Tech & Trends KI und Software treiben Digitalwirtschaft an – doch nicht alle Branchen profitieren

KI und Software treiben Digitalwirtschaft an – doch nicht alle Branchen profitieren

Die deutsche Digitalwirtschaft wächst weiter: 4,4 Prozent Plus und tausende neue Jobs prognostiziert der Bitkom für 2025. Während Software und KI boomen, kämpft die Branche mit hohen Energiekosten im EU-Vergleich.

Die deutsche Digitalbranche zeigt sich als robuster Wirtschaftsmotor. Trotz gesamtwirtschaftlicher Herausforderungen prognostiziert der Branchenverband Bitkom für 2025 ein Umsatzplus von 4,4 Prozent auf 235,8 Milliarden Euro. Besonders erfreulich: Der Jobmotor läuft auf Hochtouren – 9.000 neue Stellen sollen entstehen. Die Wachstumsdynamik bleibt damit auf ähnlichem Niveau wie im Vorjahr, als die Branche um 4,7 Prozent zulegte.

Software als Wachstumsturbo

Der klare Star im digitalen Portfolio ist die Softwarebranche. Mit einem prognostizierten Wachstum von knapp zehn Prozent entwickelt sie sich zum Zugpferd der gesamten Digitalwirtschaft. Künstliche Intelligenz und Cloud-Computing erweisen sich dabei als entscheidende Treiber. Die Transformation hin zu KI-gestützten Anwendungen und cloudbasierten Lösungen beschleunigt sich spürbar und schafft neue Geschäftsfelder.

Hardware-Comeback und Telko-Stabilität

Nach schwierigen Jahren zeigt auch der Hardware-Markt wieder Lebenszeichen. Besonders die Nachfrage nach gemieteten Serverkapazitäten, Netzwerkinfrastruktur und Speicherlösungen zieht an. Der Bitkom rechnet zudem mit steigenden Absatzzahlen bei Tablets, Notebooks und Desktop-PCs. Auch der Telekommunikationsmarkt entwickelt sich positiv.

Einzig die Unterhaltungselektronik schwächelt weiterhin. Hier setzt sich der Abwärtstrend der vergangenen fünf Jahre fort – die Umsätze dürften um 3,3 Prozent auf 7,6 Milliarden Euro sinken.

Strompreisbremse als Innovationshebel

Die Erfolgsstory hat jedoch einen Haken: Die Energiekosten. Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst kritisiert die im europäischen Vergleich hohen Strompreise als massiven Wettbewerbsnachteil. „Es macht keinen Sinn, KI mit Milliardensummen zu fördern, nur um die Mittel parallel durch die überhöhte Stromsteuer wieder an den Fiskus zurückzuleiten“, mahnt Wintergerst in einem Statement. Eine paradoxe Situation – während die Branche einerseits als Innovationsmotor gefördert wird, bremsen hohe Energiekosten andererseits ihre Wettbewerbsfähigkeit.

Seite 1 / 3
Nächste Seite

Das könnte dich auch interessieren