Tech & Trends Teslas 29-Milliarden-Köder: So kauft sich der E-Autobauer Musks Loyalität

Teslas 29-Milliarden-Köder: So kauft sich der E-Autobauer Musks Loyalität

Tesla greift tief in die Tasche, um seinen umtriebigen CEO an Bord zu halten. Ein neues Aktienpaket im Wert von 29 Milliarden Dollar soll Musk vom Absprung abhalten – während der Rechtsstreit um ein noch größeres Paket weitergeht.

Der Elektroauto-Pionier Tesla hat einen drastischen Schritt unternommen, um seinen visionären, aber flatterhaften CEO Elon Musk an das Unternehmen zu binden. Der Vorstand genehmigte ein Aktienpaket im Wert von sagenhaften 29 Milliarden Dollar, nachdem Musk offenbar mit seinem Abgang gedroht hatte.

Der Deal zeigt, wie verzweifelt der E-Auto-Hersteller darum kämpft, seinen Frontmann zu halten – und welchen Preis der Konzern dafür zu zahlen bereit ist.

Die goldenen Handschellen

Der Sonderausschuss des Tesla-Vorstands hat Musk für die kommenden zwei Jahre 96 Millionen Aktien zugesprochen, wie laut „t-online.de“ aus Unternehmensunterlagen hervorgeht. Der Clou: Musk kann die Anteile zum Vorzugspreis von nur 23,34 Dollar pro Aktie erwerben – während der aktuelle Börsenkurs bei rund 302 Dollar liegt. Dieses Arrangement entspricht exakt dem Ausübungspreis seines umstrittenen Vergütungsprogramms aus dem Jahr 2018, berichtet „derstandard.de“.

„Wir sind uns bewusst, dass Elons geschäftliche Unternehmungen, Interessen und andere potenzielle Anforderungen an seine Zeit und Aufmerksamkeit umfangreich und vielfältig sind“, so das Unternehmen in einem Schreiben, aus dem die Nachrichtenagentur Reuters zitiert. Die Botschaft zwischen den Zeilen: Tesla fürchtet, dass Musk seine Aufmerksamkeit zunehmend auf seine anderen Unternehmen wie SpaceX, X (ehemals Twitter) oder Neuralink konzentrieren könnte.

Juristisches Tauziehen um Milliarden

Das neue Aktienpaket steht im Schatten eines jahrelangen Rechtsstreits um ein noch umfangreicheres Vergütungspaket. Wie „watson.ch“ berichtet, wurde ein 2018 vereinbartes Paket im Wert von etwa 50 Milliarden Dollar nach einer Aktionärsklage von einem Gericht in Delaware für ungültig erklärt. Die Richterin argumentierte, Musk habe bei den Verhandlungen zu viel Einfluss im Hintergrund ausgeübt und die Anteilseigner seien nicht ausreichend informiert worden.

Trotz einer ungewöhnlichen nachträglichen Billigung durch die Tesla-Aktionäre bei einer Hauptversammlung im Juni 2024 blieb die Richterin bei ihrer Ablehnung. Tesla legte Berufung ein, wie das „Manager Magazin“ dokumentiert. Sollte das alte Paket doch wieder für gültig erklärt werden, wäre die neue Zuteilung hinfällig – ein Schachzug, der die komplexe Abhängigkeit zwischen dem Unternehmen und seinem CEO unterstreicht.

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