Finance & Freedom Der „VolksBitcoin“ kommt: Volksbanken steigen ins Krypto-Game ein

Der „VolksBitcoin“ kommt: Volksbanken steigen ins Krypto-Game ein

Deutschlands Volksbanken entdecken Bitcoin & Co. für sich: 71 Prozent planen den Einstieg in den Kryptohandel. Die technische Plattform steht bereits – doch wie schnell kommt das Angebot wirklich zu den Kunden?

Die Kryptowelt erobert jetzt auch die konservative Bankenwelt. Fast drei Viertel der deutschen Volksbanken wollen künftig ihren Kunden den Handel mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen ermöglichen.

Laut heise zeigt eine aktuelle Umfrage des Genoverbandes einen deutlichen Anstieg des Interesses: Während 2023 noch 54 Prozent der Institute Kryptoangebote planten, sind es inzwischen 71 Prozent. Die digitale Transformation erreicht damit auch die traditionell eher vorsichtigen Genossenschaftsbanken.

Vom Pilotprojekt zum Massenangebot

Die technische Infrastruktur für das Krypto-Banking steht bereits. Nach Abschluss einer Pilotphase mit sechs ausgewählten Volksbanken können nun theoretisch alle Genossenschaftsbanken auf die Plattform der DZ Bank zugreifen, wie Springer Professional berichtet.

An der zugrundeliegenden Umfrage beteiligten sich 196 der 277 Volks- und Raiffeisenbanken im Verbandsgebiet des Genoverbandes, der Institute in allen Bundesländern außer Bayern und Baden-Württemberg vertritt. Der Zeitplan für die tatsächliche Einführung variiert jedoch erheblich: Ein Drittel der Institute will innerhalb von fünf Monaten starten, während 21 Prozent einen Zeitrahmen von sechs bis zwölf Monaten anpeilen. Bei 17 Prozent der befragten Banken müssen sich Krypto-interessierte Kunden noch bis zu zwei Jahre oder länger gedulden.

Krypto als „Selbstverständlichkeit“ im Produktportfolio

DZ-Bank-Chef Cornelius Riese sieht im Kryptoangebot eine logische Ergänzung des Produktspektrums. „Kryptoassets ist ein Finanzinstrument, was riskant ist, aber auf Nachfrage stößt“, argumentierte er kürzlich beim „Handelsblatt Banken-Gipfel“, so heise. Aus seiner Sicht sei es daher „eigentlich eine Selbstverständlichkeit“, Bitcoin und Co. anzubieten.

„Als Produkt für Selbstentscheider, die wissen, was sie tun, gehört das einfach in ein Angebotsspektrum unserer Organisation“, betonte Riese. Die Volksbanken reagieren damit auf einen Trend, den Neobanken wie N26, Trade Republic und Revolut längst erkannt haben. Diese bieten den Kryptohandel bereits seit Jahren an. Auch die Sparkassen haben ihren Widerstand aufgegeben und entwickeln über die Dekabank ein entsprechendes Angebot.

Zwischen Hype und Risiko: Was Anleger wissen sollten

Die Besonderheiten von Kryptowährungen bleiben bestehen: Bitcoin etwa ist auf maximal 21 Millionen Coins limitiert. Die Erzeugung durch komplexe Rechenprozesse wird zunehmend aufwendiger.

Während Anleger weitgehend anonym bleiben können, sind alle Transaktionen auf der öffentlichen Blockchain einsehbar. Notenbanker sehen Kryptoassets nach wie vor kritisch. Ihnen fehlt die staatliche Kontrolle, und die extremen Kursschwankungen bergen erhebliche Risiken. Dennoch scheint die Nachfrage so groß, dass selbst traditionelle Bankhäuser nicht länger abseitsstehen wollen.

Business Punk Check

Der Krypto-Einstieg der Volksbanken ist kein revolutionärer Move, sondern überfälliges Nachholen. Die etablierten Geldhäuser haben den Krypto-Trend jahrelang verschlafen, während Neobanken längst abkassieren. Die Wahrheit: Für viele Volksbanken ist das Kryptoangebot mehr Imagekorrektur als Überzeugungstat.

Entscheidend wird sein, wie nutzerfreundlich und preislich attraktiv die Angebote tatsächlich werden. Wer als Anleger auf den VolksBitcoin wartet, sollte kritisch vergleichen: Die Gebührenstrukturen traditioneller Banken könnten den Rendite-Vorteil von Krypto schnell auffressen. Smarter Move: Jetzt schon verschiedene Anbieter vergleichen und nicht auf die Hausbank warten, die den Trend erst entdeckt, wenn der nächste Bullrun bereits läuft.

Häufig gestellte Fragen

  • Lohnt sich das Warten auf Krypto-Angebote der Volksbanken überhaupt?
    Für Krypto-Einsteiger könnte das Volksbank-Angebot Sicherheit bieten, erfahrene Anleger finden bei spezialisierten Krypto-Börsen meist bessere Konditionen. Entscheidend sind die noch unbekannten Gebührenstrukturen – diese sollten vor dem Einstieg unbedingt mit bestehenden Angeboten verglichen werden.
  • Welche Vorteile bieten Volksbanken gegenüber spezialisierten Krypto-Plattformen?
    Der größte Vorteil liegt in der Integration ins bestehende Banking. Kunden können Kryptowährungen im gewohnten Online-Banking kaufen und verwalten. Zudem bieten Volksbanken potenziell mehr Rechtssicherheit und regulatorischen Schutz als manche internationale Krypto-Börsen.
  • Wie sinnvoll ist Bitcoin als Teil einer langfristigen Anlagestrategie?
    Bitcoin kann als Beimischung in einem diversifizierten Portfolio sinnvoll sein – aber nur mit Geld, dessen Verlust verkraftbar wäre. Experten empfehlen maximal 5-10% des Anlagevermögens in Kryptowährungen zu investieren und diese Position langfristig zu halten, um Kursschwankungen auszusitzen.
  • Welche steuerlichen Aspekte müssen beim Krypto-Handel über Volksbanken beachtet werden?
    Der große Vorteil: Volksbanken dürften automatisierte Steuerbescheinigungen anbieten, während bei spezialisierten Börsen oft manuelle Dokumentation nötig ist. Die Steuerregeln bleiben gleich: Nach einem Jahr Haltefrist sind Gewinne steuerfrei, bei kürzerer Haltedauer gilt der persönliche Steuersatz abzüglich Freibetrag.

Quellen: „heise“, „Springer Professional“

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