Business & Beyond USA statt Magdeburg: Deshalb wechselt Intel seine Milliarden-Strategie

USA statt Magdeburg: Deshalb wechselt Intel seine Milliarden-Strategie

Die US-Regierung erwägt einen 10-Prozent-Einstieg bei Intel – der Chipriese reagiert mit Kurssprüngen. Gleichzeitig steigt Softbank ein. Was das für den aufgegebenen Standort Magdeburg bedeutet.

Die Börse feiert, was Deutschland verliert. Intel verzeichnet nach Bloomberg-Berichten über einen möglichen Staatseinstieg der US-Regierung einen Kurssprung von über fünf Prozent.

Gleichzeitig dürfte der Magdeburger Traum von der Chipfabrik endgültig ausgeträumt sein. Die Gründe liegen auf der Hand: Wer amerikanische Milliarden kassiert, baut auch in Amerika.

Staatliche Beteiligung als Rettungsanker

Die Biden-Administration verhandelt laut „DWN“ über einen zehnprozentigen Einstieg beim angeschlagenen Chipgiganten. Die Mechanik dahinter: Intel würde der US-Regierung Aktien als Gegenleistung für bereits zugesagte Subventionen überlassen. Konkret geht es um rund acht Milliarden Dollar aus dem US-Chips Act plus weitere drei Milliarden aus militärischen Projekten – zusammen knapp elf Milliarden Dollar, was ziemlich genau einem Zehntel der Intel-Aktien entspricht. Das Timing ist kein Zufall.

Intel kämpft seit Jahren mit massiven Problemen. Im KI-Chipmarkt hat Nvidia die Führung übernommen, während Intel gleichzeitig im klassischen Prozessorgeschäft unter Druck steht. Die staatliche Beteiligung könnte dem einstigen Marktführer dringend benötigte Stabilität verleihen.

Softbank als zweiter strategischer Investor

Parallel zur US-Regierung steigt auch der japanische Technologiekonzern Softbank bei Intel ein, wie die Wirtschaftswoche berichtet. Der von Masayoshi Son geführte Investor baut seine US-Aktivitäten massiv aus und ist bereits am „Stargate“-Projekt beteiligt – einem Vorhaben für gigantische KI-Rechenzentren, das gemeinsam mit OpenAI vorangetrieben wird. Softbank kontrolliert zudem den Chipdesigner Arm, dessen Technologie in praktisch allen Smartphones und Tablets steckt.

Die Doppelstrategie mit staatlicher und privater Unterstützung könnte Intel neuen Schwung verleihen. Doch nicht alle Experten teilen den Optimismus. Die UBS beließ ihr Kursziel bei 25 US-Dollar und die Einstufung auf „Neutral“. Laut Analyst Timothy Arcuri, so „DWN“, dürften bestehende Aktionäre nicht begeistert über die Verwässerung ihrer Anteile sein.

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