Tech & Trends Ist Osmium das Material, auf das Quantencomputer warten?

Ist Osmium das Material, auf das Quantencomputer warten?

Die Märkte sind nervös. Inflation, geopolitische Spannungen und technologische Umbrüche treiben Deutschlands vermögende Anleger in Sachwerte. Edelmetalle gelten dabei seit jeher als „sicherer Hafen“ – doch viele fokussieren sich allein auf Gold. Doch das könnte zu kurz gegriffen sein.

Osmium ist nicht nur das seltenste und dichteste Edelmetall der Welt, sondern auch eines der widerstandsfähigsten. In seiner hochreinen Form – dem sogenannten HighTechReady-Osmium (HTR-Osmium) – wird es zunehmend für Anwendungen jenseits von Schmuck und Uhren interessant. Vor allem zwei Felder rücken in den Fokus: Quantencomputing und CO₂-Reduktion.

Quantencomputer brauchen neue Materialien

Die Halbleiterindustrie steht vor einem Wendepunkt. Jahrzehntelang trieb das sogenannte Mooresche Gesetz die Miniaturisierung von Chips voran: Alle zwei Jahre verdoppelte sich dabei die Rechenleistung. Doch bei Strukturgrößen von drei Nanometern stoßen klassische Transistoren zunehmend an physikalische Grenzen. Neue Ansätze sind daher gefragt: Quantencomputer gelten als vielversprechende Lösung. Sie arbeiten mit Qubits, die mehrere Zustände gleichzeitig abbilden können – und nicht nur die klassischen „Nullen“ und „Einsen“ kennen. Diese neue Vielfalt an Rechenoptionen in Minimalzeit erlaubt ganz neue, heute weitgehend noch unvorstellbare Anwendungsgebiete. Das ermöglicht exponentiell schnellere Berechnungen etwa in der Medikamentenentwicklung, in der Materialforschung oder beim Thema Cybersicherheit. Doch die Umsetzung dieser Systeme stellt hohe Anforderungen an die verwendeten Materialien.

Und genau hier kommt Osmium ins Spiel. Das achte Edelmetall, erst Anfang des 19. Jahrhunderts entdeckt, bietet außergewöhnliche strukturelle Stabilität und chemische Resistenz. In Form von HighTechReady-Osmium (HTR-Osmium) erfüllt es die Bedingungen für den Einsatz in sensiblen Bereichen der Quantenphysik. Die Herstellung erfolgt durch ein aufwendiges Reinigungsverfahren, das störende Elemente nahezu vollständig entfernt. Damit könnte Osmium zum Baustein der nächsten Rechnergeneration werden.

Künstliche Photosynthese mit Osmium

Auch im Bereich Umwelttechnologie gewinnt Osmium an Bedeutung. Forscher der japanischen Tokyo Tech haben ein Verfahren entwickelt, das überschüssiges Kohlendioxid aus der Atmosphäre entfernt und dabei Energie erzeugt – inspiriert von der natürlichen Photosynthese. Ein Osmium-Komplex dient dabei als Photosensitizer. Er absorbiert Licht über ein breites Spektrum, auch im roten Bereich. In Kombination mit einem speziellen Katalysator wird das Kohlendioxid in Formiat umgewandelt – ein chemischer Grundstoff mit industrieller Relevanz. Die Besonderheit: Der Osmium-Komplex ermöglicht effiziente Elektronentransfers – eine Schlüsselvoraussetzung für künstliche Photosynthese-Prozesse. Auch hier ist die hohe Reinheit des eingesetzten Materials entscheidend.

Sachwert-Investment mit attraktiven Zukunftschancen

Für Sachwertanleger eröffnet sich hier nun ein neues Feld. Während kristallines Osmium vor allem in der Schmuck- und Uhrenindustrie etabliert ist und von immer mehr internationalen Marken eingesetzt wird, entwickelt sich für HTR-Osmium ein Markt mit technologischem Bezug. Die Preise liegen derzeit bei etwa der Hälfte des Preises für kristallines Osmium Sie sind transparent über www.osmium-preis.com einsehbar.

Die Lagerung erfolgt zentralisiert im Hochsicherheitsdepot des Osmium-World-Council in Murnau in Bayern. Für sachwertorientierte Investoren, die physische Werte mit Zukunftsperspektive suchen, ist HTR-Osmium eine interessante Option.

Die Kombination aus begrenzter Verfügbarkeit, wachsender industrieller Nachfrage und wissenschaftlicher Relevanz macht das Edelmetall zu einem Rohstoff mit Potenzial. Ob sich daraus ein langfristig tragfähiger Markt entwickelt, hängt von der weiteren Etablierung der zugrundeliegenden Technologien ab – insbesondere in den Bereichen Quantencomputing und klimarelevanter Verfahren. Noch ist der Markt jung, die Preisentwicklung offen. Doch die Zeichen stehen gut: Die Nachfrage nach innovativen Materialien wächst, und mit ihr die Bedeutung von HTR-Osmium. Wer heute investiert, setzt nicht nur auf ein seltenes Edelmetall, sondern auf einen Rohstoff, der die Technologien von morgen mitgestalten könnte.

Über den Autor

Ingo Wolf ist wissenschaftlicher Direktor des deutschen Osmium-Instituts zur Inverkehrbringung und Zertifizierung von Osmium in Murnau.

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