Work & Winning KI-Startups setzen auf 996: Der neue 72-Wochenstunden-Wahnsinn aus den USA

KI-Startups setzen auf 996: Der neue 72-Wochenstunden-Wahnsinn aus den USA

Während Europa die Vier-Tage-Woche testet, drehen US-Tech-Firmen die Uhr zurück: Das chinesische „996“-Modell erobert Silicon Valley. Fast 70 Prozent der Arbeitnehmer stehen vor Burnout – ein Arbeitszeit-Showdown mit globalen Folgen.

Die Arbeitswelt spaltet sich in zwei Extreme: Hier die europäische Vier-Tage-Woche mit nachgewiesener Produktivitätssteigerung, dort der radikale Gegentrend aus dem Silicon Valley. KI-Startups in den USA setzen auf das sogenannte „996“-Modell – arbeiten von 9 Uhr morgens bis 21 Uhr abends, sechs Tage die Woche. Ein Arbeitszeitmodell, das ursprünglich aus China stammt und dort offiziell illegal ist. Der Clash der Arbeitszeit-Philosophien könnte kaum größer sein.

Eat, Sleep, Work, Repeat – das neue Startup-Mantra

„Kandidaten, die sich nicht darauf freuen, 70 Stunden pro Woche zu arbeiten, brauchen sich gar nicht erst zu bewerben“ – mit dieser klaren Ansage sucht das KI-Startup Rilla neue Mitarbeiter, wie „fr.de“ berichtet. Kein Einzelfall: Google-Mitgründer Sergey Brin forderte kürzlich mindestens 60 Wochenstunden Arbeitszeit. Und Tesla-Chef Elon Musk verlangte nach der Twitter-Übernahme einen „extrem hardcore“ Arbeitsstil mit „langen Stunden hoher Intensität“, so „merkur.de“.

Hinter diesem Trend steckt laut Will Gao, „Head of Growth“ bei Rilla, eine Subkultur der Generation Z, die sich an Vorbildern wie Steve Jobs und Bill Gates orientiert. Diese Tech-Ikonen stehen für eine Arbeitsethik, bei der persönliche Opfer für unternehmerischen Erfolg als notwendig angesehen werden. Das Modell verspricht schnelles Wachstum und Wettbewerbsvorteile in der hart umkämpften KI-Branche.

Die europäische Gegenbewegung zeigt Erfolge

Während US-Startups auf Arbeit bis zum Umfallen setzen, beweist Europa, dass weniger mehr sein kann. Eine britische Studie mit 60 Unternehmen liefert überzeugende Ergebnisse: Bei kürzeren Arbeitszeiten steigt die Produktivität pro Stunde, Krankmeldungen sinken und Stresslevel nehmen ab. Laut „it-boltwise.de“ planen 56 der teilnehmenden Firmen, dauerhaft bei der Vier-Tage-Woche zu bleiben.

In Deutschland steht besonders die Generation Z dem traditionellen „9-to-5“-Modell kritisch gegenüber. Sie fordert flexiblere Arbeitszeiten und eine bessere Work-Life-Balance. Gleichzeitig drängt das Institut für Wirtschaftsforschung (ifo) die Deutschen zu mehr Arbeit – eine Forderung, die im direkten Widerspruch zu den Wünschen junger Arbeitnehmer steht.

Der hohe Preis der Überarbeitung

Die Kosten des extremen Arbeitens werden immer deutlicher sichtbar. In den USA haben Burnouts ein Rekordniveau erreicht. Fast 70 Prozent der Befragten einer Umfrage von Care.com sehen bei sich ein mittleres bis hohes Burnout-Risiko, wie „fr.de“ dokumentiert.

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