AnlagePunk Bitcoin-Crash: Droht der Absturz auf 56.000 Dollar?

Bitcoin-Crash: Droht der Absturz auf 56.000 Dollar?

Der Bitcoin-Kurs wackelt nach einem 20-Prozent-Einbruch. Bloomberg-Analyst warnt vor Dominoeffekt auf Aktienmärkte, während On-Chain-Daten Entwarnung geben. Aktuelle Kursentwicklung und Experteneinschätzungen im Check.

Die Krypto-Welt blickt nervös auf die magische 100.000-Dollar-Marke beim Bitcoin. Nach einem Kursrutsch um 20 Prozent steht das digitale Gold unter massivem Druck. Aktuell notiert die Währung bei 89.811 Euro, was einem leichten Plus von 1,26 Prozent innerhalb von 24 Stunden entspricht. Doch der Wochentrend zeigt mit minus 6,79 Prozent deutlich nach unten, wie laut „de.finance.yahoo.com“ aktuelle Daten belegen. Die entscheidende Frage: Handelt es sich um eine gesunde Marktkorrektur oder den Beginn eines größeren Crashs?

Warnung vor dem Dominoeffekt

Mike McGlone, Rohstoffstratege bei Bloomberg Intelligence, schlägt Alarm. Die psychologisch wichtige 100.000-Dollar-Marke sei eine entscheidende Unterstützungslinie für den Bitcoin-Kurs. „Wenn der Markt weiter unter hunderttausend sinkt, könnten das fallende Dominosteine sein, weil er stark mit dem Aktienmarkt korreliert ist“, erklärt der Experte.

Die Korrelation mit dem S&P 500 liegt aktuell bei beachtlichen 0,5332 – ein Wert, der Anleger aufhorchen lassen sollte. Besonders brisant: McGlone sieht im Worst-Case-Szenario einen möglichen Absturz bis auf 56.000 Dollar. Dies entspräche einer Rückkehr zum 48-Monats-Durchschnitt, was nach ausgedehnten Rallyes durchaus im Rahmen des Üblichen liege. Der Stratege kritisiert zudem, dass abgesehen von Stablecoins, die US-Staatsanleihen folgen, kaum Krypto-Assets etwas Substanzielles abbilden.

On-Chain-Daten geben Entwarnung

Während Bloomberg die Alarmglocken läutet, zeichnen On-Chain-Analysten ein deutlich entspannteres Bild. Glassnode, eine führende Datenplattform für Kryptowährungen, veröffentlichte am 6. November einen Bericht, der den aktuellen Rückgang klar von historischen Bärenmärkten unterscheidet. Wie „morgenpost.de“ berichtet, sind die nicht realisierten Verluste derzeit signifikant niedriger als bei früheren Crashs. Dies deutet darauf hin, dass es sich eher um eine gesunde Marktkorrektur als um einen fundamentalen Einbruch handelt.

Interessant ist auch die zunehmende Verflechtung mit traditionellen Märkten. „Jetzt ist es fast derselbe Handel, weil viel von diesem Geld aus ETFs kommt, das von Leuten stammt, die traditionell mehr im Nasdaq und im S&P 500 involviert waren“, so McGlone. Diese Institutionalisierung des Bitcoin-Marktes könnte sowohl Fluch als auch Segen sein – mehr Stabilität, aber auch stärkere Korrelation mit klassischen Anlageklassen.

Profi-Investoren entdecken Bitcoin

Trotz der aktuellen Turbulenzen wächst das Interesse professioneller Anleger. Eine aktuelle Studie belegt, dass Bitcoin bei institutionellen Investoren zunehmend auf Interesse stößt. Dies könnte mittelfristig für Kursstabilität sorgen, da diese Anlegergruppe typischerweise längerfristige Strategien verfolgt und weniger anfällig für Panikverkäufe ist.

Wer heute in Bitcoin investieren will, muss tief in die Tasche greifen. Selbst 0,1 Bitcoin kosten aktuell rund 8.800 Euro – eine Summe, die für viele Privatanleger eine erhebliche Hürde darstellt. Laut „de.finance.yahoo.com“ haben alternative Krypto-Investments im vergangenen Jahr teilweise Renditen von bis zu 390 Prozent erzielt – deutlich mehr als Bitcoin selbst.

Business Punk Check

Der Bitcoin-Hype verdeckt die eigentliche Realität: Die Kryptowährung ist und bleibt ein hochspekulatives Investment mit extremen Schwankungen. Die viel beschworene „Unabhängigkeit“ vom Finanzsystem entpuppt sich zunehmend als Mythos – die steigende Korrelation mit Aktienmärkten beweist das Gegenteil. Wer jetzt einsteigt, wettet auf eine Fortsetzung der Rally, nicht auf fundamentale Werte.

Smart Money diversifiziert stattdessen in ein Portfolio aus verschiedenen Krypto-Assets, ETFs und klassischen Anlagen. Die wahre Finanzfreiheit liegt nicht im All-in auf Bitcoin, sondern in einem durchdachten Mix aus verschiedenen Anlageformen mit unterschiedlichen Risikoprofilen. Wer das versteht, ist den meisten Krypto-Bros bereits meilenweit voraus.

Häufig gestellte Fragen

  • Ist der aktuelle Bitcoin-Rückgang ein echter Crash oder nur eine Korrektur?
    Die On-Chain-Daten von Glassnode deuten auf eine gesunde Korrektur hin, da die nicht realisierten Verluste deutlich geringer ausfallen als bei historischen Bärenmärkten. Dennoch sollten Anleger die 100.000-Dollar-Marke im Auge behalten – ein Durchbrechen könnte weitere Verkäufe auslösen.
  • Wie sollten Anleger auf die aktuelle Bitcoin-Volatilität reagieren?
    Statt in Panik zu verfallen, empfiehlt sich eine Diversifikation des Portfolios. Wer bereits in Bitcoin investiert ist, sollte die Position mit anderen Anlageklassen ausbalancieren. Für Neueinsteiger bietet sich ein schrittweiser Einstieg (Cost-Average-Effekt) an, statt die gesamte Investitionssumme auf einmal zu platzieren.
  • Welche Alternativen gibt es zu direkten Bitcoin-Investments?
    Krypto-ETFs, Mining-Aktien oder Blockchain-Technologiefonds bieten ein indirektes Exposure zum Kryptomarkt bei teilweise geringerem Risiko. Besonders Blockchain-ETFs investieren breit gestreut in Unternehmen, die von der Technologie profitieren, ohne direkt den Kursschwankungen einzelner Coins ausgesetzt zu sein.
  • Wie wirkt sich die zunehmende Korrelation mit Aktienmärkten auf Bitcoin als Anlage aus?
    Die steigende Korrelation mit traditionellen Märkten untergräbt die These vom Bitcoin als „digitalem Gold“ und Krisenschutz. Anleger müssen verstehen, dass Bitcoin bei einem breiteren Marktabschwung wahrscheinlich nicht mehr als sicherer Hafen fungieren wird, sondern möglicherweise sogar stärker einbricht als klassische Anlagen.
  • Welche Rolle spielen institutionelle Investoren für die künftige Bitcoin-Entwicklung?
    Der Einstieg von Profi-Investoren sorgt für mehr Liquidität und potentiell weniger extreme Kursschwankungen. Gleichzeitig bringen sie professionellere Bewertungsmaßstäbe in den Markt ein, was langfristig zu einer realistischeren Preisbildung führen dürfte. Für Privatanleger bedeutet dies: Die Zeiten explosiver Kursgewinne könnten vorbei sein, dafür winkt mehr Stabilität.

Quellen: „de.finance.yahoo.com“, „Handelsblatt“, „morgenpost.de“

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