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Futuristisches Design: BMW’s E-Cruiser für die City von morgen

City von morgen
BMW
Erschienen
Lesezeit4 Min · 737 Wörter

Mitte November lässt in Berlin-Haselhorst das Wetter zu wünschen übrig, aber das ist ziemlich egal, denn die Aussichten für den Tag klingen vielversprechend: BMW stellt seinen neuen E-Scooter zum Produktionsstart vor. Urbanes Gerät, Mobilität von morgen!

Beim Eintreten in die Biker Bar auf dem BMW-Werksgelände war von der Mobilität von morgen erst einmal nur wenig zu spüren: Größtenteils Männer in ihren Fünfzigern haben sich um die Stehtische herum versammelt, FFP2-Masken vor den Gesichtern. Lediglich einzelne Besucher aus Universitäten und aufgeregte BMW-Mitarbeiter lassen erahnen, dass hier gleich ein neuer Schritt in Richtung Elektrozukunft gewagt wird.

Doch von Anfang an: Bereits 2011 hat BMW Motorrad ein erstes Konzept für elektrisierte Zweiräder vorgestellt. 2014 folgte der E-Scooter C Evolution. Ab Frühjahr 2022 soll dann mit dem CE 04 die nächste Stufe erreicht werden. Produziert wird der Scooter vollständig im Berliner BMW-Werk.

Die Reichweite des CE 04 verkürzt sich im Gegensatz zur Evolution Long Range Version von 160 auf 130 Kilometer. Ein bewusster Schritt, sagt Antonia Cecchetti, Spokesperson bei BMW Motorrad. Die 130 Kilometer sollen für eine knappe Woche Stadtleben reichen. „Zwölf bis 15 Kilometer fährt der Durchschnittsmetropolist am Tag“, sagt Cecchetti. Mit der optionalen Schnellladefunktion soll der Scooter anschließend in 45 Minuten von 20 auf 80 Prozent aufgeladen werden können.

Die CE 04 soll für BMW den Eintritt in einen potenziellen Massenmarkt schaffen. Das Design der Maschine wirkt futuristisch, die dazugehörige Jacke erinnert dank LEDs und Oversize-Schnitt eher an Mode vom Laufsteg als an Motorradschutzkleidung. Auch das Smartphone soll mit dem Scooter verbunden werden können.

Das alles ist ein ziemlicher Bruch mit dem, wofür BMW im Zweiradbereich bislang stand – und wofür man sich einen Legendenstatus erarbeitet hat. Dieser Wurf führt weg aus einer Welt, in der bislang Leder, Serpentinen, Drehmoment und Schrauberei zählten.

Cecchetti sagt, dass die Zielgruppe auch eine ganz andere sei: „Ein Scooter wie die CE 04 richtet sich an Leute, die sich mit dem Thema urbane Elektromobilität auseinandersetzen wollen.“ BMW will so auch die nächste Generation von Käufern erobern, Töchter und Söhne all jener, die einst auf der R 80 oder der R nineT begriffen haben, was Freude am Fahren bedeutet – BMW als Familienmarke.

Um auf dem deutschen Markt erfolgreich sein zu können, muss das Zweirad zunächst allerdings aus der Nische herausgeholt werden. Während in südeuropäischen Ländern E-Scooter zum festen Stadtbild gehören, ist hierzulande die Zahl derjenigen, die auf große Scooter für den Stadtalltag setzen, noch überschaubar. Dabei dürfte sich der vermehrte Einsatz von Zweirädern lohnen: Bis 2030 sollen laut dem BMW-Mobilitätsforscher Frank Hansen über 60 Prozent der Bevölkerung in urbanen Zentren leben.

Und der Zuspruch, den E-Moped-Anbieter wie Tier, Emmy oder mittlerweile auch Felyx in deutschen Städten erleben, spricht eine deutliche Sprache. Auch zugute kommt BMW, dass Zweiräder in der Pandemie neue Begeisterung als Freizeitobjekte erlebten – die Nachfrage nach Motorradkursen ist von den Fahrschulen derzeit kaum zu bewältigen.

City von morgen
(Credits: BMW)

Bei einem Anschaffungspreis von knapp 12 000 Euro für das Einstiegsmodell ist die CE 04 allerdings nicht unbedingt juniorgehaltsfreundlich. Das wird zudem ohne Schnellladefunktion ausgeliefert. Die Frage ist, ob es hier nicht sinnvoll wäre, zum Auslieferungsstart im Frühjahr 2022 direkt ein eigenes Sharingkonzept rund um das neue Produkt anzubieten?

Laut Cecchetti gibt es bisher noch keine Sharingpläne, doch sie sagt: „Selbstverständlich macht es Sinn, dass diese ganzen Mobilitätskonzepte irgendwann ineinandergreifen. Wir wollen natürlich auch immer Vorreiter sein, und der CE 04 ist prädestiniert dafür, Teil eines solchen Konzepts zu werden.“

Vorreiter sein? Nimmt man den Münchnern durchaus ab, wenn man bei der Werksbesichtigung ein wenig nach links und rechts schaut. Mitarbeitende werden für die Fertigung des CE 04 mit Virtual-Reality-Brillen geschult, die Prozesse innerhalb der Produktion dann mithilfe von VR-Technologie optimiert. Und das alles für ein Produkt, das aussieht, als würde es direkt aus einer „Blade Runner“-Fortsetzung stammen. Möge die Zukunft auch dank dem CE 04 besser werden als im Film.

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Michael Gnahm

Michael studiert Marketingkommunikation, weil er es mit klassischen Studiengängen wie Wirtschaftswissenschaften einfach nicht so hat. In den Journalismus ist er zufällig reingestolpert und mittlerweile voll in Love. In seiner Freizeit hört er gerne musikalische Kunstwerke aus dem Bereich des deutschen Sprechgesangs. Also komm ins Café, wir müssen reden!