AnlagePunk Bitcoin-Absturz trotz Fed-Zinssenkung: Die 88.000-Dollar-Warnung

Bitcoin-Absturz trotz Fed-Zinssenkung: Die 88.000-Dollar-Warnung

Bitcoin fällt auf 108.000 Dollar trotz Fed-Zinssenkung. Langzeit-Investoren verkaufen massiv, Analysten warnen vor Rutsch auf 88.000 Dollar. Was steckt hinter dem Krypto-Kursrutsch?

Der Bitcoin-Kurs taucht ab – und das ausgerechnet nach der lang ersehnten Zinssenkung der US-Notenbank. Statt Kursfeuerwerk erleben Krypto-Investoren einen klassischen Sell-off. Seit Montag verlor die Leitwährung der digitalen Assets rund 6.000 Dollar an Wert und notiert aktuell bei knapp 108.000 Dollar. Ein Warnsignal für den gesamten Kryptomarkt oder nur eine gesunde Korrektur nach dem Rekordlauf?

Powells Dämpfer für die Krypto-Euphorie

Die Fed senkte vergangene Woche erwartungsgemäß den Leitzins um 25 Basispunkte. Doch statt eines Kursschubs folgte Ernüchterung. Fed-Chef Jerome Powell dämpfte in seinen Aussagen direkt die Erwartungen an weitere Lockerungen: „Eine weitere Senkung des Leitzinses bei der Dezember-Sitzung ist alles andere als sicher“, erklärte er laut „boerse.de“.

Diese Aussage ließ die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinssenkung im Dezember von 97 auf etwa 70 Prozent sinken. Besonders brisant: Die aktuelle Zinssenkung wurde zum ersten Mal seit sechs Jahren nicht einstimmig beschlossen. Hinzu kommt, dass der Fed durch den US-Shutdown wichtige Arbeitsmarktdaten für ihre Entscheidungsfindung fehlen. Die Folge: Powells Aussagen haben „eine gewisse Risikoaversion ausgelöst“, die besonders riskante Assets wie Kryptowährungen trifft.

Massive Kapitalabflüsse und Verkaufsdruck

Parallel dazu verzeichnen Bitcoin- und Ethereum-ETFs erhebliche Mittelabflüsse. Wie „boerse.de“ berichtet, wurden aus Bitcoin-Produkten rund 471 Millionen Dollar und aus Spot-Ethereum-ETFs etwa 81 Millionen Dollar abgezogen.

Der Fear & Greed Index, ein wichtiges Stimmungsbarometer, stürzte innerhalb eines Tages von 51 auf 34 Punkte ab – ein deutliches Zeichen für wachsende Angst im Markt. Besonders alarmierend: Langzeit-Investoren nutzen die hohen Kurse für massive Gewinnmitnahmen. Laut „ingenieur.de“ haben sogenannte Langfrist-Halter in den letzten 30 Tagen über 325.600 BTC verkauft – der größte monatliche Ausverkauf seit Jahren. Diese Entwicklung setzt den Bitcoin-Kurs zusätzlich unter Druck.

Die 88.000-Dollar-Warnung

Die Marktforscher von Glassnode schlagen bereits Alarm: Sollte die kurzfristige Erholung scheitern, könnte der Bitcoin-Kurs auf bis zu 88.000 Dollar abstürzen, warnt „boerse.de“. Auch Ethereum bleibt nicht verschont und notiert aktuell bei 3.907 Dollar – ein Rückgang von 2,44 Prozent.

Zusätzlichen Verkaufsdruck erzeugte ein ungewöhnlicher Transfer der Ethereum Foundation, die kürzlich 160.000 ETH im Wert von über 650 Millionen Dollar bewegte. Obwohl die Foundation erklärte, es handle sich lediglich um einen geplanten Wallet-Wechsel, sorgte der Zeitpunkt für Spekulationen, wie „ingenieur.de“ berichtet.

Geopolitische Unsicherheiten verstärken den Abwärtstrend

Auch auf geopolitischer Ebene fehlen positive Impulse. Das Treffen zwischen US-Präsident Trump und Chinas Präsident Xi brachte nicht die erhoffte Klarheit für die Märkte.

Zwar kündigte Trump Zollsenkungen an, doch die fehlende Bestätigung aus Peking hält die Unsicherheit hoch, wie „Zeit“ dokumentiert. Diese geopolitischen Spannungen verstärken die Zurückhaltung der Investoren bei risikoreichen Assets wie Kryptowährungen.

Business Punk Check

Der aktuelle Bitcoin-Rückgang ist kein Crash, sondern eine klassische Marktrotation: Alteingesessene Investoren nehmen Gewinne mit, während neue Käufer noch zögern. Die Fed-Politik ist dabei nur der Trigger, nicht die Ursache. Die wahre Story spielt sich in der Besitzerstruktur ab: Über 325.000 Bitcoin wechselten den Besitzerein massiver Transfer von frühen Adoptern zu institutionellen Playern.

Für smarte Investoren bietet sich hier ein strategisches Einstiegsfenster, sofern der Kurs die 100.000-Dollar-Marke hält. Die Korrektur auf 88.000 Dollar wäre kein Bärenmarkt-Signal, sondern eine gesunde Preisbereinigung nach dem Rekordlauf auf 126.000 Dollar. Entscheidend wird sein, ob institutionelle Investoren diese Schwäche für Nachkäufe nutzen oder ob die Verkaufsdynamik sich selbst verstärkt. Die kommenden zwei Wochen werden zeigen, ob Bitcoin tatsächlich bereit für ein neues Allzeithoch im November ist.

Häufig gestellte Fragen

  • Ist der aktuelle Bitcoin-Rückgang der Beginn eines neuen Bärenmarktes?
    Nein, die aktuelle Korrektur zeigt typische Merkmale einer Marktrotation, bei der frühe Investoren Gewinne mitnehmen. Solange die 100.000-Dollar-Marke als Support hält, bleibt der übergeordnete Aufwärtstrend intakt. Entscheidend wird die Reaktion institutioneller Investoren auf die niedrigeren Kurse sein.
  • Wie sollten Anleger auf die Warnung vor einem Rückgang auf 88.000 Dollar reagieren?
    Statt in Panik zu verkaufen, sollten Anleger diese Korrektur als mögliche Einstiegschance betrachten und gestaffelte Kauflimits zwischen 90.000 und 100.000 Dollar platzieren. Gleichzeitig empfiehlt sich die Absicherung bestehender Positionen durch Stop-Loss-Orders unterhalb kritischer Unterstützungszonen.
  • Welchen Einfluss hat die Fed-Politik langfristig auf den Kryptomarkt?
    Die langfristigen Auswirkungen der Fed-Politik sind zweischneidig: Einerseits fördern niedrigere Zinsen Investitionen in riskantere Assets wie Kryptowährungen. Andererseits könnte eine zu zögerliche Zinssenkungspolitik bei gleichzeitiger Inflation die Wirtschaft belasten und Kapital aus spekulativen Märkten abziehen.
  • Wie wirkt sich die aktuelle Marktkorrektur auf den Mittelstand und Unternehmen aus, die in Krypto investiert haben?
    Unternehmen mit Bitcoin-Treasuries sollten ihre Risikomanagement-Strategien überprüfen und gegebenenfalls Teilgewinne realisieren oder Hedging-Instrumente einsetzen. Für den Mittelstand bietet die aktuelle Situation eine Chance, erstmals in digitale Assets zu diversifizieren – allerdings mit klaren Einstiegsstrategien und Risikobegrenzung.
  • Welche Branchen könnten von der aktuellen Krypto-Korrektur profitieren?
    Blockchain-Infrastrukturanbieter, Cybersecurity-Firmen und regulierte Krypto-Dienstleister könnten als Gewinner hervorgehen, da Marktvolatilität oft zu erhöhter Nachfrage nach sicheren und compliant Lösungen führt. Auch traditionelle Finanzdienstleister mit Krypto-Exposure könnten von der steigenden Nachfrage nach professionellen Absicherungsstrategien profitieren.

Quellen: „Zeit“, „boerse.de“, „ingenieur.de“

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