Finance & Freedom Das ist die schonungslose Wahrheit über die deutsche Rentenpolitik

Das ist die schonungslose Wahrheit über die deutsche Rentenpolitik

Dieses Land führt die falsche Debatte. Und wenn schon alle Welt über die Rente redet, dann muss diese Debatte aus der Sicht der Macher von morgen geführt werden.

Kein Mut, keine Kraft, keine Idee: Was uns die Bundesregierung als Rentenreform verkauft, ist ein Weiterwurschteln mit Ablaufdatum. Sie entzieht sich damit selbst die Legitimation, uns Bürgerinnen und Bürger auch nur an irgendeiner Ecke finanziell noch stärker zu belasten. Und sie prägt dieses Land mit einem verkehrten Stempel.

Das Zementieren des Status Quo nennt sich in der Sprache der zuständigen SPD-Sozial- und Arbeitsministerin Bärbel Bas „Reform“. Festgeschrieben wird damit bis auf Weiteres das Rentenniveau von 48 Prozent. Die CSU hat die Erhöhung der Mütterrente durchgesetzt. Beides führt zu höheren Rentenbeiträgen für Betriebe und ihre Beschäftigten: von jetzt 18,6 auf später 22,3 Prozent des Bruttolohns. Dabei sind die Lohnnebenkosten mit 41,9 Prozent schon so hoch, dass Arbeitnehmer und Arbeitgeber ächzen. Mit der jetzt angepeilten Erhöhung bewegen sie sich stramm in Richtung 50 Prozent. Zum völlig nachvollziehbaren Schritt, angesichts einer älter werdenden und gesünder bleibenden Bevölkerung, das Renteneintrittsalter nach oben zu verschieben, konnte sich mal wieder keiner durchringen. Stattdessen heißt die Devise: Weiterwurschteln im Wissen, dass es so nicht geht.

Dazu kommt: Schon jetzt umfasst der Bundeshaushalt mehr als 120 Milliarden Euro im Jahr an Zuschüssen des Bundes an die Rentenversicherung. Zwar nimmt die schwarz-rote Koalition 850 Milliarden Euro an neuen Schulden auf – doch für die Rente ist das Geld nicht vorgesehen. Angesichts dieser Summen sind all die Sparbemühungen und Diskussionen etwa ums Bürgergeld geradezu Peanuts. Der lockere Umgang der Regierenden mit dem Geld der anderen bringt jeden Steuerzahler in Rage. Wäre die Regierung eine Bank, hätten die Kunden ihr jetzt das Konto gekündigt. Denn sie fragen sich völlig zu Recht, ob ihre Steuern von diesem Staat gut investiert werden.

Und schließlich: Die Rentendebatte geht alle an. Aber sie ist auch die Debatte eines alten ermatteten Landes, das die Probleme einer Generation behandelt, die in die Ausruhphase eingetreten ist. Unsere Zukunft liegt in den Händen der 20- bis 40-Jährigen und nicht der 60- bis 80-Jährigen. Und wenn wir das Rententhema aus ihrer Sicht voranbringen wollen, dann ist eine weitere Belastung der Macher von morgen garantiert schon heute die falsche Lösung.

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