Life & Style Kita-Krise in Deutschland: Hunderttausende Plätze fehlen

Kita-Krise in Deutschland: Hunderttausende Plätze fehlen

Mehr als 400.000 Kita-Plätze fehlen aktuell in ganz Deutschland. Zwar ist das Angebot in den letzten Jahren angestiegen, doch zeitgleich wird die Nachfrage immer größer, besonders bei jüngeren Kindern.

Das ermittelte eine aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung. Wenngleich seit 2013 Kinder ab einem Jahr Anspruch auf einen Kita-Platz haben, kann dem aktuell nicht nachgekommen werden: 385.900 Kita-Plätze fehlen in Westdeutschland, 44.700 Plätze in Ostdeutschland.

Ein großes Problem ist an dieser Stelle der Fachkräftemangel. Bereits aktuell betreuen die Erzieherinnen und Erzieher zu viele Kinder pro Person. Im Westen ist eine Fachkraft durchschnittlich für 3,4 Kinder in Krippengruppen und 7,7 Kinder in Kindergartengruppen verantwortlich. Im Osten sind es pro Erzieherin oder Erzieher 5,4 Kinder in Krippengruppen und 10,5 Kinder in Kindergartengruppen. In Ostdeutschland ist der Fachkräftemangel demnach ein noch größeres Problem als in Westdeutschland, denn den Empfehlungen der Bertelsmann Stiftung zufolge müsste der Personalschlüssel bei 1 zu 3 bei Krippengruppen und 1 zu 7,5 bei Kindergartengruppen liegen.

Die Studie sieht an dieser Stelle sofortigen Handlungsbedarf. Durch diesen seien signifikante Verbesserungen bis 2030 definitiv möglich sind. In den östlichen Bundesländern besteht aufgrund sinkender Kinderzahlen die Chance, den Personalschlüssel an das Westniveau anzugleichen und die Platzkapazitäten zu decken. Allerdings ist dafür eine dringende Maßnahme erforderlich: Das derzeitige Personal in den Kitas im Osten darf nicht entlassen werden, sondern es müssen sogar zusätzliche Fachkräfte gewonnen werden.

Für die westdeutschen Bundesländer könnte es schwieriger sein, bis 2030 die Ziele in Bezug auf die Platzkapazitäten und den Personalschlüssel zu erreichen. Hier wird ein schnellerer Ausbau gefordert, wobei Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein tendenziell positivere Aussichten haben.

Als kurzfristige Lösung schlägt die Stiftung vor, das pädagogische Personal von administrativen Aufgaben zu entlasten und in einigen Bundesländern die Kita-Öffnungszeiten zu kürzen. Dieser Schritt erfordert jedoch eine individuelle Abstimmung zwischen Kommunen, Trägern und Eltern. Für langfristige Verbesserungen sind unter anderem bessere Arbeitsbedingungen für Betreuerinnen und Betreuer unerlässlich.

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