Leadership & Karriere Nachfolgen ist das neue Gründen

Nachfolgen ist das neue Gründen

Warum Nachfolger von außen zunehmend bessere Karten haben

Und hier kommen die Gründerinnen und Gründer ins Spiel. Wer sagt eigentlich, dass eine Gründung immer „auf der grünen Wiese“ erfolgen und jeder Gründer die Welt neu erfinden muss? Ohne Frage: Es ist verlockend, seine eigene Geschäftsidee ganz nach den individuellen Wünschen umzusetzen. Doch so viel anders ist die Gründung aus Sicht des neuen Geschäftsführers oder der neuen Geschäftsführerin auch nicht, wenn er oder sie eine bestehende Firma mit ihren Mitarbeitenden, Kunden und Produkten übernimmt im Zuge einer Nachfolgeregelung. 

Bewährte Prozesse und Produkte machen die Übernahme-Gründung einfach

Was die Entscheidung zwischen Übernahme und Neugründung angeht, gibt’s keine One-Size-Fits-All-Regel. Jeder hat seine eigenen Gründe und Ziele. Aber hier ist die eine bestimmte Sache: Übernehmen heißt, mit einem bereits eingerichteten Unternehmen zu starten, inklusive aller guten Sachen wie einem soliden Geschäftsmodell, loyalen Kunden und erfahrenem Personal. Auf der anderen Seite, wer eine Firma von null hochzieht, braucht besonders starke Nerven aus Stahl und viel Zeit. Man ist zwar der Boss, aber um einen herum müssen erst einmal alle von den Ideen überzeugt werden; und das kann dauern. Anders sieht es aus, wenn man die Nachfolge bei einem etablierten Unternehmen übernimmt. Klar, auch hier werden die „Neuen“ erst einmal beäugt. Aber sie können sich dann vor allem auf das Zwischenmenschliche und Kulturelle konzentrieren, wenn die Produkte und Prozesse bereits erfolgreich und etabliert sind. Das macht den Start ungleich leichter und auch die Risiken für einen Fehlschlag deutlich geringer. Gerade das könnte übrigens ein Trumpf sein, um die Gen Z etwa für die Übernahme und die Nachfolgeregelung als Alternative zur eigenen Gründung zu überzeugen. Auch dem deutschen Mittelstand würde diese Verjüngungswelle gut tun – vielerorts könnten frische Ideen, die auf bewährten Business-Modellen aufsetzen, für eine Entstaubung sorgen. Gerade die Gen Z ist, allen Unkenrufen zum Trotz, eine Gestalter-Generation, aber auch eine, die Sicherheit zu schätzen weiß. Und genau die ist höher, wenn man als Gründerin oder Gründer mit einer etablierten Idee und Firma durchstartet.

Höherer Kapitalbedarf, aber viele innovative Finanzierungsquellen

Richtig ist: Die Übernahme einer etablierten Firma ist wesentlich teurer als beispielsweise die Gründung mit einem kleinen Onlineshop oder als One-Man-Unternehmer-Show. Doch zugleich existiert eine Vielzahl von Förderprogrammen und anderen Finanzquellen, mit denen sich der erhöhte Kapitalbedarf gut decken lässt. Eine Übernahme mag zwar mit einem höheren, auch persönlichen Investment verbunden sein, allerdings ist zweifelsohne eine viel größere Substanz vorhanden und beim gewünschten Wachstumskurs wäre dieses Invest ohnehin früher als später fällig   – mit einer Übernahme hat man die nächsten Wachstumsschritte schon mit eingekauft. Von Partnern bis zu Kunden – man startet nicht bei null. Hinzu kommt: Mit der steigenden Zahl von Unternehmen zum Verkauf haben Gründer mehr Auswahl. Und wenn’s um Flexibilität und den richtigen Match zwischen einem selbst und dem Unternehmen geht, können erfahrene Investmentfirmen als Ratgeber und „Heiratsvermittler“ sehr hilfreich sein. Sie haben die Kontakte, das Wissen und können bei der Finanzierung unter die Arme greifen. 

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