She'sPunk · Andrea Kuhn

Dieser Raum hat mich gewählt

Sie hat gelernt, auch das Team zu führen. Zuzuhören. Loszulassen. Und irgendwann auch zu vertrauen. Vor allem einer: Maria Gorbatschova.
Green Door Bar Sie hat gelernt, auch das Team zu führen. Zuzuhören. Loszulassen. Und irgendwann auch zu vertrauen. Vor allem einer: Maria Gorbatschova.
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Lesezeit5 Min · 962 Wörter
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Wie Andrea Kuhn die legendäre Green Door Bar nach dem Tod ihres Mannes übernahm – und daraus einen Ort machte, an dem Erinnerung und Gegenwart im Takt eines Drinks verschmelzen.


Ein Porträt zum 30. Geburtstag der Green Door Bar.

Der Raum, der bleibt

Die Green Door Bar riecht nach Holz, nach Geschichten, nach einem Leben, das nicht vergeht. Die Wände sind mit Spachtelmaserung bemalt, die Stühle seit dreißig Jahren dieselben. Wer eintritt, spürt sofort: Dies ist kein Instagram-Hintergrund, kein durchgestylter Szenetempel. Dies ist ein Raum mit Charakter. Mit Geschichte. Mit Seele.

„Mein Mann hat ihn gestaltet – und geistig bewohnt“, sagt Andrea Kuhn. „Ich kam als seine Frau hierher, aber sehr schnell wurde mir klar: Dieser Ort verlangt Respekt.“ Fritz Müller-Scherz, der Mann, der die Green Door 1995 gründete, war vieles: Schauspieler, Drehbuchautor, Musikliebhaber, Trompeter. Ein Mensch, der Räume verstand – und mit Jazz füllte. Die Bar war seine Bühne, sein Rückzugsort, sein Geschenk an die Stadt.

Als er 2015 starb, war nichts vorbereitet. Keine Nachfolge geregelt. Keine Übergabe geplant. „Und doch war klar: Ich mache das. Nicht, weil ich es wollte. Sondern weil es sich richtig anfühlte.“

Eine Entscheidung aus Liebe

Kuhn, Dramaturgin und Filmfrau, hatte eigentlich andere Pläne. Doch sie zögerte nicht. Trotz Zweifeln aus dem Umfeld, trotz der Frage: „Kann sie das?“ Sie konnte. Und sie tat es. Aus Liebe. Aus Verantwortung. Und aus einem Gefühl tiefen Respekts gegenüber dem Werk ihres Mannes.

„Ich musste erst lernen, wie man eine Bar führt“, sagt sie. „Verantwortung übernehmen, Finanzen verstehen, ein Gespür für Gäste entwickeln.“ Und gleichzeitig: Nichts verändern, was nicht verändert werden durfte. Denn ihr Mann hatte ihr einen Wunsch hinterlassen: Dass sich nichts ändert. Nicht das Licht. Nicht die Stimmung. Nicht der Zauber.

„Es hat Jahre gedauert, bis ich sagen konnte: Die Bar gehört auch mir.“

Portrait Susie von den Stemmen

Susie von den Stemmen

Mit über 30 Jahren Erfahrung in den Medien hat Susie eine vielseitige Karriere als TV-Redakteurin, Print- und Online-Journalistin verbracht. Ihr Fokus liegt auf Kultur, Auto- und Lifestylethemen, in denen sie eine umfassende Expertise aufgebaut hat. Diese Tätigkeiten haben ihr die Möglichkeit eröffnet, faszinierende Orte zu bereisen und ein umfassendes Netzwerk im Bereich der Persönlichkeiten hinter den Marken und VIPs aufzubauen. Susies beruflicher Werdegang begann nach dem Studium der Kommunikationswissenschaften und Germanistik mit einer ersten Berufsstation beim Disney Club (ARD), gefolgt von Redaktionsarbeiten für Gottschalk Late Night (RTL) und Jay Leno (NBC Los Angeles). Sie hat zahlreiche Fernsehaufträge für verschiedene Sender durchgeführt, darunter die Produktion von TV Beiträgen, Leitung von Studioredaktionen und die Akquise von Neugeschäft. Nachdem sie mit ihrer Familie nach Hamburg gezogen ist, hat sie ihre Karriere im Printbereich gestartet, zunächst bei Park Avenue für Gruner & Jahr und später bei Gala und anderen renommierten Titeln. Als VIP-, Automobil- und Kultur-Beauftragte hat sie weiterhin die Welt bereist, ihr Netzwerk ausgebaut und ihre Leidenschaft für die Auto-, Reise- und Genussszene vertieft. Aktuell leitet sie das Office! von den Stemmen in Hamburg und München. Kunden waren und sind: Bild, Cosmopolitan, Travellers World, Ramp, Audi Magazin, Air Tours, Lufthansa Magazin, DB Magazin, Tagesspiegel, Myself, Zeit Online, Instyle Men und nun auch Business Punk. Neben ihrem Wohnsitz in Hamburg ist sie dank ihrer Porsche Rennlizenz weltweit im Einsatz, um fesselnde Geschichten rund um Automobilität, Kultur und Lifestyle zu generieren.