & Style
Detlef Braun, Chef der Messe Frankfurt, über neue Rekorde
12 Songs, die Barack Obama diesen Sommer rauf und runter hört Life & Style
12 Songs, die Barack Obama diesen Sommer rauf und runter hört
Diese Marken tauchen am häufigsten in Film und Fernsehen auf Life & Style
Diese Marken tauchen am häufigsten in Film und Fernsehen auf
Wie sich Prepper mit Notvorräten und Luftschutzbunkern auf das Unvorhergesehene vorbereiten Life & Style
Wie sich Prepper mit Notvorräten und Luftschutzbunkern auf das Unvorhergesehene vorbereiten