Tech & Trends Browserkrieg 2.0: Perplexity zielt mit Milliarden-Deal auf Googles Kronjuwel

Browserkrieg 2.0: Perplexity zielt mit Milliarden-Deal auf Googles Kronjuwel

Ein KI-Startup will Google den Browser Chrome abkaufen – mitten im Kartellverfahren. Perplexity bietet 34,5 Milliarden Dollar und könnte damit das Suchmaschinen-Monopol aufbrechen.

Ein David fordert Goliath heraus – und zwar mit einer astronomischen Summe. Das KI-Startup Perplexity hat Google ein unaufgefordertes Kaufangebot für den Chrome-Browser in Höhe von 34,5 Milliarden Dollar unterbreitet.

Das Timing ist kein Zufall: Aktuell prüft ein US-Gericht, ob Google seinen Browser im Rahmen eines Kartellverfahrens verkaufen muss. Mit dem Coup könnte sich das junge Unternehmen Zugang zu über drei Milliarden Nutzern verschaffen – und die Machtverhältnisse im Internet grundlegend verändern.

Browser als Einfallstor zur Suchmaschinen-Dominanz

Die Offerte kommt zu einem kritischen Zeitpunkt. Google steht seit 2020 vor Gericht, weil der Konzern laut „Welt“ seine Marktmacht missbraucht haben soll. Der Vorwurf: Durch Zahlungen an Gerätehersteller sorgte Google dafür, dass seine Suchmaschine überall voreingestellt ist. US-Richter Amit Mehta gab den Klägern im April 2024 recht.

Eine mögliche Konsequenz: Der erzwungene Verkauf des Chrome-Browsers. In einem Brief an Alphabet-CEO Sundar Pichai erklärte Perplexity, das Angebot ziele darauf ab, „eine kartellrechtliche Abhilfemaßnahme im höchsten öffentlichen Interesse zu erfüllen, indem Chrome einem fähigen, unabhängigen Betreiber übergeben wird“, so „n-tv.de“. Google selbst zeigt bislang keinerlei Verkaufsbereitschaft und verweigert jeden Kommentar zur Offerte.

Finanzierung durch Tech-Investoren gesichert

Die Finanzierung des Mega-Deals wirft Fragen auf. Perplexity wird aktuell mit etwa 18 Milliarden Dollar bewertet – weniger als die Hälfte ihres Angebots für Chrome. Laut „heise.de“ hat das Unternehmen bisher rund eine Milliarde Dollar von namhaften Investoren wie Nvidia und SoftBank eingesammelt. Für die Chrome-Übernahme haben laut Perplexity mehrere große Risikokapitalfonds ihre Unterstützung zugesagt.

Der Wert des Chrome-Browsers wird von Marktbeobachtern zwischen 20 und 50 Milliarden Dollar geschätzt. Mit seinem Angebot positioniert sich Perplexity strategisch in der Mitte dieser Spanne. Das Unternehmen ist nicht der einzige Interessent – auch OpenAI hat bereits Kaufabsichten signalisiert, falls es zu einem Zwangsverkauf kommt.

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