Tech & Trends Chinas KI-Spion? DeepSeek im Visier deutscher Datenschützer

Chinas KI-Spion? DeepSeek im Visier deutscher Datenschützer

Deutschlands oberste Datenschützerin will die chinesische KI-App DeepSeek aus den App-Stores verbannen. Der Vorwurf: Massive Datenabflüsse nach China. Ein Datenschutz-Showdown mit globalen Folgen.

Die KI-Welt hat einen neuen Shootingstar – und gleichzeitig einen neuen Problemfall. DeepSeek, der chinesische KI-Chatbot, der mit beeindruckender Performance und minimalen Entwicklungskosten die Tech-Szene aufmischte, steht nun im Zentrum eines internationalen Datenschutz-Konflikts. Deutschlands oberste Datenschützerin Louisa Specht-Riemenschneider fordert die Entfernung der App aus allen deutschen App-Stores.

Der Grund: massive Bedenken bezüglich der Datensicherheit und möglicher Überwachung durch chinesische Behörden. „China hat kein Datenschutzniveau, das unserer Datenschutz-Grundverordnung entspricht“, so die klare Position der Bundesdatenschutzbeauftragten laut „Stern“.

Datenschutz-Offensive gegen DeepSeek

Die Vorwürfe wiegen schwer: DeepSeek soll personenbezogene Daten wie Gerätemodell, Betriebssystem, Tippverhalten und IP-Adressen erheben und auf Servern in China speichern. Besonders brisant: Sämtliche Nutzereingaben in die Chatbot-Modelle DeepSeek-V3 und DeepSeek-R1 werden nach China übertragen, wie „Merkur“ berichtet.

Während das Unternehmen beteuert, chinesische Behörden erhielten nur bei Strafverfolgungen Zugriff auf Serverdaten, äußern westliche Regierungen massive Zweifel an dieser Darstellung. Die Berliner Datenschutzbeauftragte Meike Kamp hatte bereits im Juni bei Google und Apple eine Meldung wegen „rechtswidrigen Inhalts“ eingereicht. In einer offiziellen Mitteilung heißt es, DeepSeek habe „nicht überzeugend nachweisen können, dass Daten deutscher Nutzer:innen in China auf einem der Europäischen Union gleichwertigen Niveau geschützt sind“. Specht-Riemenschneider unterstützt diesen Vorstoß nun auf Bundesebene und bezeichnet Datenabflüsse nach China als „äußerst kritisch“, wie „Stern“ meldet.

Globale Sicherheitsbedenken

Deutschland steht mit seinen Bedenken nicht allein. Tschechien, die USA, Südkorea, Italien, Taiwan und Australien haben bereits Maßnahmen gegen DeepSeek ergriffen. In den USA haben Behörden wie die NASA und das Verteidigungsministerium ihren Mitarbeitern die Nutzung untersagt. Ein hochrangiger US-Regierungsbeamter erhob laut „Merkur“ sogar den Vorwurf, DeepSeek leite „im großen Stil Nutzerdaten und Statistiken an Chinas Überwachungsapparat weiter“. Zudem soll das Unternehmen versucht haben, über Briefkastenfirmen in Südostasien sanktionierte Nvidia-Chips zu beschaffen. Besonders pikant: Der technologische Fortschritt von DeepSeek ist beachtlich.

Erst kürzlich präsentierte das Unternehmen eine neue Technologie namens Generative Reward Modeling (GRM), die in Zusammenarbeit mit der Universität Tsinghua entwickelt wurde. Diese Methode verbessert die Schlussfolgerungsfähigkeit großer Sprachmodelle erheblich und ermöglicht der KI, eigene Bewertungsmaßstäbe zu entwickeln – eine Form der Eigenreflexion, die ressourcenschonender und präziser arbeiten soll als herkömmliche Ansätze.

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