Finance & Freedom Renten-Boost: Merz‘ Plan macht U25-Sparer zu Gewinnern

Renten-Boost: Merz‘ Plan macht U25-Sparer zu Gewinnern

Die Bundesregierung plant eine Rentenreform mit attraktiven Förderungen: Bis zu 30 Prozent Zuschuss auf Einzahlungen und Sonderbonus für junge Sparer. Das Altersvorsorgedepot soll ab 2027 höhere Renditen ermöglichen.

Die deutsche Altersvorsorge bekommt ein Update. Ab 2027 will die Merz-Regierung mit einer umfassenden Reform der privaten Altersvorsorge das Rentensystem zukunftsfähig machen. Kern des Plans: Ein neues Fördersystem mit direkten Zuschüssen und mehr Renditemöglichkeiten für Sparer. Besonders junge Menschen können von den Änderungen profitieren.

Mehr Rendite, weniger Garantien

Das neue Altersvorsorgedepot markiert einen Paradigmenwechsel in der deutschen Rentenpolitik. Laut „Merkur“ können Anleger künftig zwischen klassischen sicherheitsorientierten Garantieprodukten und renditeorientierten Anlagen ohne Garantien wählen.

Diese Flexibilität ermöglicht es, Kapital stärker an Finanzmärkten arbeiten zu lassen – ein längst überfälliger Schritt, um die Rentenlücke zu schließen.

Transparente Förderung statt Riester-Chaos

Die staatliche Förderung wird grundlegend vereinfacht. Wie „Merkur“ berichtet, erhalten Sparer künftig eine Grundzulage von 30 Prozent auf Einzahlungen bis 1.200 Euro jährlich. Für Beiträge zwischen 1.201 und 1.800 Euro gibt es immerhin noch 20 Prozent Zuschuss. Das System koppelt die Förderung direkt an die geleisteten Beiträge und macht Schluss mit dem komplexen Riester-Dschungel.

Die Reform setzt klare Anreize für einen frühen Vorsorgestart. Wer bei Einzahlung unter 25 Jahre alt ist, erhält zusätzlich zur regulären Förderung einen einmaligen Bonus von 200 Euro, wie „Merkur“ dokumentiert. Auch Familien profitieren: Pro Kind gibt es eine Zulage von 25 Prozent auf Einzahlungen bis 1.800 Euro – maximal 300 Euro pro Kind und Jahr.

Kostenbremse und Auszahlungsflexibilität

Ein weiterer Pluspunkt: Das neue „Standarddepot Altersvorsorge“ begrenzt die Effektivkosten auf maximal 1,5 Prozent über die Vertragslaufzeit. Zudem wird die Auszahlungsphase flexibler gestaltet. Laut „Merkur“ können Sparer künftig zwischen lebenslangen Renten und Auszahlungsplänen bis mindestens zum 85. Lebensjahr wählen.

Bestandskunden mit Riester-Verträgen dürfen wählen: beim alten System bleiben oder in die neue Förderung wechseln.

Business Punk Check

Die Reform ist überfällig, aber löst sie wirklich das Rentenproblem? Der Staat pumpt Milliarden in Zuschüsse, statt das Grundproblem anzugehen: Deutsche Sparer verlieren durch übertriebene Sicherheitsorientierung Milliarden an Rendite. Die neue Wahlfreiheit zwischen Garantie und Rendite ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber die Frage bleibt: Werden risikoaverse Deutsche tatsächlich umdenken?

Die Kostenbremse von 1,5 Prozent ist zudem zu hoch angesetzt – in ETF-Sparplänen sind 0,2-0,5 Prozent Standard. Und die Komplexität bleibt: Statt das System radikal zu vereinfachen, schafft die Politik neue Fördertöpfe mit komplizierten Prozentregeln. Für Finanzprofis durchschaubar, für Otto-Normal-Sparer weiterhin ein Buch mit sieben Siegeln.

Häufig gestellte Fragen

  • Lohnt sich der Umstieg von Riester auf das neue System?
    Für die meisten ja. Die prozentuale Förderung ist transparenter und oft höher als beim Riester-System. Besonders wenn Anleger das renditeorientierte Depot wählen, können sie langfristig profitieren. Bestehende Riester-Verträge mit hohen Garantien sollten jedoch individuell geprüft werden.
  • Wie können Selbstständige und Mittelständler vom neuen System profitieren?
    Selbstständige sollten die höhere Förderquote nutzen und gleichzeitig ihre Altersvorsorge diversifizieren. Das neue System bietet zwar attraktive staatliche Zuschüsse, sollte aber nur einen Teil der Altersvorsorgestrategie ausmachen. Ergänzende Investments in Unternehmensanteile oder Immobilien bleiben wichtig.
  • Welche Anlagestrategie ist im neuen Altersvorsorgedepot sinnvoll?
    Jüngere Sparer sollten konsequent auf renditeorientierte Anlagen setzen – vorzugsweise global diversifizierte ETF-Portfolios mit minimalen Kosten. Die staatliche Förderung federt Marktschwankungen ab. Mit zunehmendem Alter empfiehlt sich eine schrittweise Erhöhung des Sicherheitsanteils.
  • Was bedeutet die Reform für den Finanzsektor?
    Banken und Versicherer müssen ihre Produktpalette anpassen. Die Kostenbegrenzung auf 1,5 Prozent setzt Anbieter teurer Produkte unter Druck. Gleichzeitig eröffnet die Renditeorientierung neue Geschäftsfelder für ETF-Anbieter und digitale Vermögensverwalter im Altersvorsorgesegment.

Quellen: „Merkur“

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