Life & Style „Das ist mein Ding!“

„Das ist mein Ding!“

Zunächst die Frage: Weshalb gehen Fan-Made-Trailer und Edits, also Minischnipsel, die es auch von TV Shows oder Filmen gibt, so steil? Denn die sind heute, schnieke mit Musik unterlegt, fester Bestandteil des Online-Lebens. Und da gäbe es Tobias Budde, der nicht nur Fußball-Fan-Edits baut. Wir haben mal mit Tobias telefoniert.

Fangen wir mit der Einordnung an, dem Verständnis, worum es bei der Geschichte geht, bevor wir zu Mr. Fußball finden. Was ist denn nun eigentlich so ein Edit? Wo kommt der her? Und was mach´ ich damit? Von der „New York Times“ heißt es dazu stocksteif: „Diese Art von kurzen Videos, in denen Szenen aus Filmen und Fernsehsendungen von begeisterten Zuschauern neu abgemischt und vertont werden, sind als Fan-Edits oder einfach als Edits bekannt.“ Aha. Flugs wurden die Kurzvideos von irre Begeisterten zur Nabelschau der Online-Fangemeinde, als Ventil, um so die heiß und innig verehrten Shows oder Filme zu pushen. Nochmal kurz die US-Zeitung: „Die Videos fungieren als inoffizielle Trailer und verbreiten sich oft viral. Einige zoomen auf bestimmte Persönlichkeiten und zeigen Aspekte eines Charakters, die sonst vielleicht übersehen werden. Andere, so genannte ´Durst´-Edits, loben die Figuren – und die Schauspieler, die sie spielen – für ihren Sexappeal.“ 

Mario-Edit machte es vor

Da brauchen wir doch Beispiele oder? Ein feines, wenn auch älteres Exemplar für den Megahype: Ein hübscher Super-Mario-Trailer, produziert vom Superfan Joe Nicolosi. Vorgestellt wurde der Urahn der heutigen Clips auf der legendären US-Techmesse SXSW. 2011 war das. Darin erzählt Joe schön crazy die Geschichte von Nintendos Videospielfigur, dem Klempner Mario. Erfunden wurde das Videogame „Super Mario Bros.“ vom Japaner Shigeru Miyamoto 1985. Da war der Mann gerade mal 33 Jahre jung. Wir wissen alle: die bunte Figur von Nintendo ist eine der berühmtesten in der Geschichte der Videospiele und inspirierte Fernsehsendungen, Filme, Comics und eine Reihe von Lizenzprodukten. Aber nicht nur solch ein Videospiel regt die Fantasie der Nutzer an. Dann noch das hier: 2019, als sich der Film „Top Gun: Maverick“ so langsam in der PR-Welt warmlief, konnten sich Snapchat-Nutzer eine Vorschau des Films auf ihrem Smartphone in einem horizontalen Split-Screen-Format ansehen. Gleichzeitig ließ sich die eigene, vom Film ausgelöste Mimik per Frontkamera des Geräts grabben. Später landete das Edit-Video dann bei anderen Nutzer, oder ließ sich als Story veröffentlichen. Wirklich nice!

Immer dem Ball hinterher …

Und da kommen wir jetzt schon zu Tobias Budde. Der Journalist und Podcaster ist auf  Plattformen wie Snapchat als „der sportreporter“ unterwegs. Knapp 11.000 Abonnenten folgen ihm dort, wenn er über Fußball oder Sport parliert. Bei seinen Soccer-Fan-Edits geht es um die Welt der Bälle. Oder um Pässe, Statistiken oder die Bombenfrage, weshalb wir doch jetzt bitte, bitte, bitte mal und unbedingt Pascal Groß im Team der Deutschen Nationalmannschaft bei der anrollenden Heim-EM als Topkicker brauchen. Budde nimmt die Leute mit, weil er in seiner freundlich-seriösen-niederrheinischen Art Infos trocken auf den Punkt bringt. Ganz ohne Geheische oder buntes Geplärre. Im exklusiven Business Punk Interview erzählte er, was ihn bei den Fan-Made-Edits so anfeuert und weshalb er sich das alles antut: „Ich will die Anlaufstelle für die heranwachsende Generation werden, wenn es um Fußball geht“, sagt er. Kann er ruhig so sagen, denn der Mann ist überall unterwegs. Geboren 1993, Abitur in Kleve, das Studium – und dann über den Kärrnerweg ab zum Journalismus über die Anfangstage bei der NRW-Tageszeitung „Rheinische Post“ bis hin zum 2023er-Gesicht beim American Football bei RTL und RTL+. Im Interview sagte er über den Gründe, die ihn morgens aus dem Bett schubsen: „Man soll mich mit guten Inhalten in Verbindung bringen, mit guten Fragen. Ich bin ein Fan davon, Träume auszusprechen. Ob die sich dann erfüllen, müssen wir abwarten.“ Worauf er damit anspielt? Die Fußball-WM 2026 in den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko macht ihn schon heute ganz wuschig. Was will Tobias denn dort stemmen? „Da will ich am Seitenrand stehen und Spieler mit Fragen löchern.“ Was ihn gerade noch so mental umtreibt, klingt dann so: „Ich finde die neuen Kleinfeld-Ligen sehr interessant, das sind Sachen die sehr reizvoll sind.“ Okay, hatte der Autor auch noch nie einen Minimucks von gehört. Wohin die Reise für den Sportreporter Budde geht? „Das ist das schwer zu sagen. Ich mag die App, weil ich Videos für Freunde machen kann. Und ich mag die ´Spotlight Rubrik´, mit der ich viele Leute erreiche.“ Eins ist für ihn sonnenklar: „Mir macht das damit alles sehr, sehr viel Spaß! Das ist mein Ding!“ Und für uns, dass wir von ihm sicher noch viel mehr hören werden … und den Fan-Made-Trailern im Netz.  

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