Tech & Trends Roboter-Koch übernimmt bei REWE – KI serviert 120 Mahlzeiten pro Stunde

Roboter-Koch übernimmt bei REWE – KI serviert 120 Mahlzeiten pro Stunde

In einem REWE-Markt in Düsseldorf kocht jetzt ein Roboter: Die autonome Küche CA-1 bereitet Gerichte ohne menschliche Hilfe zu – ein Blick in die Zukunft des Lebensmitteleinzelhandels.

Im REWE-Supermarkt in Düsseldorf erleben Kunden derzeit eine kleine Revolution: Eine vollautomatische Roboterküche bereitet frische Mahlzeiten komplett ohne menschlichen Koch zu. Das Münchner Robotik-Unternehmen Circus SE hat sein CA-1 Series 4 System im neuen „Fresh & Smart“-Konzept von REWE Region West installiert. Laut „Interesting Engineering“ handelt es sich um die weltweit erste Integration autonomer KI-Kochroboter direkt in einem Supermarkt.

So funktioniert die Roboterküche

Die kompakte, in Glas eingefasste Roboterküche übernimmt den gesamten Prozess der Essenszubereitung – vom Sammeln der Zutaten über das Kochen und Anrichten bis zur Reinigung. Kunden können im Laden Gerichte bestellen, die der CA-1 auf Abruf zubereitet.

Jedes Gericht kostet ab 6 Euro und wird innerhalb weniger Minuten vor den Augen der Kunden frisch gekocht. Wie „Interesting Engineering“ berichtet, kann der Roboter bis zu 120 Mahlzeiten pro Stunde zubereiten – ohne Ermüdung, Pausen oder Personalprobleme.

Technische Raffinesse hinter Glas

Die neueste Version des CA-1 ist deutlich leichter und schneller als frühere Prototypen. Die Ingenieure haben das System grundlegend überarbeitet und etwa 450 Kilogramm Gewicht eingespart. Modulare Greifer mit Magnetbefestigung und ein verbessertes Induktionssystem, das den Topf präzise dort erhitzt, wo es nötig ist, machen den Roboter effizienter.

Zwischen den Mahlzeiten reinigt sich der CA-1 selbst mit einer eingebauten Spülmaschine. Durch eine transparente Scheibe können Kunden beobachten, wie die beiden Roboterarme synchron arbeiten – schöpfen, rühren, würzen und anrichten.

Business Punk Check

Der Roboter-Koch ist mehr als nur Show-Effekt. Mit 120 Mahlzeiten pro Stunde und Preisen ab 6 Euro rechnet sich das System wirtschaftlich. Die Frage ist nicht ob, sondern wann solche Systeme Standard werden. Der wahre Wert liegt in der Skalierbarkeit: REWE mit seinen 16.000 Standorten könnte die Technologie flächendeckend ausrollen.

Doch die Disruption geht weiter – Krankenhäuser, Unis und sogar das Militär stehen als nächste Anwendungsfelder bereit. Die Gastronomie sollte sich warm anziehen: Hier entsteht ein völlig neues Segment zwischen Fertiggerichten und Restaurant, das bestehende Geschäftsmodelle angreift.

Häufig gestellte Fragen

  • Lohnt sich die Investition in Roboterküchen für Einzelhändler wirklich?
    Bei 120 Mahlzeiten pro Stunde und Preisen ab 6 Euro amortisiert sich die Investition schneller als man denkt. Entscheidend ist die Standortwahl: Hochfrequenzierte Filialen in Innenstädten oder an Verkehrsknotenpunkten bieten das beste Potenzial für Zusatzumsätze durch Frischgerichte.
  • Welche Branchen werden als nächstes von Koch-Robotern revolutioniert?
    Neben dem Einzelhandel stehen Krankenhäuser, Universitätsmensen und Firmenkantinen ganz oben auf der Liste. Überall, wo standardisierte Gerichte in hoher Frequenz gefragt sind, können autonome Küchen punkten – besonders bei Personalmangel und steigenden Lohnkosten.
  • Wie reagieren traditionelle Gastronomen am besten auf diese Entwicklung?
    Statt gegen Roboter anzukämpfen, sollten Gastronomen auf Erlebnisse und Persönlichkeit setzen. Die Zukunft gehört hybriden Konzepten: Roboter übernehmen Standardgerichte, während menschliche Köche sich auf Kreativität, Beratung und besondere kulinarische Erlebnisse konzentrieren.
  • Wie schmeckt das Essen aus dem Roboter im Vergleich zu menschlichen Köchen?
    Die Qualität ist konstant gut, aber nicht außergewöhnlich. Der Roboter folgt präzise programmierten Rezepten – das garantiert Gleichmäßigkeit, limitiert aber Kreativität. Perfekt für Standardgerichte, aber kein Ersatz für Spitzenköche bei anspruchsvollen kulinarischen Kreationen.

Quellen: „Interesting Engineering“

Das könnte dich auch interessieren