Tech & Trends Teslas Luftschlösser: Warum Morgan Stanley jetzt die Reißleine zieht

Teslas Luftschlösser: Warum Morgan Stanley jetzt die Reißleine zieht

Morgan Stanley stuft Tesla überraschend herab – trotz höherem Kursziel. Analyst Percoco sieht die Zukunftsversprechen bereits eingepreist und warnt: Die E-Mobilität allein wird Teslas Bewertung nicht rechtfertigen.

Die Tesla-Aktie bekommt einen Dämpfer von unerwarteter Seite. Morgan Stanley-Analyst Andrew Percoco hat den E-Auto-Pionier von „Overweight“ auf „Equalweight“ herabgestuft – ein klares Signal an übereifrige Investoren. Zwar hob er gleichzeitig das Kursziel leicht von 410 auf 425 Dollar an, doch verglichen mit dem aktuellen Kurs von 455 Dollar bedeutet das immer noch ein Rückschlagpotenzial von etwa 6 Prozent, wie „stock3.com“ berichtet.

Zwischen Robotaxi-Träumen und E-Auto-Realität

Percoco würdigt Tesla durchaus als Innovationsführer in Elektromobilität, Fertigungstechnologie und KI. Diese Vorreiterrolle rechtfertige grundsätzlich eine Bewertungsprämie. Doch die Erwartungen an künftige Geschäftsfelder haben die Aktie laut „deraktionaer.de“ bereits an einen fairen Wert herangeführt.

Besonders das Kerngeschäft mit Elektroautos steht unter Druck – während Robotaxis, KI-Dienste und Software-Einnahmen noch auf sich warten lassen.

Neubewertung der Zukunftstechnologien

Morgan Stanley hat sein Bewertungsmodell komplett überarbeitet. Erstmals fließen humanoide Roboter als eigener Wertansatz ein. Auch das Robotaxi-Modell wurde erweitert und mit neuen Marktanalysen unterfüttert.

Gleichzeitig dämpft die Bank die Erwartungen an das Auto- und Energiegeschäft, das unter wachsendem Wettbewerbsdruck steht. Laut „Business Insider“ senkte Morgan Stanley seine Absatzprognose für 2026 um 10,5 Prozent und die kumulierten Auslieferungen bis 2040 sogar um 18,5 Prozent.

Risiken der Tesla-Strategie

Ein besonderes Risiko sieht Morgan Stanley in Teslas kamerabasiertem Ansatz für autonomes Fahren. Während Wettbewerber auf LiDAR setzen, verzichtet Tesla darauf – kostengünstiger, aber potenziell problematisch bei schlechtem Wetter. Auch beim Roboter Optimus wächst der Wettbewerb, besonders aus China, wo die Regierung diese Technologie massiv fördert.

Business Punk Check

Der Tesla-Hype basiert auf Versprechen, nicht auf Zahlen. Die Bewertung zum 30-fachen des für 2030(!) prognostizierten EBITDA ist absurd optimistisch. Während Musk von Robotaxis und humanoiden Robotern träumt, kämpft das Kerngeschäft mit sinkenden Margen und wachsender Konkurrenz. Die Wahrheit: Tesla muss erst beweisen, dass es mehr als ein Autobauer mit Tech-Anstrich ist. Die Robotaxi-Revolution?

Technisch und regulatorisch noch Jahre entfernt. Autonomes Fahren ohne LiDAR? Ein riskantes Experiment. Für Investoren heißt das: Wer jetzt kauft, zahlt für Luftschlösser – nicht für reale Geschäftsmodelle. Smart Money wartet auf den unvermeidlichen Reality Check, wenn die nächsten Quartalszahlen zeigen, dass E-Autos allein keine 500-Milliarden-Bewertung rechtfertigen.

Häufig gestellte Fragen

  • Ist Tesla wirklich mehr als ein Autohersteller?
    Aktuell generiert Tesla über 90% seiner Umsätze mit Autos. Die versprochenen Zukunftsgeschäfte wie Robotaxis und KI-Dienste existieren kommerziell noch nicht. Investoren sollten Tesla daher primär als Autobauer mit Tech-Ambitionen bewerten.
  • Wie realistisch ist Teslas Zeitplan für autonomes Fahren?
    Trotz jahrelanger Versprechen bleibt vollautonomes Fahren (Level 5) in kommerzieller Nutzung eine Zukunftsvision. Teslas kamerabasierter Ansatz ohne LiDAR erhöht die technischen Hürden zusätzlich. Realistisch ist eine breite Markteinführung frühestens 2027-2028.
  • Lohnt sich der Einstieg bei Tesla bei aktueller Bewertung?
    Bei einer Bewertung zum 30-fachen des für 2030 prognostizierten EBITDA sind praktisch alle Zukunftsszenarien eingepreist. Sinnvoller ist es, auf konkrete Fortschritte bei Robotaxis oder deutliche Kursrücksetzer zu warten.
  • Welche Alternativen gibt es zu Tesla im E-Mobility-Bereich?
    Etablierte Hersteller mit klarer Elektrostrategie wie Volkswagen oder Mercedes bieten deutlich niedrigere Bewertungen. Im Tech-Bereich sind Zulieferer für autonomes Fahren wie Mobileye oder Halbleiterhersteller wie Nvidia oft die bessere Wahl.
  • Wie stark ist Teslas Position bei Batterietechnologie wirklich?
    Tesla hat bei Batteriemanagement Vorteile, produziert aber keine eigenen Zellen in großem Maßstab. Asiatische Hersteller wie CATL, LG und Samsung dominieren den Markt. Teslas versprochene Batterierevolution bleibt bislang aus.

Quellen: „stock3.com“, „deraktionaer.de“, „Business Insider“

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