Leadership & Karriere Weiterbildung: Warum Upskilling (fast) immer die Antwort ist

Weiterbildung: Warum Upskilling (fast) immer die Antwort ist

Ein Gastbeitrag von Stephan Müller, CEO bei Elvtr, einer EdTech-Plattform zur Weiterbildung

Wer rastet, der rostet – was nach Sprücheklopfen von Opa klingt, ist in den letzten Jahren zu einem der Business-Credos unserer Zeit geworden. Digitalisierung, agile und hybride Arbeitsplätze und nun auch künstliche Intelligenz: Die Welt der Wirtschaft steckt mittendrin im Wandel Richtung Zukunft. Und es herrscht Druck.

Um hier Schritt halten zu können, müssen viele Jobs neu gedacht werden – eine Mammutaufgabe für alle (im) Unternehmen. Denn was tun für den Führungs- und Fachkräftebedarf, wenn in Deutschland schon jetzt ein Mangel herrscht, der sich noch verschlimmern soll? Die simple Antwort: in der eigenen Firma ansetzen.

Upskilling – die Zukunft im eigenen Haus

Upskilling, also das Erwerben neuer Fähigkeiten, ist spätestens seit der Corona-Pandemie mehr als nur ein Trend. Von der rein digitalen Konferenz bis hin zum Managen eines hybrid arbeitenden Teams: Überall musste dazugelernt werden.

Und es wurde dazugelernt: In einer der größten globalen Studien zu dem Thema gaben 40 Prozent der Arbeitnehmenden an, ihre digitalen Fähigkeiten im Verlauf der Pandemie erfolgreich verbessert zu haben. Doch hört es nicht bei hybridem Arbeiten auf – im Gegenteil – der anrollende KI-Sturm mit ChatGPT und Co ist dabei, Upskilling zum Thema Nummer Eins zu machen.  

Unmittelbar verwandt ist das Konzept des Reskillings. Hierbei werden Mitarbeiter:innen, deren Jobs zunehmend weniger gebraucht werden, komplett umgeschult, um neu entstandene Jobs ausüben zu können.

Selbst(bewusst) auf das nächste Level

Upskilling hat viele Vorteile. Mitarbeiter:innen bleiben dank der neu erworbenen Skills wettbewerbsfähig und werden kompetenter. Langfristig ermöglichen sie sich so bessere Karrierechancen.

Nicht zu unterschätzen ist dabei die psychologische Komponente. In einer Welt, in der fast 40 Prozent der Arbeitnehmenden davon ausgehen, dass der eigene Job in den nächsten fünf Jahren obsolet wird, schaffen Up- und Reskilling Alternativen. Denn je vertrauter und versierter man mit tagesaktuellen Herausforderungen umgehen kann, desto gerüsteter fühlt man sich für die Zukunft. Das Erwerben neuer Fähigkeiten motiviert uns außerdem und macht die Arbeit erfüllender.

Skill up Your Employees

Durch Upskilling und Reskilling werden Mitarbeiter:innen also zufriedener mit dem Job und mit sich selbst. Doch auch aufseiten der Arbeitgeber:innen führt heutzutage kein Weg mehr daran vorbei.

Wer versucht, neu entstehende Aufgaben und Positionen mit Fachkräften von außen zu besetzen, kann sich auf langwierige Hiring-Prozesse einstellen. Und das bei schwindender Auswahl. Wer hingegen im eigenen Haus fortbildet, stärkt das Unternehmen.

Es gilt außerdem: keine falsche Scheu vor der Belegschaft! Wer Angst davor hat, mit zu vielen Skilling-Angeboten zu überfordern, irrt. Lediglich 34 Prozent der Befragten der globalen Erhebung von Deloitte gaben an, mit den Weiterbildungsmöglichkeiten zufrieden zu sein und fast 50% wären deshalb bereit, gegen eine Prämie ihr Unternehmen sofort zu wechseln.

Investitionen in die Mitarbeiter:innen werden also nicht nur von ihnen begrüßt, sie binden sie ans Unternehmen. Verbunden mit dem erhöhten Sicherheitsgefühl, was den eigenen Job angeht, kann auf diese Weise auch die Unternehmenskultur und das Miteinander aufgewertet werden.

Bonus: Wer mit gutem Konzept ebenenübergreifend upskillt, kann schnell positive Synergieeffekte und gegenseitiges Weiterbilden unter den Mitarbeiter:innen schaffen.

Wer nicht mit der Zeit geht…

Der Wirtschaftsstandort Deutschland wird sich verändern. Damit die Herausforderung des Fachkräftemangels nicht zur Überforderung wird, werden Unternehmen Recruiting neu denken und in die eigenen Mitarbeiter:innen investieren müssen. Diese müssen wiederum die Weiterbildung in Anspruch nehmen, wenn Sie das Tempo des Arbeitsmarkts halten wollen.

Das wird kein einfacher Prozess, mit rechtzeitigem Upskilling und Reskilling gibt es aber eine Antwort auf viele der aktuellen Problemstellungen von Arbeitgeber:innen und -nehmer:innen. Denn das Potenzial ist da, es muss nur genutzt werden.

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