Finance & Freedom Renten-Falle: So viel Geld verlierst du wirklich an den Fiskus

Renten-Falle: So viel Geld verlierst du wirklich an den Fiskus

Die Renteninformation zeigt nur Bruttobeträge – der tatsächliche Auszahlungsbetrag liegt deutlich darunter. Wer die Besteuerungsregeln nicht kennt, plant mit falschen Zahlen und riskiert finanzielle Engpässe im Alter.

Die jährliche Renteninformation suggeriert finanzielle Sicherheit im Alter, doch die Realität sieht anders aus. Während die Deutsche Rentenversicherung jährlich rund 30 Millionen dieser Dokumente verschickt, übersehen viele Empfänger einen entscheidenden Punkt: Die ausgewiesenen Beträge sind Bruttowerte, von denen noch Krankenversicherung, Pflegeversicherung und vor allem Steuern abgehen. Wer seine Altersvorsorge auf diesen unbereinigten Zahlen aufbaut, plant mit einer gefährlichen Illusion.

Die schleichende Steuerbelastung

Die Besteuerung der Renten folgt einem klaren, aber für viele überraschenden Muster. Wer 2025 in den Ruhestand geht, muss bereits 83,5 Prozent seiner Rentenbezüge versteuern, lediglich 16,5 Prozent bleiben steuerfrei, wie „Chip“ berichtet. Dieser steuerfreie Anteil – der sogenannte Rentenfreibetrag – schmilzt jährlich weiter ab.

Für jeden späteren Renteneintritt steigt der zu versteuernde Anteil um 0,5 Prozentpunkte, sodass 2026 bereits 84 Prozent der Rente versteuert werden müssen. Die langfristige Entwicklung ist noch drastischer: Wer 2058 oder später in Rente geht, muss seine Altersbezüge zu 100 Prozent versteuern. Der Rentenfreibetrag entfällt dann vollständig. Diese schleichende Erhöhung der Steuerlast bleibt in der öffentlichen Wahrnehmung oft unterbelichtet, hat aber massive Auswirkungen auf die tatsächliche finanzielle Situation im Alter.

Digitale Tools gegen die Planungsfalle

Um die tatsächliche Rentenhöhe realistisch einzuschätzen, bieten sich digitale Lösungen an. Die „Digitale Rentenübersicht“ bündelt nicht nur die Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung, sondern integriert auch betriebliche und private Vorsorgeprodukte. Für eine fundierte Finanzplanung sollte das Rentenkonto zudem lückenlos sein – fehlende Zeiten können über eine Kontenklärung nachgetragen werden.

Besonders wertvoll sind Rentenbesteuerungsrechner, die zwei zentrale Fragen beantworten: Muss überhaupt eine Steuererklärung abgegeben werden? Und falls ja, wie hoch fällt die Steuerlast aus? Dabei gilt: Nicht jeder, der eine Steuererklärung abgeben muss, zahlt am Ende auch Steuern. Entscheidend sind die Gesamteinkünfte im Verhältnis zum Grundfreibetrag, wie „Chip“ erläutert.

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